Deutsche Bahn setzt auf Foursquare

Nach Rossmann nun auch die Deutsche Bahn. Gestern hat die Deutsche Bahn stolz verkündet, dass man auch auf dem sozialen Netzwerk Foursquare aktiv sei. Was bisher eher von App-Nutzern kam, wird nun offiziell von der DB Station&Service AG gepflegt.  Mit Tipps und Infos rund um aktuell 40 Bahnhöfe startet das Unternehmen eine Art ortsbezogene Service-Großoffensive.

Besonders Bahnhöfe sind ein Ort wo viele Menschen zusammen kommen, wo man sich orientieren muss, man oft auch Hilfe braucht. Und offenbar wo man in Deutschland auch am meisten eincheckt, laut Bahn. Um dieses Social Media Potenzial zu nutzen, ist man nun dazu übergegangen, wissenswerte Informationen zu den betreffenden Stationen zu hinterlegen, wie z.B. besondere Einkaufsmöglichkeiten, wo man die Schließfächer findet, Details zur Architektur und Bahnhofsgeschichte oder auch Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen. Besonders schlau ist es natürlich auch, weitere DB Services zu bewerben, wie den Car-Sharing Dienst Flinkster. Natürlich können Nutzer weiterhin ihre persönlichen Tipps hinterlegen.

 „Bahnhöfe sind die Orte, an denen auf deutschlandweit am häufigsten eingecheckt wird. Allein bei den 40 ausgewählten Stationen sind es aktuell über 785.000 Check-ins. Dieses Potenzial wollen wir nutzen, um unsere Reisenden auf spielerische Weise noch besser und gezielter zu informieren“, so Dr. Antje Lüssenhop, Leiterin PR & Interne Kommunikation DB-Konzern.

Damit man auch in Zukunft munter weiter eincheckt und im Besten Fall zum “Mayor”, also Ober-Einchecker und “Bürgermeister”, eines Bahnhofs wird, gibt es eine korrespondierende Facebook-App. Dort werden die Mayors dieser aktuell 40 Bahnhöfe auf einer Karte präsentiert.

Allerdings: Mit Foto und Vornamen! Ohne die User vorher darüber zu informieren. DAS wiederum ist etwas sehr forsch aus meiner Sicht. Auch wenn man auf Foursquare in gewisser Weise “öffentlich” ist, hat man dort schließlich immer noch die Möglichkeit andere User zu blockieren, sodass diese nicht sehen, wo man ist oder wie oft man an einer Location war. Mit der Facebook-Verknüpfung der Mayorships macht man diesen User einem größeren Publikum zugänglich, das er nicht kontrollieren kann. Bei Nachfrage hört man raus, dass sich nicht alle User mit dem Mayor-Tagging wohl fühlen:

“Ich fand es schon ein bisschen schwierig, gerade weil auch direkt mein Foto angezeigt wurde. Hätte da nur mein Vorname N. gestanden, wäre das OK gewesen. Aber mit Foto … hmm …” Foursquare-Nutzerin

Ich möchte hier sicher keine Diskussion über Datenschutz und Privatsphäre starten, aber ein wenig mehr Feingefühl hätte man hier doch noch an den Tag legen können. Nichtsdestotrotz ist es erfreulich, dass nun ein weiterer großer Name auf die Foursquare-Bühne tritt und es einer breiteren Öffentlichkeit näher bringt.

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Goran Minov

Goran Minov

Nach Stationen als Online-Projektmanager und Senior Konzeptioner ist Goran heute als Schnittstelle zwischen Kreation, Strategie und Kundenberatung nun seit 2010 als Emerging Media Manager bei MRM Frankfurt tätig, wo er das Ohr auf der Schiene hat und nach Innovationen und Trends Ausschau hält.

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2 Kommentare

  • Also ich nutze Foursquare täglich und ich finde es toll, dass der Dienst endlich einmal in größerem Maße Aufmerksamkeit bekommt. Die Datenschutzbedenken verstehe ich nicht, denn man kann unter Datenschutzeinstellungen/Standortinfos das Verdienen von Mayorships aktivieren/deaktivieren. Dabei steht der Satz “Ich verstehe, dass das ein öffentliches Amt ist.” Noch transparenter und einfacher geht es echt nicht…

  • Danny Holtschke

    Welche anderen deutschen Firmen nutzen foursquare als Bestandteil ihrer social media Strategy?

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