53 VISA Vodafone Interview

Am 3. Dezember 2012 Von In Mobile Payment

Interview: Mobile Payment mit Vodafone

gab Ende November weitere Details zu seiner im März veröffentlichten Kooperation mit bekannt. Die App SmartPass soll Kunden in Australien ab Beginn 2013 ermöglichen mit dem Handy an allen Visa PayWave Kassenterminals kontaktlos zu bezahlen. mz hat mit Jochen Bornemann, Leiter Payments und Enabling Services bei Vodafone Deutschland, über das mobile Bezahlen in Deutschland gesprochen.

SmartPass: Mobile Payment von Vodafone

mz: Visa und Vodafone haben gerade den Launch von “SmartPass” bekanntgegeben. Die App soll Konsumenten in Australien die mobile Bezahlung via ermöglichen. Wie sieht der Roll-Out-Plan konkret für Deutschland aus? Gilt die Beschränkung auf Prepaid auch in Deutschland?

JB: Die genaue Produktdefinition wird unter dem Dach der globalen Vodafone-Visa-Kooperation in den einzelnen Ländern vorgenommen. Um dem Sicherheitsbedürfnis gerade bei unseren deutschen Kunden gerecht zu werden, wird es zunächst eine Prepaid-Variante geben. Wir werden im ersten Halbjahr 2013 starten, einhergehend mit der Schaffung von Händler-Akzeptanzstellen der Kreditkartenunternehmen.

mz: Derzeit werden regelmäßig neue Services zum mobilen Bezahlen angekündigt bzw. lanciert. Der Markt fragmentiert sich zunehmen. Wie soll der Kunde hier noch den Überblick behalten und sich für ein Angebot entscheiden? Wäre ein universales Zahlungsmittel nicht besser und wird darauf hingearbeitet?

JB: Den meisten Bezahlservices liegen die bekannten und verbreiteten Kreditkarten-Verfahren zu Grunde, daher haben wir es mit einem universellen Zahlungsverfahren zu tun. Die jeweiligen (Co-)Brandings hat es schon immer gegeben. Auch für Vodafone sind derartige Projekte nicht neu, haben wir seit mehreren Jahren doch bereits eine lokale Kooperation mit Visa.

mz: Aktuell hängen insbesondere die deutschen Bürger noch sehr am Bargeld und können sich kaum vorstellen, dass das Mobiltelefon gänzlich die Geldbörse ersetzt. Mit Blick auf NFC ist der Mehrheit der Bevölkerung bisher nicht einmal das Konzept bekannt (siehe auch Grafiken unten). In welcher Rolle sieht sich Vodafone die Bekanntheit, Nutzung und das Vertrauen in NFC-Zahlungen zu stärken? Wann wird es einen Massenmarkt geben? Was muss konkret dafür getan werden (die kritischen Erfolgsfaktoren)?

Auch unsere eigenen Untersuchungen bestätigen eine Bereitschaft von 30% der Befragten, Mobile Payment zu nutzen. Die Bekanntheit von „NFC“ steht nicht im Vordergrund, ist als Technologie in diesem Zusammenhang auch nicht relevant. Wichtig ist der Nutzen aus Endverbrauchersicht, d.h. es muss einfach, sicher und schnell sein. Das Smartphone ist immer dabei, Schlüssel und Portmonnaie hingegen nicht immer. Nicht nur Vodafone, sondern der gesamten Industrie kommt daher die Aufgabe zu, den Nutzen von Mobile Payment zum Endkunden zu transportieren.

mz: Welche Marktdurchdringung von NFC Telefonen in D erwarten Sie für 2013/2014?

JB: Die Smartphones, die wir von den Geräteherstellern ordern, werden zunehmend NFC-Antennen beinhalten. Darüber hinaus kann bei den Smartphones, die es nicht enthalten, auf NFC-sticker als Brückentechnologie ausgewichen werden.

mz: Es existiert bereits eine Kooperation zwischen Mobilfunkanbietern in D namens „“. Wie ist die Zukunft von zu sehen und weshalb wird derzeit die Kooperation mit VISA priorisiert?

JB: mpass ist eine heutige Kooperation in Bezug auf e-commerce-payments und wird zukünftig in weitere Segmente ausgebaut werden. Die Kooperation mit Visa steht dem nicht entgegen, da wir mit beiden Produktangeboten unterschiedliche Segmente ansprechen. Insbesondere in Deutschland ist die Kreditkartenakzeptanz und -nutzung im europäischen Vergleich gering. Das lässt noch Raum für alternative Verfahren.

Jochen Bornemann ist Leiter Payments und Enabling Services bei Vodafone Deutschland.

Vielen Dank an Herrn Bornemann für die Beantwortung der Fragen.

 

Folgende Ergebnisse wurden im Rahmen der eBay Studie “Zukunft des Handels” erhoben:

Quelle: eBay

 

Quelle: eBay

Quelle Grafiken: Studie eBay „Zukunft des Handels“  

Tags : , , ,

In unseren kostenfreien Newsletter eintragen

Maike Strudthoff

Maike Strudthoff ist Future Analyst und Consultant mit Spezialisierung auf Mobile Services Innovationen. Sie hilft Unternehmen die Marktentwicklungen der Zukunft zu interpretieren und eigene Handlungsoptionen abzuleiten. In über 15 Jahren Berufserfahrung – vor allem in globalen Konzernen und einer führenden Managementberatung – hat Maike zahlreichen Innovationsprojekten und Customer Centricity Initiativen zum Erfolg verholfen. Heute zählen insbesondere führende Handelsunternehmen zu ihren Kunden. Mehr über Maike auf XING, ihrer Website oder per Mail maikestrudthoff[at]mobile-zeitgeist.com

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *