Smartphone ist eigentlich eine Smart-Camera

Nutzungsgewohnheiten der Smartphone Besitzer

Nutzungsgewohnheiten der Besitzer

“Fotos machen oder Videos aufzeichnen”  ist für 83% der Smartphone-Besitzer mit großem Abstand die Hauptnutzung, so aktuelle BVDW-Zahlen. Mit gehörigem Abstand steht an zweiter Stelle mit 66% das Senden von Foto- oder Videonachrichten. Mit etwas guten Willen also eine Online-Nutzung, wenn auch eher zusätzlich zur Kamera. Erst an dritter Stelle kommt dann mit 63% die E-Mail-Funktion, Apps und Browser als Internet-Nutzung teilen sich mit 50% Platz 6.

Kaum verwunderlich, dass deshalb in Berichten über neue Smartphone Modelle nach Gigahertz und Gigabytes gleich Megapixel an vorderster Stelle bewertet wird. Hersteller wie Nokia, Apple und Samsung stellen gerne die Kameraqualität in den Vordergrund (manchmal schießen sie dabei auch über das Ziel hinaus). Internet-Fähigkeiten sind dagegen eher unsexy.

Meine These ist deshalb, dass  die Kamera der erste und wichtigste Schritt beim Weg vom “normalen” Mobiltelefon zum Smartphone war. Erst die Kamera machte vernünftige Farbdisplays notwendig, die dann wiederum die Darstellung von Inhalten erst attraktiv gemacht hat, mit allen dann folgenden Online Anwendungen bis hin zur Navigation. Anderer Meinung? Einfach an der folgenden Umfrage teilnehmen.

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Titelblatt Time Magazin mit Smartphone Foto von Hurrikan Sandy

Titelblatt Time Magazin

Die Auswirkungen der enormen Verbesserungen in der Kameratechnologie von Smartphones werden immer deutlicher sichtbar: Smartphones ersetzen nach einer Studie von InfoTrends oft bereits vollständig die . Folgerichtig kämpfen die Kamerahersteller mit Absatzproblemen und teilen damit das Schicksal der PC-Hersteller. Selbst professionelle Fotografen testen inzwischen Smartphones als Kameraersatz, etwa bei Olympia 2012. Aufsehen erregte zuletzt das Time Magazin, das seine Fotografen beim Hurrikan “Sandy” mit iPhone’s losschickte und Instagram als Distributionskanal nutzte. Eines dieser der Fotos brachte es dann sogar auf die Titelseite, es war damit das erste Handy-Foto auf der Titelseite eines so renommierten Magazins.

Das Beispiel “Sandy” beim Time Magazin zeigt darüber hinaus die enge Verknüpfung, die die Kamera auf und mit dem Smartphone bei Hardware und Software (Apps) eingeht. Denn die Fotos wurden ausschließlich über Instagram publiziert und waren damit vor allem über  Smartphones und Tablets erreichbar. In den App-Stores buhlen unzählige Foto- und Video-Apps unterschiedlichster Qualität und Verwendungszwecke um die Gunst der Nutzer. Zahlreiche Startups fokussieren sich mit ihren Geschäftsmodellen auf die Foto- und Videofunktion. Die 1 Mrd. US-Dollar, die Facebook für Instagram bezahlt hat, sind sicher zusätzliche Motivation.

Diese Möglichkeiten zur Erweiterung der Kamerafunktion durch Apps vor allem sind es, die das Smartphone zur besseren Kamera und den Kameraherstellern damit das Leben schwer machen. Umgekehrt profitiert auch das Smartphone von der Kamera. Die Kamera wird zum Sensor für zahlreiche weitere Anwendungen.

Am meisten von Apps genutzt ist sicherlich die Möglichkeit, mit dem Smartphone QR-Codes und Barcodes zu scannen und diese Daten für Anwendungen zu nutzen. Ein weiteres großes Anwendungsfeld ist Augmented Reality (AR), auch wenn bei AR nach dem ersten Hype eine gewisse Ernüchterung eingetreten zu sein scheint. Darüber hinaus gibt es auch Ansätze, durch Bilderkennung Objekte und Menschen quasi live zu identifizieren. Dies hat sich aber (noch) nicht durchgesetzt bzw. ist nicht ausgereift. Wir werden sicher noch manche Idee erleben, Smartphone und Kamera innovativ zu verbinden.

Zu guter Letzt eine von Overgram, die viele Fakten zur Fotografie zusammengetragen haben, mit einigen ganz spannenden Zahlen zu Facebook und Instagram. Die Überschrift “Is photography dead?” ist zwar etwas merkwürdig, weil nicht ganz klar wird, ob die Infografik die Frage nun verneinen soll (was angesichts der Bilderflut aus meine Sicht der Fall ist), oder ob sich “photography” auf Fotos mit der (analogen) Kamera bezieht, dann allerdings soll die Antwort wohl ja lauten. Aber das Rätsel um die Überschrift soll angesichts der eindrucksvollen Darstellung keine Rolle spielen.

Geschichte der Fotografie von ihren Anfängen bis heute

Is photography dead? The mobile photo explosion

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Jörg Ruwe

Jörg Ruwe

Jörg Ruwe ist Experte für Digitale Strategien und hilft Unternehmen, ihren erfolgreichen Weg in das mobile Internet zu gehen. Er ist selbstständiger Berater und kennt den Mobile Markt seit den ersten Gehversuchen mit WAP im Jahr 1999. Unter anderem als Management Consultant für Kienbaum und zuletzt als Geschäftsführer von Sevenval hat er in über 200 Projekten erfolgreich digitale Geschäftsfelder erschlossen für namhafte Unternehmen aus Industrie, Medien, Handel und Finanzen.

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