Mobile Wallets und Privacy by Design

Der Begriff „Privacy“ taucht immer öfter auf, gerne im Zusammenhang mit digitalen Services, die Kundendaten sammeln. Die EU hat hierzu eine Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht, Facebook hat diese gerade erst klar abgelehnt. Zwei Welten treffen hier aufeinander, wobei das Thema für die große Allgemeinheit weiterhin von diffusen Ängsten und vielen Unklarheiten geprägt ist.

Mobile Wallets (eine mz-Serie dazu war im Sommer erschienen) lassen sich im Kern dieser Debatte ansiedeln. Denn um den vollen Mehrwert dieser zukünftigen Services und somit die Geschäftspotentiale auszuschöpfen zu können, kommt es insbesondere auf die geschickte Verarbeitung von Kundendaten an, damit persönliche und treffgenaue Angebote ausgeliefert werden können.

Privacy

Was ist „Privacy by Design“?

Anfang November fand wieder die alljährliche Messe und Konferenz CARTES in Paris statt. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stehen „Smart Solutions“ für Sicherheit, Payment, Identifikation und Mobilität. Dem Thema Privacy war ein Konferenzblock gewidmet. Hier einige Basics:

  • „Privacy“ ist nicht zu verwechseln mit „Security“. Auch Anbieter wie Google oder Facebook bieten heute ausreichende Sicherheit. Bei der Privacy bevorzugen sie allerdings in der Ausgangslage (Grundeinstellung neuer Nutzer = Default) eine breite Öffnung des Profils und der Daten. Und selbst wenn ein Nutzer seinen Namen nicht preisgibt, ermöglichen andere Mechanismen (IDs) das Profiling.
  • „Privacy by Design“ ist ein Konzept, welches Unternehmen dazu auffordert, die Privatsphäre der Menschen grundsätzlich zu schützen. Dazu wurden sieben Prinzipien entwickelt:
  1. Proactive not Reactive; Preventive not Remedial.
  2. Privacy as the Default Setting.
  3. Privacy Embedded into Design.
  4. Full Functionality – Positive-Sum, not Zero-Sum.
  5. End-to-End Security – Full Lifecycle Protection.
  6. Visibility and Transparency – Keep it Open.
  7. Respect for User Privacy – Keep it User-Centric.

Weitere Details zu den Prinzipien sind hier verfügbar. Dieses Konzept verdeutlicht beispielhaft, wie das Thema Privacy konkretisiert werden kann. Konkrete Informationen und Ansätze helfen dabei diffuse Ängste abzubauen. Bislang ist die öffentliche Diskussion stark von zwei gegensätzlichen Positionen geprägt, die sich einfach gegenüberstehen. Könnten mehr Transparenz und mehr konkrete Kommunikation nicht dazu beitragen, dass die Parteien sich aufeinander zubewegen können und der gemeine Konsument dabei langsam Vertrauen fasst? Ich würde mir hierzu mehr konstruktive Debatten wünschen – insbesondere auch im Zusammenhang mit den gerne in den Vordergrund gestellten Vorteilen und Mehrwerten zukünftiger Mobile Wallets.

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Maike Strudthoff

Maike Strudthoff

Maike Strudthoff ist Future Analyst und Consultant mit Spezialisierung auf Mobile Services Innovationen. Sie hilft Unternehmen die Marktentwicklungen der Zukunft zu interpretieren und eigene Handlungsoptionen abzuleiten. In über 15 Jahren Berufserfahrung – vor allem in globalen Konzernen und einer führenden Managementberatung – hat Maike zahlreichen Innovationsprojekten und Customer Centricity Initiativen zum Erfolg verholfen. Heute zählen insbesondere führende Handelsunternehmen zu ihren Kunden. Mehr über Maike auf XING, ihrer Website oder per Mail maikestrudthoff[at]mobile-zeitgeist.com

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