Look Mommy! empfiehlt die “richtigen” Kinder-Apps

Look Mommy! ist ein Startup aus Berlin, das sich auf das Testen und Bewerten von -App spezialisiert hat. Die Firma bietet seit Kurzem eine kostenlose iPhone/iPad-App mit detaillierten Bewertungen von - an, welche hier erhältlich ist.

Zudem betreibt Look Mommy! einen Newsletter mit Kinder-App Empfehlungen. Bisher inkludiert das Kinder-App Verzeichnis für Smartphones bereits ca. 800 Apps und jede Woche kommen zehn neue dazu. All diese Apps wurden vom “Look Mommy! Team” als pädagogisch wertvoll bewertet und sind innerhalb ihrer Directory App übersichtlich in drei Kategorien gegliedert: .”Schön”, “Lustig” oder “Lehrreich”

Look Mommy! – iPad Screenshot,
Tab “Lustige Apps”

Wir haben uns mit Look Mommy! Gründerin Magdalena Böttger über ihre Kinder Directory App, das Ziel und Geschäftsmodell des Unternehmens, über Kinder-Apps im Allgemeinen und was dies für die Erziehung bedeutet, unterhalten.

Aus Sicht der Gründerin und Mutter zielen viele Kinder-Apps nur darauf ab, Profit zu machen, indem sie Kinder mehr oder weniger absichtlich in App-Käufe verwickeln oder Clicks auf mobile Werbebanner forcieren.

“Ich selbst hatte einmal meinem Neffen mein Smartphone zum Spielen gegeben – Angry Birds in einer kostenlosen Version mit Werbebannern – und hatte danach ein Klingeltonabo für 4,99 Euro pro Woche. Sowas gibt dann Frust und Ärger in der Familie, dabei können Multitouchgeräte doch fantastische Lernspielzeuge sein,” erklärt Böttger.

Magdalena Böttger, Gründerin von Look Mommy!

Gemäß der Gründerin, möchte Look Mommy! genau hier anknüpfen und testet daher mit einem Team von Pädagogen Kinder-Apps und bewertet diese. Hierbei wird das Ziel verfolgt, dass es für Eltern leichter werden soll, Apps zu finden, die sie ihren Kindern ohne große Sorge überlassen können.

Es soll also transparenter werden, welche Apps “gut” und welche “böse” bzw. “Abzocke-Apps” sind. Hierfür testet Look Mommy! nicht nur mit Pädagogen, sondern auch mit anderen Eltern und ihren Kindern. Auch ein Gremium bzw. Panel von Eltern für die Bewertung und das Verfassen von Reviews ist bereits angedacht.

Kinder lieben Tablets und Smartphones
Quelle: Look Mommy!

Der Wettbewerb und das Geschäftsmodell

Neben Look Mommy! ist auch “WeWantApps” eine weitere mobile Anwendung, die eine Sammlung von Kinder-App Empfehlungen beinhaltet. Die Unterscheidung zwischen der “Look Mommy! App” und “WeWantApps” erläutert Magdalena Böttger wie folgt:

“WeWantApps listet sehr viele für Kinder geeignete Apps auf, und gibt dem Benutzer einige Filtermöglichkeiten dazu. Dabei übernehmen sie allerdings nur die Werbetexte der Hersteller und nehmen keine eigene Bewertung vor. So bekommt man eine lange Liste ohne erkennbare Sortierung, durch die man sich durcharbeiten kann. Look Mommy! dagegen nimmt für jede App eine redaktionelle und pädagogisch fundierte Beschreibung und Bewertung vor. Viele Apps werden bei unserem Review aussortiert. Wir geben genaue Informationen über die Lerninhalte einer App, oder auch Hinweise, ob sie Werbung enthält. Das heißt, wir wollen keine komplette Sammlung aller Kinder-Apps sein, sondern Eltern helfen, nur die allerbesten Apps für ihre Kinder zu finden”.

Der Ansatz, ggf. Apps wegzulassen um die pädagogische Wertigkeit zu priorisieren, klingt sehr löblich. Aber ob hier auch ein Geschäftsmodell dahinter steht? Denn letztendlich lebt Look Mommy! vermutlich von dem Mobile Affiliate Modell. So bestätigt auch Böttger bescheiden: “Ja, wenn jemand bei uns eine App entdeckt und kauft, gibt uns Apple einen kleinen Prozentsatz ab.” Look Mommy! ist daher sicher wirtschaftlich daran interessiert möglichst viele Apps bei sich aufzunehmen.

Hierbei dann immer die Qualität in Ehren zu halten, und nicht auf Quantität zu setzen, um die Umsatzchancen zu steigern, ist sicher eine Herausforderung, die aber in jedem Fall großen Respekt verdient hat. Dieses Unternehmen scheint sich sein Ziel, etwas für Eltern und Kinder tun zu wollen, wirklich zu Herzen zu nehmen. Das finden wir toll und wünschen viel Erfolg.

Kinder spielen mit der Look Mommy! iPad App
Quelle: Look Mommy!

Auf die Frage hin, was eine gute Kinder-App ausmacht, erhalten wir folgende Antwort von Magdalena Böttger, die selbst eine zweijährige Tochter hat: “Eine gute Kinder-App orientiert sich an den Fähigkeiten eines bestimmten Alters, ist ruhig und harmonisch gestaltet und vermittelt lebensnahe Lerninhalte.” Beachtet man dies, hat man also als App-Entwickler für Kinder-Anwendungen vermutlich eine gute Chance das Testing von Look Mommy! positiv zu durchlaufen.

Fast 30% der Eltern laden Apps für ihre Kinder

Spannend ist, dass es bei Look Mommy! Pädagogen gibt, die sich mit Kinder-Apps und Touch-Devices beschäftigen. Glauben diese denn wirklich, dass Kinder Touch Devices nutzen sollen?

Immer wieder wird schließlich kritisiert, dass der Umgang von Kindern mit Apps und Touch Devices nur eingeschränkt erlaubt werden sollte, da die Kinder sonst nur noch auf Bildschirme starren und ggf. Abhängigkeiten entwickeln und weniger sozial und kommunikativ im Umgang mit anderen Kindern erzogen werden könnten. Auch werden sie in jungen Jahren an den Besitz teuer Konsumgüter gewöhnt.

Touch Devices haben eine magische Anziehung auf Kinder
Quelle: Look Mommy!

“Viele Pädagogen, auch unsere, hätten am liebsten gar keine elektronischen Medien für Kinder unter drei,” erläutert Magdalena Böttger, verweist aber zugleich auf eine interessante Studie, welche Zahlen zum amerikanischen Nutzerverhalten von Kindern mit digitalen Medien aufgreift und die nackte Wahrheit in Zahlen liefert, die wir wohl kaum ignorieren können.

So haben heute bereits 52 % aller Kinder Zugriff auf mobile Endgeräte ihrer Eltern. Fast 30% der Eltern haben schon Apps für ihre Kinder heruntergeladen und 10% der Kinder spielen bereits innerhalb ihres ersten Lebensjahres auf  Touch Devices. Sind die Kinder zwischen 5-8 Jahren, benuten sogar über 50% die Touch Devices ihrer Eltern.

Mobile Media Use in the U.S.
Quelle: Common Sense Media

Somit ist das mobile Medium für Kinder wohl kaum noch wegzudenken.Wichtig ist eher die Auswahl und Menge: was genutzt wird und wie lange – also, wieviele Gesamtstunden ein Kind täglich mit digitalen Medien verbringt. Denn neben Mobile Devices gibt es schließlich noch den Fernseher, Videospiele und den Computer.

In puncto Abhängigkeit von Mobile Devices erzählt Magdalena Böttger von ihrer Tochter: “(Sie) liebt das iPad, wo dutzende Kinder-Apps drauf sind. Wenn ich nicht mitspiele, verliert sie spätestens nach einer halben Stunde das Interesse. In der Regel nehme ich es ihr aber vorher schon weg, was zu Protest führt, und natürlich zu noch gesteigertem Interesse an dem Gerät. Dadurch wird es für mich als Mama zum perfekten „Notfallspielzeug“, das immer ankommt, wenn wir unterwegs sind, oder im Wartezimmer, oder wenn zuhause ein wichtiger Anruf kommt.”

Interesssant. Touch Devices werden heute also gezielt als Notfallspielzeug eingesetzt. Wenn dann noch die richtige, pädagogich wertvolle App installiert wurde, kann Mama wohl endlich in Ruhe ein paar Minuten abschalten. Kein Wunder also, dass es eine Mutter ist, die mit Look Mommy! eine entsprechend getestete Kinder-App Sammlung auf den Markt bringt.

Mama und Tochter beim Spielen mit dem iPad
Quelle: Look Mommy!

 

 

 

 

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Lilian Güntsche

Lilian Güntsche

Lilian Güntsche, Dipl.-Medien-Oek., ist seit über 10 Jahren im Marketing- und Vertriebsumfeld der Digital- und Medienbranche, Schwerpunkt Mobile, aktiv. Nachdem sie in verschiedenen renommierten ITK- Unternehmen im In- und Ausland tätig war, ist sie 2011 mit Güntsche Concepts selbstständig. Hierbei unterstützt sie namenhafte Industriekunden und Digitalagenturen bei ihrer Mobile Strategie sowie im Bereich Kooperationsmarketing & digitales Account/Projekt Management. Lilian ist zudem Autorin, Sängerin und Sprecherin.

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