Open Innovation: Erfolgsstrategie oder Hype in der App-Entwicklung?

Wer regelmäßig Neuigkeiten aus dem Mobile Business verfolgt, wird des öfteren Artikel mit aktuellen Kennzahlen & Statistiken zu den verschiedenen App Portalen wie Apples App Store, Googles Play Store oder Windows Marketplace vorfinden. Dabei lauten die Fragestellungen meistens: Wer bietet die meisten Apps? Wie hat sich der Gesamtmarkt für Apps entwickelt? Wieviel Apps werden täglich heruntergeladen? Weniger wurde bisher hinterfragt, wie diese Flut an Apps über die letzten Jahre eigentlich zu erklären ist. Diese dreiteilige Artikelserie soll diesen Aspekt hinterfragen und beleuchten. Die dargestellten Erkenntnisse wurden im Rahmen einer wissenschaftlichen Abschlußarbeit gewonnen.

Am 6. März 2008 wurde der erste App Store für mobile Endgeräte von Apple eingeführt. Nur 16 Monate nach dem Launch waren für das iPhone bereits über 100.000 Apps verfügbar. Im Oktober diesen Jahres wurde die 700.000 Marke geknackt – mit weiterer Tendenz nach oben. Ein ähnliches Szenario spielt sich bei Googles Play Store ab – bei dem bis dato über 600.000 Apps zum Download bereit stehen. Wie sich die Anzahl der verfügbaren Apps bei Apple, Google, Nokia und BlackBerry zwischen 2009 und 2012 entwickelt  hat, ist in Abbildung 1 zu sehen.

Abbildung 1: Anzahl verfügbarer Apps von Technologieunternehmen

In der Abbildung wird deutlich, dass die langjährige Dominanz von Nokia und BlackBerry in der Mobilfunkindustrie an Gewicht verloren hat und sich ein Wandel von einer Hardware- zu einer Softwaregetriebenen Industrie vollzogen hat. Mobiltelefone haben sich durch die Durchdringung von Smartphones zu Software-Plattformen entwickelt, die die Nutzer nach ihren individuellen Bedürfnissen gestalten können.

Damit kommen wir zu der Ausgangsfrage dieses Artikels: Was steckt hinter dem Erfolg von Apple und Google und wie konnten Sie innerhalb kürzester Zeit Ihren Kunden eine so große Vielfalt an Apps anbieten? Ein Teil des Erfolgs ist auf  die Verwendung von Methoden zurückzuführen. Der Begriff wurde erstmalig von Henry Chesbrough eingeführt und entstand durch einen Wandel der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten großer  multinationaler Konzerne.

Während traditionelle Forschung in verschlossenen Laboren stattfindet, sind bei Open Innovation die Unternehmensgrenzen nach außen hin geöffnet. Im Kern bezieht sich Open Innovation auf die Integration externer Akteure (Kunden, Lieferanten, Partner, …) in den Innovationsprozess zur Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen.  Abbildung 2 zeigt noch mal grafisch den Unterschied zwischen Closed Innovation (traditionelle Forschung) und Open Innovation.

Abbildung 2: Closed vs Open Innovation
(Eigene Darstellung in Anlehnung an Chesbrough 2003 – The Era of Open Innovation)

Nun stellt sich die Frage, inwiefern Mobilfunkunternehmen von den Methoden des Open Innovation Gebrauch machen und für welchen Phasen des Innovationsprozesses diese Methoden genutzt wurden.  Auf diese Frage wird im zweiten Artikel unserer Serie näher eingegangen werden.

Ein verwandter Artikel mit dem Thema “Könnte Open Innovation mobile Services in fremden Branchen schneller verbreiten” war bereits hier erschienen.

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Manuel Jaeger

Manuel Jaeger

Manuel hat 2011 sein Masterstudium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen an der University of Cambridge mit Auszeichnung abgeschlossen. Für ihn ist die Zukunft das Mobile Internet. Aktuell arbeitet er an seinem eigenen Mobile Startup.

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