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Am 15. November 2012 Von In Mobile Commerce, Mobile Payment

Mobile Payment: Strichcode statt NFC?

Ankündigungen über Testbetriebe und Markteinführungen von mobilen Bezahllösungen kommen derzeit vorrangig von den Big-Playern wie Google, PayPal, Banken oder Kreditkartenfirmen. Aber auch kleine Start-Ups mischen im mPayment Markt mit. Eines dieser Start-Ups ist Secure Payment Technologies aus Österreich, die mit ihrer Secure Shopping App auf Bezahlen mittels Strichcode am Handy setzen.

Während der Großteil der mobilen Zahlungsanbieter eine Lösung über NFC sucht, geht das Unternehmen mit Sitz in Innsbruck in Tirol einen anderen Weg. Über eine kostenlose App (derzeit für iPhones und Smartphones mit Android Betriebssystem verfügbar) wird, nach Eingabe des persönlichen Sicherheits-PINs, ein einmal gültiger Strichcode am Smartphone angezeigt. Wird der Code von der Kassa im Geschäft gescannt, ist der Einkauf bezahlt.

Bezahlen im Hand(y)umdrehen

 

Customer Experience: Schnell, sicher, simpel?

Mit diesen Eigenschaften sollten mobile Bezahllösungen Kunden überzeugen. Aber hat die App zum Bezahlen das Zeug, alle drei „S“ zu erfüllen?

  • Bei genauerer Betrachtung von Secure Shopping zeigt sich jedenfalls auf Anhieb, die App ist schnell. Sobald die App nach der ersten Inbetriebnahme mit dem Girokonto verbunden ist, bedarf es im alltäglichen Gebrauch gerade einmal zwei Screens bis der Strichcode am Display bereit steht: Schritt 1 – Start der App, Schritt 2 – Eingabe des PINs und der Strichcode wird angezeigt. Der Scan an der Kassa dauert laut Hersteller dann nur noch wenige Millisekunden. Bei anderen Systemen, wie kürzlich der Praxistest bei McDonalds in Frankreich zeigte, bedarf es da pro Bezahlvorgang viel mehr Schritte, bis die Zahlung abgeschlossen ist.
  • Punkt 2, die Sicherheit. Der Erfinder Dr. Michael Suitner setzt hierbei auf das Prinzip „wo nichts ist, kann nichts gestohlen werden“. Laut eigenen Angaben überträgt die App lediglich eine anonymisierte ID, auf der App bzw. am Smartphone sind keine persönlichen Daten gespeichert. Gesichert ist die App mit einem frei wählbaren, vierstelligen PIN. In punkto Sicherheit ist die App somit für Kunden vergleichbar mit herkömmlichen EC-Karten.
  • Gerade für den Handel ist die Eigenschaft „simpel“ vorrangig. Durch das System des Strichcode-Scans müssen Händler in keine Empfangsgeräte, wie zum Beispiel bei NFC-Lösungen, investieren. Mit herkömmlichen CCD- und Image-Scannern kann der Strichcode gelesen werden. Zum Vergleich: In Deutschland und Österreich ist rund jede zweite Kasse mit einem Scanner dieser Typen ausgestattet. Die App selbst benötigt für den Einsatz im Handel nur ein Update der Kassensoftware.

 

Ausblick

Mit Blick auf die Zukunft will der österreichische Anbieter die App weiter wachsen lassen:

  1. Regionale Begrenzung: Seit September 2012 können Hypo Tirol Bank Kunden mit der Secure Shopping App bei der Tiroler Lebensmittelkette MPREIS bezahlen. Aber das soll sich bald ändern, im nächsten Jahr soll das System flächendeckend in Österreich angeboten werden.
  2. Mehrwert schaffen: In der aktuellen Version können Kunden mit der App „nur“ bezahlen. Zur Customer Centricity, also um einen wahren Mehrwert für den Kunden zu generieren, müsste die App allerdings ihr Potenzial voll ausschöpfen. Wenn Kundenkarten, Coupons und Rabattaktionen ebenfalls auf der App abgebildet werden, könnte das Bezahlen mit Strichcode den Mehrwert für den Kunden und damit dessen Akzeptanz zur mobilen Bezahlung erheblich erhöhen.
  3.  NFC: Wenn sich in Zukunft doch ein NFC-basierter Bezahlstandard durchsetzt, dann muss wohl auch Secure Shopping reagieren. Laut eigenen Angaben ist die App einfach um den NFC-Standard erweiterbar: futurezone.at. Vor 2017 rechnet CEO Dr. Michael Suitner allerdings nicht damit, dass sich Bezahlen mit NFC flächendeckend durchsetzen wird.

 

Die Autorin Katja Csukker ist Marketingspezialistin in Österreich mit langjähriger Erfahrung im Markt für innovative Bezahlverfahren.

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2 Antworten

  1. Wo liegen denn die Schwächen bei diesem System? Es muss doch einen Grund geben, dass Anbieter wie Netto (Stand-Alone-App) oder Paypal etc auf QR Codes setzen, die eine Umrüstung der Kassen voraussetzen.

    Lassen sich die Kassen leicht um einen Handscanner erweitern? Ich möchte mein Handy schließlich nicht über den Tisch ziehen lassen.

    Welche zusätzlichen Gebühren verlangt SecureShopping zusätzlich zu den Gebühren der EC Kartenanbieter??

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