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Am 14. November 2012 Von In Interviews, Start-ups

Die Zukunft ist Audio – 10 Fragen an Espen Systad, CEO von capsule.fm

Accelerators sind in den USA bereits ein wesentlicher Teil der Start-up Szene. Dort werden z.B. bei „Y-Combinator“ oder „TechStars“ junge Start-ups in einem 3-monatigen Programm „beschleunigt“. Neben Geld und einem Büro ist vor allem das Netzwerk von Mentoren und Venture Capitalists entscheidend für den Erfolg von Unternehmen wie Dropbox oder Airbnb, die ebenfalls in Accelerators gestartet sind.

In Europa ist dieses Konzept noch recht neu – mit Startup-bootcamp, gestartet in Kopenhagen, und nun weiteren Ablegern in Amsterdam, Haifa und Berlin kommt das Konzept des Accelerators im großen Stil nun auch nach Deutschland.

Beim Startup-bootcamp in Berlin bereiten sich derzeit 10 Start-ups auf den Demo-Day, die Präsentation vor potentiellen Investoren, im November vor. Stefan Behrendt, Mentor bei Startup-bootcamp hat mit einigen der Start-ups gesprochen. Den Anfang macht heute Espen Systad, CEO von Capsule.fm.

mz: Warum kommen zwei Norweger und eine Australierin ausgerechnet nach Berlin?

Berlin ist eine Stadt mit sehr vielen Möglichkeiten, vor allem für Start-ups. Es ist ein Ort der Offenheit und Gegensätze mit hoher Lebensqualität. Man kann ein ruhiges Familienleben führen, ein spannendes Start-up-Unternehmen gründen oder 24/7 Party machen. Es ist alles möglich.

mz: Was ist „capsule.fm“? – das klingt sehr spacig

Capsule.fm erstellt ein Audioerlebnis ihrer Lieblings-Inhalte, die sie bisher nur Online lesen konnten. Es sammelt die besten Inhalte aus ihren Social Media Feeds, aus E-Mail, von ihren Aktien, Nachrichten, Wetter etc. und mischt diese zu einem live-interaktiven Audio-Format zusammen. Das klingt sehr spacig – ist aber ein sehr reales, irdisches Erlebnis!

mz: Gibt es so etwas Ähnliches wie „Capsule.fm“ schon irgendwo? Wenn ja – was macht Euch einzigartig?

Der “Audio Space” wird ein immer wichtigeres Thema mit den Fortschritten im Bereich Text-to-Speech-Technologie und den Entwicklungen in der digitalen Musikindustrie sowie durch Dienste wie Siri. Es gibt ein paar andere Player im Bereich Audio, aber es ist uns nicht bekannt, dass jemand genau das tut , was Capsule.fm bietet. Es ist unsere einzigartige redaktionelle Engine, die uns besonders macht. Diese Engine filtert nur die für sie relevanten Inhalte, so dass ihr Hörerlebnis immer wieder interessant und überraschend ist.

mz: Seht Ihr Euch als Content-Player oder als Software-Unternehmen?

Wir haben die Möglichkeit, beides zu sein. Wir sehen uns primär als Content-Player, der verschiedenste Inhalte unter unserer eigenen Brand „Capsule.fm“ aggregiert, haben aber natürlich auch die Möglichkeit, unsere Software als White-Label-Lösung lizenzieren.

mz: Ist Eure Strategie “Mobile only” – oder spielt der PC auch (noch) eine Rolle?

Der PC spielt schon immer noch eine Rolle. Wir fangen aber zuerst mit dem iPhone und iOS an – einfach weil unser Produkt in erster Linie „mobil“ ist. Unser Ziel ist es, das Nutzerverhalten und die Nutzeranforderungen mit iOS zu testen und dann – ausgehend von den Ergebnissen – das Produkt zu verfeinern. Erst danach werden wir uns auf all die anderen Geräten zubewegen.

mz: Ist Sprache/Audio auf dem Smartphone unterrepräsentiert – und wenn ja warum?

Wir sehen große Möglichkeiten im Bereich von Audio, v.a. bei Sprache und glauben, dass es derzeit wirklich unterrepräsentiert ist. Die Menschen wollen immer mit ihrem Online-Leben verbunden sein – aber es gibt einfach Situationen, in denen es unmöglich ist, auf einem Bildschirm zu lesen oder Videos zu schauen. Zum Beispiel beim Pendeln Autofahren oder im Freien.

mz: Was ist bei Eurem Projekt die größte Herausforderung (Technik, Marketing, …)?

Unsere größte Herausforderung ist es, das Marketing von Capsule.fm so zu gestalten, dass den Menschen unsere Marke präsent ist und wir Teil des Tagesablaufs von möglichst vielen Nutzern werden. Natürlich ist auch die Aufbereitung und Qualitätssicherung des Content ein Thema; wir glauben aber, dass wir mit unserer einzigartigen Technologie hier schon sehr weit sind.

mz: Wie geht Ihr das Thema „Internationalisierung“ an?

Wir können theoretisch 30 Sprachen anbieten, werden aber erst mit Englisch starten und den Fokus auf Europa legen. Wir können dann – basierend auf diesen Erfahrungen – auf den internationalen Märkten skalieren.

mz: Als einziges Berliner Start-up seid Ihr für die Noah-Conference in London nominiert – was erwartet Ihr Euch davon?

Wir sind stolz darauf, Berlin im Seven Ventures Pitch zu repräsentieren. Wir hoffen, dass wir Kontakt mit einigen prominenten Investoren bekommen, sowie potenziellen Users unsere Idee bekannt machen können. Wir sind auf der Suche nach Beta-Testern, Medienpartnern und frühen Investoren sowie Talenten, um unser Team von der technischen und Business Development-Seite verstärken zu können.

Nachlese zur Noah-Conference
Capsule.fm hat beim Pitch-Day in London den dritten Platz errungen und sich damit 1 Mio. Euro Werbegelder von Pro7Sat1 gesichert. Dies wird sicher beim Thema Marketing weiterhelfen.

mz: Wo steht Capsule.fm in einem Jahr?
Wir möchten die Art und Weise verändern wie Menschen Informationen konsumieren – durch erfolgreiche und inspirierende Produkte und Services.

Wenn Ihr ein Teil davon werden wollt: Capsule.fm sucht Beta-Tester unter http://capsule.fm

Lieber Espen, vielen Dank für das Interview, wir wünschen Euch viel Erfolg für Capsule.fm

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Stefan Behrendt

Stefan Behrendt ist Managing-Partner des Beratungshauses DSP-Partners. Er arbeitet mit Telekommunikations-, Medien- & Softwareunternehmen an Projekten zu Strategie, Produktmanagement und Operations. Zuvor hatte er Management-Positionen bei der Deutschen Telekom, abaXX-Technology und Roland Berger inne und war Mitglied des Aufsichtsrats der Scout24-Gruppe, von Swoodoo und atrada Trading Network.

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