Mobile im deutschen Handel: Innovationsthema, aber nicht Top-Priorität

Top-Entscheider aus dem Handel waren am 6. / 7. November zu den EHI Technologie Tagen 2012 in Köln gekommen. Eine Rekordbesucherzahl von über 510 Teilnehmern hat sich Einblicke in die momentan wichtigsten Technologietrends im Handel verschafft.

Im sogenannten „Innovationsblock“ wurde dabei nur über „Mobile“ gesprochen:

  • Das Karlsruher Start-Up Reposito hat seinen digitalen Kassenzettel vorgestellt, der bereits bei der EURONICS Deutschland in einigen Filialen am Bodensee im Einsatz ist. Interessanter Mehrwert der App für den Kunden: über die digitale Speicherung des rechtsgültigen Bons hinaus, ist die Verlinkung auf die Gebrauchsanweisungen der gekauften Güter integriert. Und auch wenn EURONICS in seiner Kernzielgruppe eher Kunden im Alter von 35+ vorfindet, sucht das Handelsunternehmen gezielt die Erfahrungen mit innovativen mobilen Services, um somit die Entwicklungen im Kundenstamm faktenbasiert beobachten zu können.
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Der Moderator: Prof. Dr. Andreas Kaapke, Duale Hochschule Baden-Württemberg. Bildquelle: technologie-tage.com

  • Während Reposito bereits in der Realität angekommen ist, hat Dr. Michael Klein vom Institut für neue Medien Szenarien zur Erweiterung der Markenführung in real-virtuellen Räumen durch Augmented Reality vorgestellt. Kunden kommen bereits heute mit leistungsfähigen Smartphones und entsprechenden Erwartungen in die Geschäfte, allerdings sind die Mehrwert-Angebote mit Augmented Reality in den Retail Stores bislang noch sehr mager.
  • Wie man „aus jeder Werbefläche einen POS machen kann“ hat Andrea Anderheggen von Shopgate vorgestellt. Er kennt 101 Möglichkeiten, wie man QR-Codes einsetzen kann. Allerdings ist heute immer noch das größte Problem, dass QR-Codes zu oft auf kontextlose Webseiten führen, die nicht für Mobile optimiert sind. Das ist, als würde man „mit dem Hammer auf eine Schraube hauen. Zum Hammer gehört ein Nagel, damit es funktioniert“. Eines der QR-Code-POS von Shopgate ist bei OfficeWorld in der Schweiz zu finden: Hier wird das Produkt selber zum Shop, indem es die Nachbestellung der Tinte direkt via QR-Code auf dem Druckergerät ermöglicht.
  • Ein mobiles Coupon-Wallet stellte Patrick Setzer von bonusmagnet vor. In Deutschland werden jährlich 10 Mrd. Papiercoupons gedruckt. Die Anzahl der Kundenprogramme beläuft sich auf über 400. Die geringe Nutzung von Coupons und Kundenbindungsprogrammen erstaunt bei derartiger Überflutung nicht. Hier kann das Smartphone mit einem Coupon Wallet helfen. Und es ermöglicht natürlich die Lokalisierung von Deals bzw. Kunden in real-time.

Der Innovationsblock hatte sehr konkrete Praxisbeispiele aufgezeigt, überwiegend handelt es sich um innovative Services, die bereits die Alltagsrealität der Konsumenten verändern. Eine interessante Gegenperspektive lieferte allerdings die CIO-Podiumsdiskussion. Nach ihren Prioritäten für das kommende Jahr befragt, standen bei den IT-Leitern von PUMA, METRO, GLOBUS und MARKANT nicht die Mobile Trends im Vordergrund.

Kann man daraus schlussfolgern, dass „Mobile“ zwar die öffentliche Innovationsdiskussion im Handel dominiert, aber bis heute noch nicht unter den wirklichen Prioritäten auf Top-Entscheider-Ebene angekommen ist?

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Maike Strudthoff

Maike Strudthoff ist Future Analyst und Consultant mit Spezialisierung auf Mobile Services Innovationen. Sie hilft Unternehmen die Marktentwicklungen der Zukunft zu interpretieren und eigene Handlungsoptionen abzuleiten. In über 15 Jahren Berufserfahrung – vor allem in globalen Konzernen und einer führenden Managementberatung – hat Maike zahlreichen Innovationsprojekten und Customer Centricity Initiativen zum Erfolg verholfen. Heute zählen insbesondere führende Handelsunternehmen zu ihren Kunden. Mehr über Maike auf XING, ihrer Website oder per Mail maikestrudthoff[at]mobile-zeitgeist.com

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