SAP als Mobile Player?

Systemanalyse und Programmentwicklung – das bedeuten die drei Buchstaben des 1972 gegründeten deutschen Traditionsunternehmen SAP. Mit verbindet man normalweise nicht grade die Sperrspitze der Innovationskraft, sondern eher die typisch deutsche Zuverlässigkeit für die Unterstützung sämtlicher Unternehmensprozesse im Back-Office.

Aber SAP öffnet sich, verlässt den Desktop, wird mobil und hat ehrgeizige Ziele. Bis zum Jahr 2015, möchte SAP die Anzahl seiner App- und Cloud-Service Nutzer verdoppeln. Ziel ist es eine Vielzahl der Unternehmensanwendung zu reorganisieren und auf mobilen Endgeräten verfügbar zu machen.

Dazu hat SAP auch kräftig investiert und hat zuletzt zwei große Zukäufe getätigt – Sybase and Syclo. Darüber hinaus unterhält SAP einen Venture Capitalist Fond für mobile Startups in Höhe von 155 $ Millionen, die die notwendige Innovationskraft in den Konzern bringen sollen.

Möglicherweise ist es schlau von SAP auf den „Windows Phone 8 Zug“ aufzuspringen (SAP bietet kostenlose Windows 8 Entwickler Camps in den nächsten Monaten an). Sollte sich Windows Phone 8 auf mobilen Endgeräten durchsetzen, könnte meiner Ansicht nach besonders SAP davon profitieren.

Hohe Investitionssummen und ehrgeizige Pläne. Letztendlich ist SAP nicht Apple und aus einem Elefanten wird nicht plötzlich eine Gazelle. Ich stelle mir die Frage, ob es zum einen sinnvoll ist sämtliche Unternehmensanwendungen mobil verfügbar zu machen – wollen die Nutzer das überhaupt und sind überhaupt ausreichend Mehrwerte vorhanden? Für mich klingt die Strategie danach, dass mit viel Kapital einfach erst mal alles mobile gemacht wird und dann am Ende geschaut wird was dabei herauskommt. Irgendwas wird schon nützlich sein.

Zum anderen ist SAP jetzt nicht grade für seine benutzerfreundliche GUI bekannt. Das weiß jeder der schon ein SAP-Modul genutzt hat. Da bleibt es zu hoffen das SAP dies bei den mobilen Anwendungen besser glückt. Andernfalls kann SAP nur durch die Exklusivität der Schnittstellen zu seinem ERP System Punkten.

Was viele aber nicht Wissen, ist das SAP auch mobile Fan-Anwendungen für die NFL und NBA entwickelt hat. Vielleicht wird es also doch was.

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Tobias Brockmann

Tobias Brockmann

Tobias Brockmann ist Managing Director des Competence Centers Connected Organization an der Universität Münster. Er promoviert im Bereich Mobile Enterprise und Social Software und ist als Dozent und Berater für die Themen Social Media und Mobile Services tätig.

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1 Kommentar

  • Sehr geehrter Herr Brockmann,

    vielen Dank für Ihren Beitrag über unsere Strategie im Bereich Enterprise Mobility.

    Diejenigen, die Smart-Devices im privaten Bereich nutzen, haben längst erkannt und entschieden, wie sie arbeiten wollen und übertragen diesen Anspruch auch auf Ihr berufliches Umfeld. Im Unternehmenskontext ist für eine nachhaltige mobile Lösungs-Architektur freilich sehr viel mehr zu tun als im Consumer-Bereich. Die SAP Mobile Platform bietet hier die gewohnte Skalierbarkeit, Flexibilität und Investitionssicherheit auch für diesen sehr dynamischen Bereich an.

    Mit „Mobile is the new Desktop“ haben wir eine klare Devise ausgegeben und treiben Innovationen in Technologien und Software-Lösungen voran, die Unternehmen wesentlich besser ermöglichen ihr Geschäft zu betreiben. Dies beschränkt sich längst nicht mehr auf die betriebswirtschaftlichen Kernprozesse.

    Dabei raten wir unseren Kunden stets die Unternehmensanwendungen sinnvoll zu mobilisieren Ausgangspunkt für viele Unternehmen sind beispielsweise Genehmigungsprozesse für Urlaub oder Reisekostenerfassung. Mobile IT bedeutet Unterstützung nahe an den Prozessen mobiler Mitarbeiter. Und hier können tatsächlich erhebliche Effizienz-Potenziale gehoben werden.

    Ich teile Ihre Ansicht, dass mobile Applikationen benutzerfreundlich und selbsterklärend sein müssen. Folgendes Praxisbeispiel zeigt, wie Apps den Arbeitsalltag von Mitarbeitern vereinfachen, eine Demo-Version ist im Apple iTunes Store, im Google Play Store oder auch in unserem SAP Store verfügbar:

    Die App SAP Electronic Medical Record bietet Klinikärzten und Pflegepersonal die Möglichkeit über Tablet-PCs und Smartphones schnell und unkompliziert auf Patientendaten zugreifen, um so ihre Entscheidungsfindung und Zusammenarbeit zu verbessern: Der Arzt hat stets aktuelle Daten vorliegen und kann beispielsweise direkt am Krankenbett zusammen mit dem Patienten den Befund auf einem Röntgenbild erklären. Die Lösung ermöglicht durch native Verfügbarkeit auf den führenden mobilen Betriebssystemen eine Multi-Device-Plattform-Strategie und die Anbindung an beliebige (Non-SAP) Krankenhausinformationssysteme (KIS) und medizinische Speziallösungen – dabei werden keine Daten lokal auf den Endgeräten gespeichert und sämtliche Datenschutzrichtlinien eingehalten. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.sap.com/germany/pc/tech/mobile.html

    Insofern würde ich in der Überschrift Ihres Beitrags das Fragezeichen durch ein Ausrufezeichen ersetzen: SAP als Mobile Player!

    Freundliche Grüßen,

    Gero Lurz,

    Disclaimer: Ich bin Angesteller der SAP.

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