Marco Alfter

Am 12. Juli 2012 Von In Interviews, Marken, Mobile Learning, Mobile Marketing, Nutzerverhalten

Interview: “Mit Touch Devices umzugehen, ist einfach interessanter für Kinder.”

In unserem dritten und letzten Teil (Teil 1, Teil 2) des Interviews mit der Kindermarke Haribo sprechen wir mit Marco Alfter, Leiter Unternehmenskommunikation bei Haribo, über das Thema Mobile Learning und den möglichen Einsatz von Touch Devices in Bildungszweigen. Auch haben wir Haribo gefragt, wie sie zum Thema Sponsoring in Schulen stehen und konnten das Interesse an einem möglichen Feldversuch wecken.

Dritter Teil des Interviews mit Marco Alfter, Leiter Unternehmenskommunikation, bei der Haribo GmbH & Co. KG:

1. Denken Sie, dass sich der Einsatz von Touch basierten Devices, wie z.B. iPads in Schulen, anbieten würde? Wenn ja, wie und in welchem Rahmen? 

Sicher irgendwann. Es gibt bereits einige Pilotprojekte für den Einsatz in Schulen. Es gibt auch schon virtuelle Tafeln („school panel“), die entwickelt worden für Schulen. Die Bedienung ist hier wie ein riesiges iPad. Sobald es kostengünstige Tablets für Schulen gibt, werden diese sicherlich eingeführt.

2. Denken Sie, dass sich das Lernverhalten von Kindern in der modernen, digitalen Welt verändert hat / verändern wird? Wie könnten Marken wie Sie hierzu beitragen? Wie positioniert sich HARIBO bzw. inkludiert dies in die Unternehmensausrichtung/kommunikation? 

1997/1998 waren wir eine der ersten Kindermarken, die überhaupt online waren. Und 2009 eine der ersten Kindermarken, die eine eigene App hatte.

Das Lernverhalten hat sich auf jeden Fall verändert. Mit Touch Devices umzugehen, ist einfach interessanter für Kinder.

Quelle: engadget

Haribo darf diese Trends nicht verschlafen. Allein TV Werbung reicht nicht mehr. Viele jugendliche haben heutzutage zeitgleich zum TV ihr Smartphone oder Tablet im Einsatz. Läuft ein Werbespot im TV, können zeitgleich über die Haribo App Goldbären bestellt werden. Das ist zeitgemäß.

3. Würden Sie generell weitere Schritte im Bereich “Touchbasiertes Nutzungsverhalten von Kindern / Mobile Learning / Mobile Usage von Kindern” unterstützen (Studien, Umfragen, Feldversuche…?) Wenn ja, was wäre für Sie interessant?  

Haribo speichert keine Daten. Umfragen werden nicht gemacht.

Wir haben lediglich einen Fanpool auf der Homepage, die unterstützen möchten. Ansonsten arbeiten wir mit einem befreundeten Kindergarten. Und wir sind ein Familienbetrieb und haben daher auch viele Kinder in unserem Bekannten- und Mitarbeiterkreis.

Generell wäre jedoch ein Feldversuch mit Kindern sehr interessant. Dies wäre zum Beispiel denkbar im Rahmen der Haribo Truck-Tour (immer von April – Oktober).

4. Wie gehen Sie als Kindermarke damit um, dass in Deutschland teilweise gerne „böse Absicht“ („Stichwort Sponsoring“) unterstellt wird, selbst wenn ein Unternehmen nützliche Dinge anbietet? (Hintergrund: In den Schulen Deutschlands dürfen sich Unternehmen aus diesem Grund teilweise nicht engagieren.) Wie sieht Haribo diese gesellschaftliche Haltung? Ist das aus Ihrer Sicht in Ordnung oder sollte sich hier etwas ändern?

Haribo hält sich generell von Schulen fern. Wir wollen nicht in die Schule rein und da Werbung machen.

Haribo ist hier sehr vorsichtig. Wir sind auch enttäuscht, wenn Medien, wo man wirklich helfen möchte, das Engagement schlecht machen.

Wir arbeiten eher mit unserer Dr.Hans Riegel Stiftung, die sich der schulischen und beruflichen Ausbildung von Kindern widmet.

Sponsorings und Tombolas werden unterstützt, aber eben mit genauer Selektion und Vorsicht.

Wir haben auch bewusst keine kostenpflichtige App im Markt: Bei Unzufriedenheit kann die App sofort ohne Verlust gelöscht werden. Wir sind uns auch bewusst, dass wir nicht zu werblich sein dürfen. Höchstens im Rahmen unseres Jubiläums „90 Jahre Goldbären“ werden wir ein paar Anlehnungen im Fotobereich integrieren. So sind beispielsweise schwarz-weiß Fotos und die Darstellung des alten Key Visuals visuell angedacht.

Der Goldbär soll ein treuer Freund und Begleiter sein. Auch auf dem Smartphone.

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Lilian Güntsche

Lilian Güntsche, Dipl.-Medien-Oek., ist seit über 10 Jahren im Marketing- und Vertriebsumfeld der Digital- und Medienbranche, Schwerpunkt Mobile, aktiv. Nachdem sie in verschiedenen renommierten ITK- Unternehmen im In- und Ausland tätig war, ist sie 2011 mit Güntsche Concepts selbstständig. Hierbei unterstützt sie namenhafte Industriekunden und Digitalagenturen bei ihrer Mobile Strategie sowie im Bereich Kooperationsmarketing & digitales Account/Projekt Management. Lilian ist zudem Autorin, Sängerin und Sprecherin.

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