Marco Alfter

Am 27. Juni 2012 Von In Devices, Interviews, Marken, Mobile Marketing, Nutzerverhalten

Interview: “Es kann durchaus sein, dass du Dein Smartphone ‘anders’ zurück bekommst, als du es ‘ausgeliefert’ hast.”

Wie ich im Rahmen unseres Einführungsartikels zum Thema „Kinder, Apps & Touch Devices“ bekannt gegeben habe, werden wir auch Industrieteilnehmer zu ihren bereits veröffentlichen Kinder-Apps befragen – mit dem Ziel erste Erfahrungswerte und Richtlinien für Kinder-Apps abzuleiten.

Unser erstes Interview haben wir mit Marco Alfter, Leiter Unternehmenskommunikation und Pressesprecher bei der beliebten Kindermarke Haribo, geführt. Haribo ist seit 2009 im Bereich „Mobile Apps “ aktiv und hat gerade erst ihre dritte und aktuellste Anwendung für das iPhone veröffentlicht. Diese haben wir uns angesehen, Haribo hierzu befragt und einige sehr interessante Antworten erhalten, die wir euch nicht vorenthalten möchten.

Wir haben uns daher dazu entschlossen, das gesamte Interview in mehreren Teilen zu veröffentlichen. Teil 1 also nun hier schon mal für euch. Der zweite und dritte Teil des Interviews folgen dann in Kürze. Viel Spaß dabei!

1. Wie kommen Kinder aus Ihrer Sicht mit Touch Devices zurecht (z.B. iPhone, iPad)?

Wenn man heute einem Kind ein Smartphone in die Hand gibt, ist das alles sehr intuitiv und die Kinder verstehen die Touch Devices sofort. Sie streichen über das Display, die Gestentechnik ist bereits verankert.

Kinder lernen es aus der Werbung und von den Erwachsenen. Sie wachsen damit auf. Das „Plastikzahlen einer alten Handy-Tastatur drücken“ ist nicht mehr modern und wird auch von Kindern nicht als „cool“ betrachtet.

2. Haben Sie hier bereits persönliche Beobachtungen gemacht oder Beispiele, an die Sie sich erinnern, wie Kinder hier interagieren?

Die Richtung der Entwicklung ist klar vorgegeben. Wenn Eltern mit ihren Kindern im Restaurant essen gehen, beobachtet man oft, dass Kinder mit den Smartphones ihrer Eltern spielen. Die Eltern können sich entspannt unterhalten und das Kind ist glücklich und ebenfalls unterhalten, wenn es mit einer App spielen kann.

3. Ist es nicht riskant sein Smartphone einfach dem Kind in die Hand zu geben? Kann es nicht sein, dass das Kind versehentlich Daten löscht?

Das ist ein Risiko, definitiv. Datenlöschung auf dem Smartphone durch das Kind ist sicher keine Seltenheit. Es kann durchaus sein, dass du Dein Smartphone „anders“ zurück bekommst, als du es „ausgeliefert“ hast.

Das Spielen mit Touch Devices liegt in der Verantwortung der Eltern. Ein möglicher Lösungsansatz jedoch wäre ein Kinderprofil, das auswählbar und konfigurierbar ist. Ähnlich dem „Flugmodus“ sollte es einen „Kindermodus“ geben. Das wäre eine sehr sinnvolle und nützliche Einführung.

4. Gab es von Haribo – als sehr beliebte Kindermarke – hier bereits Analysen oder erste Erfahrungswerte zum Thema Mobile Usage von Kindern?

In unserer ersten App haben wir gesehen, dass Kinder sich länger damit beschäftigen, wenn es einen Anreiz oder etwas zum Entdecken gibt. Die erste App war ein virtueller Goldbären Beutel, den man öffnen und den Beutelinhalt virtuell in den Mund kippen kann – durch das Drehen des Smartphones. Die Kinder haben sofort verstanden, wie es funktioniert.

Wir haben dann noch einen High Score eingebaut, so dass Kinder gegeneinander spielen können, wer den Goldbären Beutel schneller leeren kann. Kinder beschäftigen sich viel länger mit einer App als es Erwachsene tun würden und freuen sich, Dinge zu entdecken. Generell begeistert es Kinder ihre beliebten Kindermarken auch virtuell auf einem Touch Screen zu erleben. Das ist spannend für sie, weil es neu ist.

Was wir bisher generell festgestellt haben bei unseren Apps ist, dass intuitive Bedienbarkeit sehr wichtig ist bei Kindern: Das Berühren und selbst entdecken. Die App muss komplett über Selbsterfahrung und eigene Erforschung funktionieren. Es sollte keine Bedienungsanleitung erforderlich sein, um sie zu verstehen.

Nachtrag (Lilian Güntsche):

Kein schlechter Einfall, den Haribo da hatte mit der Einführung eines Kindermodus, oder? Hier mal ein erstes Ideen-Scribble. Was meint ihr? Wir werden das mal mit den Endgeräteherstellern besprechen und freuen uns ebenfalls sehr auf euer Feedback hierzu.

 

Tags : , , , ,

In unseren kostenfreien Newsletter eintragen

Lilian Güntsche

Lilian Güntsche, Dipl.-Medien-Oek., ist seit über 10 Jahren im Marketing- und Vertriebsumfeld der Digital- und Medienbranche, Schwerpunkt Mobile, aktiv. Nachdem sie in verschiedenen renommierten ITK- Unternehmen im In- und Ausland tätig war, ist sie 2011 mit Güntsche Concepts selbstständig. Hierbei unterstützt sie namenhafte Industriekunden und Digitalagenturen bei ihrer Mobile Strategie sowie im Bereich Kooperationsmarketing & digitales Account/Projekt Management. Lilian ist zudem Autorin, Sängerin und Sprecherin.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *