Interview: Freshta Khairi von DocCheck zur Online Studie ‘Mobile Endgeräte und Apps’

DocCheck ist mit mehr als 840.000 Mitgliedern die größte Internet-Community für Healthcare Professionals in Europa und hat von Dezember 2011 bis Ende Januar 2012 eine Online-Befragung mit insgesamt 638 Personen aus medizinischen Fachkreisen durchgeführt. Unsere Autorin Sabine Koppe hat Freshta Khairi, bei DocCheck als Managerin Mobile Applications tätig, gebeten, uns ein paar Fragen zu beantworten.

Welche Rolle spielen mobile Endgeräte im beruflichen und privaten Alltag der Healthcare–Professionals und wer ist dabei Early Adopter, wer eher Skeptiker?

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„Hauptsache mobil“, das lässt sich im medizinischen Bereich genauso wie in anderen Bereichen beobachten. Auch hier sind Tablets und Smartphones auf dem Vormarsch. Dabei sind es vor allem iPad & Co., die bei Ärzten und Co. gut ankommen – europaweit besitzen schon 26 Prozent aller online-aktiven Ärzte ein Tablet. Unsere Befragung mit insgesamt 638 Personen aus medizinischen Fachkreisen hat ergeben, dass drei Viertel aller Teilnehmer bereits über ein mobiles Endgerät verfügen. Dazu gehören neben Tablets auch Smartphones und verschiedene eReader.

Die Verbreitung unter Apothekern, Heilpraktikern und PTAs/MTAs scheint derzeit noch am niedrigsten zu sein. Aber immerhin: Von denen, die noch kein mobiles Endgerät haben, planen 25%, demnächst eines zu kaufen. Vor allem Smartphones und eBook-Reader sind hier von Interesse, unter Studenten spielen auch Tablet PCs eine Rolle. Allerdings muss diese Gruppe häufig aus finanziellen Gründen noch auf schicke neue Technik verzichten.

Wie nutzen die Healthcare-Professionals mobile Endgeräte und Apps?

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Apps rocken den Gesundheitsmarkt: Ein kleiner Preis bei großem Leistungsumfang machen die Programme zum hilfreichen Wegbegleiter, nicht zuletzt am Arbeitsplatz. Viele der verfügbaren Apps erleichtern das Medizinerleben. Das äußert sich auch in unseren Zahlen: 61 Prozent der Befragten gaben an, Healthcare-Apps zu nutzen.

Neben Apps sind auch eBooks auf dem Vormarsch. Kleiner, leichter, schneller – die Vorteile von eBooks im Vergleich zum herkömmlichen Buch liegen dabei auf der Hand. Auch im Healthcare-Sektor sind eBooks schon längst angekommen. Hier bilden eBooks oft die elektronische Variante bekannter medizinischer Publikationen, wie etwa des Standardwerks „Arzneiverordnungen“ oder des nicht nur bei Medizinstudenten beliebten Lehrbuchs „Herold Innere Medizin“. Da diese Werke meist ziemlich umfangreich und entsprechend sperrig sind, hat die elektronische Variante auch hier eindeutig die Argumente auf ihrer Seite, vor allem wenn es um den Alltagseinsatz geht.

Das sehen auch die Healthcare-Professionals so: Knapp die Hälfte aller befragten Ärzte nutzt bereits eBooks. Beim Bekanntheitsgrad sind dagegen die Apotheker ganz weit vorne: In der Befragung gaben volle 100 Prozent der Apotheker an, eBooks zu kennen, während dies im Durchschnitt bei 96 Prozent der Befragten der Fall war. Die Hälfte der eBook-Reader-Besitzer nutzt ihr Endgerät täglich oder zumindest wöchentlich. Tablets werden hingegen häufiger genutzt.

Ob Smartphones, Tablets oder eReader: Insgesamt sind Arzt, Apotheker und Co. gut ausgestattet. Bei den bevorzugten Marken zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab: Hier besitzen die Hersteller Apple und Samsung den größten Anteil. Zum Lesen von eBooks setzen die Mediziner am liebsten ihre Tablets ein.


Warum nutzen Healthcare-Professionals Endgeräte/Apps und was sind wichtige Anwendungsbereiche?

Bei der Frage nach den genutzten Apps zeigt sich ein sehr heterogenes Bild. Die jeweiligen Berufsgruppen haben ihre Favoriten – Medizinstudenten etwa gaben in der Befragung an, bei medizinischen Apps vor allem Lernhilfen wie „Mediscript“ für die Prüfungsvorbereitung zu nutzen. Für Ärzte sind facharztspezifische Apps und medizinische Kalkulationsprogramme/Formelrechner von größerer Bedeutung.

Was waren für Sie die überraschendsten Ergebnisse der Studie?

Überrascht hat uns die Nutzung und Verbreitung von medizinischen Apps beim Pflegepersonal. Schon drei Viertel der Befragten nutzen medizinische Apps. Auch die Qualität der genutzten Apps scheint den Ansprüchen der Mediziner zu genügen. Über die Hälfte der Befragten würde die genutzten Apps auch weiterempfehlen. Im Durchschnitt nannten nur 10 Prozent der Teilnehmer Apps, die sie überhaupt nicht weiterempfehlen würden.

Was lässt sich aus den Studienergebnisse für die Zukunft ableiten?

Healthcare-Professionals sind für die mobile Zukunft gut gerüstet. Mobile Information löst nach und nach die traditionellen Wege ab, auf denen sich Menschen Informationen beschaffen und austauschen. Dieser Trend macht auch vor dem Healthcare-Sektor nicht Halt. Wer bis heute befürchtet hat, die Mediziner, Hilfs- und Pflegekräfte wären noch zu wenig auf das Thema vorbereitet, kann spätestens jetzt beruhigt sein.

Wie die Ergebnisse der Befragung gezeigt haben, sind die verschiedenen Berufsgruppen schon zum Großteil mobil und informiert über die verschiedenen Möglichkeiten von Apps und eBooks. Daraus ergeben sich auch Ansätze für die Behandlungs- und Pflegemöglichkeiten in der Zukunft: Die Bündelung großer Mengen an schnell abrufbarer, gezielt suchbarer Information auf einem Gerät ermöglicht eine noch effektivere Nutzung der ohnehin schon rar gesäten Informationszeit in Studium, Ausbildung und Praxis. Das kommt schließlich auch dem Patienten zugute. Die Herausforderung besteht nun darin, die derzeit verfügbaren Angebote auch entsprechend anzupassen und dabei kontinuierlich zu erweitern.

Hier kann man die Kurzfassung der Studie kostenfrei herunter laden.

Über DocCheck Medical Services

DocCheck ist mit mehr als 840.000 Mitgliedern die größte Internet-Community für Healthcare Professionals in Europa. Im Gesundheitsmarkt verfügt DocCheck damit über eine überdurchschnittlich hohe Reichweite: Nahezu jeder zweite Arzt oder Apotheker in Deutschland ist DocCheck-Mitglied. DocCheck bietet seinen Mitgliedern vielfältige Informationsangebote und Services rund um das Thema Healthcare. Darüber hinaus erhalten die Nutzer über den DocCheck-Login Zugang zu Medizin-Websites und Apps, die nur für Fachkreise bestimmt sind.

Freshta Khairi ist bei DocCheck als Managerin Mobile Applications tätig und beschäftigt sich mit dem Thema Entwicklung und Vermarktung mobiler Services wie Mobile Pages, Apps, eBooks.

Über die Autorin: Sabine Koppe arbeitet als Trend & Strategie Beraterin in Berlin. Seit 2007 berät sie globale Marken, zunächst als Consultant beim Hamburger Trendbüro und seit 2011 als Freelancerin. Sabine Koppe unterstützt Unternehmen dabei, Business Opportunities zu entdecken und diese in kreative Konzepte, zukunftsfähige Strategien und innovative Erfahrungen für Marken, Kommunikation und Produkte zu übersetzen. Ihr Themenfokus liegt auf den Bereichen Health, Food & Beverages, Sustainability, Urban Living, Communication, Retail, Digital Lifestyle und Innovation.

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