Bis 2010 war in Deutschland die beliebteste Online-Zahlungsmethode die Überweisung. Dann hat sich PapPal auf den vordersten Platz geschoben. Auch über die Grenzen hinweg gesehen, ist laut Forrester Research PayPal nach den Debit-bzw. Kreditkarten das einzige online Zahlungsmittel, das nicht nur einen Nischenmarkt bedient.
Wenn also eCommerce die Landschaft der Zahlungsmittelanbieter nicht nachhaltig verändert hat, könnte das Mobiltelefon hier mehr tun? Benjamin Ensor von Forrester sagt: „Mobile is clearly the big prize“. Auf jeden Fall steht der Markt des Zahlungsverkehrs vor einer der größten Umbruchphasen. „The future of payments“ wurde kürzlich von der britischen Zeitung „The Times“ veröffentlicht. Eine ausgiebige Analyse zum Thema, die auch der Frage nachspürt, wie das Mobiltelefon die Zahlungsgewohnheiten verändern wird.
Ein Statement, welches sich darin mehrfach wieder findet: Der Erfolg mobiler Zahlungen wird von zwei Dingen abhängen: der wahrgenommenen Sicherheit und der Einfachheit in der Benutzung. Legt man zur Bezahlung einer Dose Cola einen Euro auf den Tisch, dann kann bisher keine Kartenzahlung diesen Vorgang schneller abwickeln. Mit einer kontaktlosen Karte oder dem Handy aber, lassen sich noch einige Sekunden sparen. Barclaycard z. B. hat beobachtet, dass Kunden nach einigen ersten Einsätzen ihrer kontaktlosen Karte, nicht wieder davon ablassen – die Karte macht „sozusagen süchtig“. Die neue Geste erscheint dem Kunden schnell ganz natürlich.
Die Einfachheit des Vorgangs wird aber womöglich noch nicht ausreichen, um die Plastikkarte zu ersetzen und ins Handy wandern zu lassen. Hier kommen zusätzliche Services mit Mehrwert für den Kunden ins Spiel. Z. B. könnte man den Kassenbon gleich mit abspeichern, um am Ende des Monats schnell die Kreditkartenrechnung zu prüfen. Oder seine Spesenabrechnung vereinfachen. PayPal schlägt sogar vor, das tatsächliche Zahlungsmittel erst nach dem Einkauf zu wählen. So könnte der Kunde Tage später entscheiden, den Betrag doch lieber von der Kreditkarte anstatt vom Girokonto abbuchen zu lassen.
Damit all dies auch reibungslos für den Kunden funktionieren kann, müssen genügend Händler diese Zahlungsmethoden akzeptieren, genügend Anbieter solche Karten bzw. Zahlungsservices an den Kunden bringen, die wiederrum auch noch über die entsprechenden Smartphones verfügen müssen. Und damit wären wir an dem Punkt, der die Markteinführung deutlich verlangsamt: Branchenübergreifende Zusammenarbeit. Und insbesondere die Verknüpfung zweier Arten von Expertise: Menschen, die die Zahlungsprozesse gut kennen und Menschen, die gelernt haben, eine reibungslose Customer Experience zu gestalten. Sicherheitsaspekte, vertrauensvolle Nutzung von Kundendaten mit unkomplizierten Abläufen und personalisierten Angeboten unter einen Hut zu bringen, um den Nutzer zu überzeugen. Das ist die Herausforderung dieser Tage.
PayPal hat bis jetzt unter Beweis gestellt, dass die Bedürfnisse des Kunden im Zentrum seiner Überlegungen stehen und damit einen Vorsprung im mpayments Markt. Es bleibt spannend, wie andere Anbieter dieses Thema weiter vorantreiben werden.
Das 20-seitige Dossier „The Future of Payements“ der Times, verfasst von Raconteur Media, steht zum Download zur Verfügung.


















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