2011 11,8 Millionen Smartphones in Deutschland verkauft

Der Bitkom hat aktuelle Zahlen zum Smartphone-Absatz in Deutschland veröffentlicht. Danach wurden in 2011 11,8 Millionen Smartphones verkauft, 31 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit entfallen bereits 43 Prozent aller Verkäufe von Mobiltelefonen auf Smartphones.

Ich gebe zu, dass es mich mit Genugtuung erfüllt, dass die Prognose des Bitkom für 2011 von etwas über 10 Millionen Smartphones so deutlich übertroffen wurde. Immer, wenn ich in meinen Vorträgen die 10 Millionen für 2011 mit Bezug auf den Bitkom erwähnt habe, aber gleichzeitig gesagt habe, dass es nach meinem Dafürhalten erheblich mehr sein werden, schaute ich in staunende und ungläubige Gesichter. In diesem Fall habe ich gern Recht gehabt.

Spannend an den Zahlen des Bitkom finde ich, dass sich auch die Zahlen der Vorjahre so massiv verändern. Da sind sogar noch die Absatzzahlen aus dem Jahr 2009 gestiegen, ganz zu schweigen von den Zahlen aus 2010. Geringe Abweichungen sind ja absolut normal, zumal es eben Schätzungen sind und man zu einem späteren Zeitpunkt auf validere Daten zugreifen kann.

Doch wenn man den Umsatz in Deutschland für 2010 auf 1,6 Mrd. Euro schätzt und ein Jahr später dann sagt, es seien doch eher 3,6 Mrd., reibt der geneigte Betrachter sich doch ein wenig die Augen. 225 Prozent mehr? Wie verlässlich sind diese Prognosen noch? Bis jetzt hatte ich den Bitkom immer als recht treffsicher empfunden, im Gegensatz zu so manch anderem Analysten. Muss ich meine Meinung revidieren?

Zum Vergleich einmal die gleiche Grafik aus dem November 2010.

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Heike Scholz

Heike Scholz

Heike Scholz ist Gründerin von mobile zeitgeist, Autorin, gefragte Rednerin, Dozentin und Workshop-Leiterin. Mehr auf ihren Webseiten oder auf XING

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3 Kommentare

  • M Shahd

    Danke für diese Analyse. Anbei unser Statement zur Einordnung:

    Bei den Daten für 2011 handelte es sich um Schätzungen, die wir nun
    aktualisiert haben. Diese Zahlen sollten die tatsächliche Entwicklung gut
    abbilden, auch wenn es sich zum Teil, d.h. für das 4. Quartal, um eine Prognose
    handelt. Die zahlreichen Vertriebswege (online/offline) und die
    Handy-Subventionen der Netzbetreiber machen die Datenerhebung in diesem Segment
    besonders schwer. Vor diesem Hintergrund kommt es auch immer wieder zu
    nachträglichen Anpassungen von Daten, sollten die Marktforscher zu neuen
    Erkenntnissen kommen. Im konkreten Fall sind die Durchschnittspreise für
    Smartphones nachträglich nach oben korrigiert worden, wodurch sich höhere
    Umsätze ergeben haben.  

    Maurice Shahd, BITKOM-Pressesprecher

    • Ich stelle mir das also so vor: Ende 2010 sitzen die Marktforscher des BVDW zusammen und überlegen, wie hoch wohl der Durchschnittspreis eines Smartphones in 2011 sein wird. Immerhin gibt es Smartphones zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Jahre, die Preisentwicklung ist sichtbar und auch von vielen Analysten ausreichend beschrieben und prognostiziert. Die BVDW-Martforscher entschließen sich – sagen wir mal – 200 Euro als Preis anzunehmen. Auf dieser Basis wird die Prognose des Umsatzes in 2011 vorgenommen.
      Die Stückzahlen sollten ja über die Hersteller und Telkos, die sicherlich alle Mitglieder im BVDW sind, ziemlich genau heraus zu finden sein. Die über 200%ige Abweichung nach einem Jahr müsste also zum größten Teil zu Lasten des Preises gehen. Das heißt, dass nach zwölf Monaten ganz überraschend fest gestellt wird, dass der Durchschnittspreis nicht 200 Euro war sondern 400 Euro. Das konnte ja nun wirklich niemand ahnen. ;)

      Ich weiß nicht, Herr Shahd…Ihre Erklärung ist für eine so große Abweichung nicht wirklich ausreichend, finden Sie nicht?

    • Oliver

      Mich würde ein Statement von Herrn Shahd zu den verfälschten Säulendiagrammen interessieren. Als Beispiel das erste Diagramm, “Smartphone-Absatz steigt rasant”, links die Stückzahlen. Der Balken für 2011 ist 1,5x so lang wie der für 2009, meint: Steigerung von 50 % zwischen 2009 und 2011. Die angegebenen Zahlenwerte sind aber von 5,7 auf 11,8 und damit auf etwas über das doppelte gestiegen, Steigerung 100 %.

      Balken sagen: +50 %,
      Zahlen sagen: +100 % Absatzsteigerung 2009 auf 2011.

      Müßig zu erwähnen, dass die Säulen für den Umsatz genauso falsch sind. 

      Hat der Bitkom Probleme mit den Grundrechenarten oder soll irgendeine Botschaft optisch verschleiert werden?

      Oliver, Lineal-auf-den-Bildschirm-Leger

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