In den letzen Wochen gab es kaum einen Tag, an dem Google nicht mit negativen Nachrichten über Datenschutz in der Presse vertreten war. Angefangen mit einer generellen Diskussion über StreetView in Deutschland, steigerte sich die Diskussion über Googles Datenschutz immer weiter. Es könnte fast der Eindruck entstehen, dass StreetView für Google die „Killer-App“ im negativen Sinne werden könnte. Selbst die von facebook schon fest gebuchte goldene Himbeere des Datenschutzes wurde an Google weitergereicht.
Parallel zu den Datenschutzgesprächen gab es in der letzten Woche auch positive Nachrichten für Google. Nach Gartner ist der Anteil von Android Geräten auf dem weltweiten Markt für Smartphones vom ersten Quartal 2009 zum ersten Quartal dieses Jahres um 600% gestiegen, Windows Mobile wurde überholt und mit knapp 10% konnte fast zu Apple mit gut 15% aufgeschlossen werden. Auf dem amerikanischen Markt wurde Apple sogar überholt mit der gleichen Tendenz für den weltweiten Markt. Also, alles perfekt für eine glorreiche Zukunft von Android?
Apple als Konkurrent hat es Android bisher aber auch sehr einfach gemacht. Mit ihrer Strategie eines geschlossenen Systems waren sie zwar der Heilsbringer für die Musikindustrie (und bald evtl. auch der Verlage?), viele Programmierer wollten sich aber nicht mehr darauf einlassen, dass Apple den Daumen darauf hat, welcher Content auf welcher Weise und unter welchen Bedingungen auf das Smartphone kommt. Dieses Comic stellt auf illustre Art und Weise da, was Programmierer denken. Selbst bekannte und ehemals begeisterte iPhone Entwickler wenden sich von Apples Smartphone und Strategie ab und propagieren öffentlich Android zu nutzen.
Wahrscheinlich hat Apple mit seiner Strategie so manchen Kunden zu Android getrieben, doch wie wird es mit dem mobilen Google Betriebssystem nach den derzeitigen Datenschutzdebatten weitergehen? Wird das wachsende negative Image von Google auf Android überspringen? Gerade auf dem Europäischen Markt ist das Bedürfnis nach Datenschutz höher als woanders auf der Welt. Trotz OpenSource kann schnell der Gedanke aufkommen, dass Android-Smartphones Daten an Google schicken, was das Vertrauensverhältnis zu diesem Unternehmen weiter verschlechtern würde.
Andererseits sind Diskussionen über Datenschutzpannen in Deutschland immer relativ schnell verpufft. Wer denkt denn heute noch an das was bei der VZ-Gruppe alles passiert ist bzw. wer hat wirklich Konsequenzen in seinem Verhalten daraus gezogen. Hoffentlich Vielleicht war die Datenpanne von Google in Deutschland aber auch ein Weckruf für Google nicht nur über das „Wie Daten sammeln“ sondern auch über das „Was für Daten sammeln“ nachzudenken. So können wir uns zumindest wieder getrost ausschließlich mit unserem alten „Freunden“ beschäftigen, frei nach dem Motto: „Privacy is dead, and social media hold smoking gun“.
Über den Autor: Markus Tschersich studierte Wirtschaftsinformatik an der Universität Duisburg-Essen. Dort setzte er seine Schwerpunkte auf e-business & e-entrepreneurship, user interface engineering sowie software engineering. In allen diesen Bereichen fokussierte er sich speziell auf Mobile. Seine Diplomarbeit beschäftigt sich mit Erfolgsfaktoren mobiler Communities.
Nach seinem Studium wechselte er an die Goethe Universität in Frankfurt um am Lehrstuhl für Mobile Business & Multilateral Security zu promovieren. Dort ist er derzeit im Europäischen Forschungsprojekt PICOS tätig. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit mobilen Communities sowie mit Trust und Privacy im mobilen Umfeld.














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