[Autorin: Dr. Martina Henn-Sax] Bereits vor zehn Jahren wurde das 21. Jahrhundert und damit das mobile Zeitalter, eingeläutet. Es gilt mehr denn je, flexibel und überall erreichbar zu sein. Das Handy ist dabei langsam von einem reinen Telefon zu einem Multimedia-Medium geworden, das auch die Bildung zu verändern beginnt.
Denn die technischen Verbesserungen mobiler Endgeräte bieten große Chancen, das Lernen auf eine neue Ebene zu heben. War der Wissenserwerb früher an einen Ort wie die Schule oder Universität gebunden, ist diese Bindung nunmehr dank der mobilen Kleincomputer aufgehoben. Das Lernen wird immer und überall möglich, also mobile learning, bei dem die Wissensaufnahme unabhängig von einem festen Ort oder einer festen Veranstaltungszeit ist.
Die traditionellen Bildungseinrichtungen wissen noch nicht, was auf sie zukommt und sind dementsprechend auf die Änderungen nicht vorbereitet. Wie immer seit Einführung der Schulpflicht gehen die Schüler auch heute täglich zum Unterricht, um dort von Lehrern mit Hilfe von Büchern und Tafel ausgebildet zu werden.
Während der Einsatz von Software auf Schulcomputern seit Jahren stagniert, gehören Mobiltelefone in den Schulen zu den vollständig „Vergessenen“, so der Softwareexperte für Bildungsmedien, Stefan Schätti, im November 2009 auf einer Fachtagung des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien. Handys werden in der Schule nicht als Mittel zum Lernen gesehen, sondern lediglich als Mittel zum Zeitvertreib oder zum Tausch gewaltverherrlichender Videos. Das Land Bayern bannte deshalb Mobiltelefone per Gesetz von den Schulen.
Dieser Blockadehaltung steht einer rapiden Entwicklung bei den mobilen Endgeräten gegenüber. Der Markt bietet Mobiltelefone, Smartphones, iPhones und iPods oder PDAs. Rund 90 Prozent aller Jugendlichen besitzen mittlerweile ein Handy, so die aktuelle JIM-Medienstudie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest. 79 Prozent dieser Geräte sind internetfähig, 86 Prozent können mittels Bluetooth miteinander vernetzt werden. Die Voraussetzungen, das Lernen interessanter und effizienter zu machen, sind damit exzellent.
Die Frage ist jedoch, wie sich mit dem Mobiltelefon lernen lässt? Welche Anforderungen müssen die Lerninhalte und ihre Aufbereitung erfüllen? Es reicht nicht aus, das alte Buchwissen einfach in ein Handy zu packen. Das mobile, buchunabhängige Lernen erfordert eine didaktische Reduzierung der relevanten Inhalte auf das Wesentliche. [...]
Weiterlesen auf Seite 23 in der fünften Ausgabe der mobile zeitgeist SPECIALS, diesmal mit dem Schwerpunktthema Mobile 2.0.














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