Noch vor wenigen Jahren haben Unternehmen Mittel und Wege gefunden, ihre Kunden in mobile Zielgruppen einzuteilen. Das war z.B. über sog. “Device Target Clustering” möglich.

Dieses Prinzip beruhte auf der Annahme, dass bestimmte Zielgruppen bestimmte mobile Endgeräte nutzen. So konnte z.B. ohne weiteres zwischen Low-Budget Geräten, Multimedia / Lifestyle Phones oder Business Geräten unterschieden werden. Auch demographische Faktoren, das Einkommen, usw. spielten hier eine Rolle.

Heute ist das ohne weiteres nicht mehr möglich. Geräte wie das von Nokia aktuell angekündigte C5 lassen die Grenzen zunehmend verschwimnmen.

Smartphones schon für kleines Geld

Das C5 bietet für 160 € ein Gerät welches mit Symbian S60v3 und allen seinen Möglichkeiten eher ein Smartphone als ein Einsteigergerät darstellt.

Tatsächlich IST das C5 als Einstiegsmodell für den Smartphonesektor zu sehen. HSDPA, Kamera, Navigationssoftware OVI (mittlerweile kostenfrei), intergierte Facebook- und MySpace Applikation, u.v.m.

Nicht nur das C5 von Nokia sondern auch eine ganze Reihe weiterer Endgeräte verschiedener Hersteller (z.B. LG GD510 POP, Samsung S5230 Star u.a.) sind in Bezug auf ihre Möglichkeiten ähnlich. Vor allem aber bewegen sie sich alle im Einsteigersegment: Viel mehr als 120€ ohne Vertrag muss der interessierte Einsteiger heute nicht mehr investieren um in den Genuss eines Smartphones (mit Touchscreen) zu kommen.

Natürlich. Nicht alle dieser Geräte verfügen auch über Multitouch, W-LAN und anderen Luxus. Fakt ist aber, dass der Markt “enger” wird.

Samsung überholt Nokia

Die Hersteller und Geräte nähern sich in vielen Bereichen an. Damit Marktanteile auf den gesättigten Märkten erfolgreich verteidigt bzw. ausgebaut werden können, braucht es heute mehr als ein Standard-Betriebssystem wie das inzwischen in die Jahre gekommene Symbian S60.

Nokia bekam dies gerade erst in den letzten Tagen zu spüren, als Samsung den langjährigen Marktführer überholte. Vielleicht kann Nokia dieser Entwicklung in Zukunft mit dem neuen Symbian 4 entgegenwirken. Das alles bleibt abzuwarten.

Die Unternehmen, Agenturen und Entwickler allerdings müssen sich schon heute Gedanken über neue Formen des “Device Target Clustering” machen!

Über den Autor:

Dominik Bernauer berät Unternehmen in Medienfragen und ist darüber hinaus als Autor, Blogger und Referent tätig. 2008, direkt nach seinem Studium, veröffentlichte er seine Diplomarbeit zum Thema “Mobile Internet – Grundlagen, Erfolgsfaktoren und Praxisbeispiele“ als Buch. Außerdem schreibt er regelmäßig auf dem Multimediablog.

Neben seiner Leidenschaft „Mobile“ beschäftigt Dominik Bernauer sich intensiv mit Themen rund um Social Media und Enterprise 2.0