Apps Monetarisieren. Wo liegt das Gold?

OK, die App ist im Store, Downloads laufen an. Die gröbsten Fehler sind weggebügelt. Hossa! Und jetzt? Das Ziel war…   …Geld machen, oder? Über Advertising. Über Bezahldienste, In-App-Purchases. Möglich ist Einiges. Bei mobilen kann dank integriertem Bezahlsystem der App Stores jeder zum Verkäufer werden.  Aber um vernünftig Geld zu machen, muss man Nutzer auch langfristig halten.

Erstmal: Wie macht man Geld mit Apps? Es gibt da zwei Ansätze. Der Erste: One Hit Wonder. Geht schnell hoch, ist schnell weg. Die iFarts dieser Welt. Dafür braucht man irrsinnig viel Glück. Oder außergewöhnliches Gespür. Auf der anderen Seite gibt es Apps, die sich in Ihrer Funktion als Marktführer etablieren und längerfristig Geld machen. Die Shazams dieser Welt.

Unser Ziel ist Letzteres. Ich will also die meisten Nutzer haben und langfristig halten. Um die Nutzer zu kriegen, muss ich App Marketing verstehen. Und dann muss ich lernen, meine Nutzer zu halten.

Wenn meine App so läuft wie die meisten Apps, habe in nach 3 Monaten drei Viertel meiner Nutzer verloren. Siehe Flurry’s Analyse Mobile Apps: Models, Money and Loyalty. Also ist mein wichtigste Ziel: erstmal lernen, meine Audience zu halten. Wenn die Nutzer in besagter Geschwindigkeit wegbluten, brauche ich über Marketing nicht nachdenken.

Mit anderen Worten: das wahre Gold sind Deine Nutzer.

Meine Learnings:

  1. Ein Update schafft Klarheit
    Die Retention kann man grob und einfach messen. Bring ein Update unters Volk, dann weißt Du, wer Dich überhaupt noch installiert hatte.
  2. Die Churn-Rate
    ((Summe Installs Erstrelease) – (Summe Updates auf Folgerelease)) / (Monate die Erstrelease am Markt war)

    Beispiel: 100.000 Nutzer – 60.000 / 5 = 8.000

    Das wären 8.000 Nutzer, die jeden Monat wegbluten.

  3. Monthly Active Users
    Die meisten User installieren eine App, nutzen sie 2-3 Wochen. Und vergessen sie dann. Noch wesentlich wichtiger als die Churn Rate sind meine Monthly Active User.
  4. Online Apps
    Wer eine Online-App hat, kann gut verfolgen, wie viele Nutzer die App regelmäßig nutzen. Mit einer Wetter-App, Lokaler Suche oder einem Online Game kriegt man das ohne großen Aufwand hin. Voraussetzung: der Client muss eine Unique ID übertragen.
  5. Web Analytics
    Wenn man eine App hat, die Online Funktionen abruft, sieht man anhand der API-Abrufe, welche Funktionen am meisten genutzt werden. Wir nutzen Webtrends. Und ich danke Gott für das verdammte Ding. Pilgere jeden Tag zu diesem Altar. Wie kommt die neue Funktion an? Erkenne Fehler. Lerne.
  6. Tretmine Privacy
    Was man auch machen kann, ist einen Agenten von Flurry, Pinchmedia o.ä. in die App einzubauen. Im Moment gibt es allerdings einen leichten User Backlash, es wird über Grenzen von Tracking und Privacy debattiert. Der Agent ist also kostenlos und unaufwändig zu implementieren, aber nicht risikofrei.

“App Entwicklung in der Praxis” ist eine mobile zeitgeist Serie, in der ich Erfahrungen und Erkenntnisse aus der täglichen Praxis darstellen werde. Falls der/die eine oder andere ähnlich gelagerte, oder ganz abweichende Erfahrungen gemacht hat, freue mich darüber zu hören. Und insbesondere eine angeregte Diskussion.

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Martin Lawrence

Martin Lawrence

Martin Lawrence ist Senior Produktmanager bei telegate MEDIA (vormals klickTel). Hier ist er für die Entwicklung der Portale und mobilen Anwendungen verantwortlich. Seit 10 Jahren im Thema Internet. Seit fünf Jahren mit Fokus auf Consumer-Anwendungen. XING.

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