[Autor: Martin Menzel] Gemeinsame Standards sind nach wie vor der Schlüssel des Erfolgs für fast alle Services der japanischen Mobilfunkprovider. Doch in Japan zeichnet sich eine Fragmentierung der Endgeräte ab, auf die sich vor allem Content Provider einstellen. Dazu zunächst ein Rückblick, wie bisher Mobilfunkprovider und Endgerätehersteller in Japan zusammen arbeiteten.

Die wichtigsten drei MNOs in Japan sind NTT DoCoMo, KDDI mit der Marke ‚au’ und Softbank. Alle MNOs beziehen ihre Endgeräte zum größten Teil von japanischen Herstellern wie Sharp, Hitachi, NEC, Panasonic, Sony Ericsson, Casio, Toshiba, Fujitsu und Kyocera. Die größten japanischen Hersteller haben einen Marktanteil von mehr als 80% , während ausländische Hersteller sich nur langsam am Markt etablieren und Größen wie Nokia gänzlich fehlen.

Mit Exklusivverträgen, einer garantierten Absatzmenge von Handys und Endgeräteherstellern, die nur innerhalb Japans verkaufen, konnten die japanischen MNOs eigene Standards auf allen Geräten durchsetzen. So lieferten NEC, Panasonic und Fujitsu ausschließlich für DoCoMo, während KDDI au exklusiv Geräte von Casio, Kyocera, Toshiba und Hitachi anbot.

Auf dieser Basis führte DoCoMo nicht nur Java und Flash Lite auf allen Endgeräten ein, sondern auch seine eigene Middleware MOAP, die Grundlage für eine Reihe von Diensten auf Symbian- und Linux-Endgeräten ist wie dem iMode Browser, dem LBS iArea oder auch iChannel, iConsierge, dem Mobile TV Service OneSeg und iWidgets. Die Gemeinsamkeiten gehen jedoch noch eine Stufe weiter: fast alle Endgeräte weisen gleiche Display-Auflösungen, gleiche CPUs und gleiche Speichergrößen auf.

Der zweitgrößte Carrier KDDI au verfügt mit KDDI Common Platform + (KCP+) ebenfalls über eine eigene Plattform, die zusammen mit Qualcomm entwickelt wurde und die mit BREW auf fast allen Engeräten Standard ist. Mobile Dienste rund um Musik, Games und Video haben hier ebenfalls ihre gemeinsame technologische Basis. Auch die Endgeräte von KDDI haben ähnliche Spezifikationen bei CPUs und Displays, obwohl sie von unterschiedlichen Herstellern stammen.

Anders hingegen Softbank Mobile: seit dem Markteintritt vor zwei Jahren bietet der Carrier Modelle verschiedener Hersteller an. Neben Samsung und LG führte Softbank das iPhone in den japanischen Markt ein – für gerade 20 Euro inkl. Datenflat in der Kampagne „iPhone for Everybody“ . Content Provider und Dienstanbieter standen bei Softbank daher bislang vor dem Problem unterschiedlicher Standards ausländischer Endgeräte. [...]

Weiterlesen auf Seite 28 in der vierten Ausgabe der mobile zeitgeist SPECIALS, diesmal  mit dem Schwerpunktthema Mobile Technologien.