Der Wettlauf um die Entwickler mobile Applikationen ist in vollem Gange. (Geräte-)Hersteller, Plattformbetreiber und auch Carrier buhlen um die Gunst der Developer und versuchen sie an ihre Developerprogramme zu binden, um so an die meisten und vor allem besten mobilen Applikationen zu kommen.
In dem Konsortium “Joint Innovation Lab” (JIL) haben sich einige der weltgrößten Mobilfunkunternehmen zusammen geschlossen: China Mobile (größter Telko nach Kundenzahl), Vodafone (größter Telko nach Umsatz), Verizon Wireless und Softbank. Das Versprechen von JIL ist, auf Basis eines gemeinsamen Standards den Entwicklern Zugang zu Milliarden potentieller Kunden zu geben und so der Überlegenheit von Apples App Store Paroli bieten zu können.
Dr. Ralf Lauterbach (@horas99), Director Consumer Architecture & Solutions bei Vodafone D2, war so freundlich, mir ein paar kurze Fragen zu JIL zu beantworten.
Vodafone ist an verschiedenen Aktivitäten beteiligt, die alle zum Ziel haben, Applikationen und Widgets zu distribuieren. Welche Strategie verfolgt Vodafone in Bezug auf die verschiedenen App Stores wie z.B. ovi, Android Market oder den Apple App Store?
Wir gehen natürlich heute dorthin, wo unsere Kunden schon sind und warten nicht darauf, dass zufällig jemand über unsere Sites stolpert. Deshalb wird Vodafone natürlich weiterhin auf allen Plattformen sowohl mit Endgeräten als auch mit eigenen Angeboten präsent sein. Als globaler Player haben wir landesspezifische Unterschiede zu berücksichtigen. So hat Vodafone zwar kein iPhone in Deutschland, bietet aber schon in zahlreichen anderen Ländern das iPhone an. Dort werden selbstverständlich auch Apps für das iPhone unterstützt. Applikationsbeispiele sind hier unsere Vodafone 360 “People” Applikation oder unser Social Network Aggregator “Vodafone Update”, der ja bereits für alle Plattformen angeboten wird.
Oder setzt Vodafone in Zukunft nur noch auf JIL?
Vodafone versucht mit JIL der Plattform Fragmentierung zu begegnen, denn bisher musste jede Applikation für S60, WM, W3C kompatible, iPhone und Android entwickelt werden. So empfiehlt Vodafone Partnern und Entwicklern die JIL Programmierung, da sie im Gegensatz zur nativen Applikationsprogrammierung schneller, damit kostengünstiger ist und langfristig zu mehr Verbreitung der eigenen Inhalte führt. “Develop Once”.
Bei JIL verfolgen sowohl China Mobile als auch Verizon jeweils eigene gebrandete “Mulit-Store”-Strategien. Wie wird sich Vodafone hier positionieren?
JIL führt heute die bereits existierenden lokalen Aggregationsplatformen unter einem Dach zusammen und vereinfacht für Applikations-Anbieter die Distribution und Abrechnungsmöglichkeit. Unter http://widget.vodafone.com/ kann man heute als Entwickler direkt Vodafone Kunden erreichen. Langfristig wird der zentrale Zugang für Entwickler das Joint Innovation Lab (JIL.org) sein.
Was wird von Vodafones Seite aus noch bei JIL passieren, um an die Performance und Usability aktueller Marktleader/Stores heranzukommen?
Mit JIL gibt es erstmals eine Infrastrukur, um weltweit Applikationen – Operator und Handset unabhängig – zu vertreiben und abzurechnen. Die Endkundenvermarktung wird durch die beteiligten Operator vorangetrieben, die sich in ihrem Markt am besten auskennen.













