Gestern hat Welt Online ein paar Beispiele für mobile Augmented Reality Lösungen zusammen gestellt. Als Vertreterin der Mobile Industry freue mich mich über jeden Trend, der Aufmerksamkeit auf Mobile lenkt. Und so bin auch ich fleissig daran beteiligt, nun diese “Sau durch’s Dorf zu treiben”. Man möge es mir verzeihen. Ich halte AR für eine wirklich spannende Technologie, die uns mit Sicherheit in Zukunft an der einen oder anderen Stelle die Verknüpfung von realer (analoger) Welt mit der digitalen ermöglichen und einen intuitiv bedienbaren Zugang herstellen wird.
Augmented Reality die ersehnte Killerapplikation?
Doch immer wenn ich gefragt werde, ob ich AR für “The Next Big Thing” oder sogar die “Killerapplikation” halte, nach der schon so lange so viele Menschen suchen, dann muss ich leider doch immer mit einem klaren Nein antworten. Wie schon vor ein paar Jahren, als unsere “Sau” Location Based Services hieß, sehe ich es auch heute mit AR. Zurzeit sehen wir sehr viele sehr innovative, teils durchaus spaßige Gehversuche mit dieser Technologie. Was wir im Moment noch vermissen, sind sinnvolle Lösungen, die einen echten Nutzen stiften oder etwas vereinfachen. Viele der heutigen Spielereien zeigen lediglich, was man mit AR so anstellen kann. Aber nicht alles, was technisch machbar ist, ist auch wirtschaftlich sinnvoll. Und so sind in meinen Augen die meisten Lösungsansätze nicht wirklich zukunftsfähig. Und darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass viele AR-Lösungen Probleme lösen, die wir eigentlich gar nicht haben. Doch das ist das Privileg der jungen Technologien, die zunächst ihre Potenziale zeigen sollen und da darf es schon gern einmal etwas verspielt zugehen.
Was wird also aus AR werden? Meiner Meinung nach werden wir in Zukunft die Technologie nutzen, sie kann und wird aber kein Selbstzweck sein. Es ist ähnlich, wie bei den bereits oben erwähnten Location Based Services, die sich heute zunehmend in andere Lösungen integrieren und so auch erst wirklich sinnvoll eingesetzt werden.
Und was ist mit Augmented Reality im Einsatz als visuelle Suchmaschine?
Als alleinstehende Suchmaschine ohne Integration mit anderen Suchfunktionen und am besten noch in einen Browser sehe ich hier keine Zukunft für AR. Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass die visuelle Suche noch am Anfang steht und wir hier noch sehr viel erwarten dürfen, denn das Internet der Dinge entsteht erst jetzt und jedes Ding (und auch jede Person, doch das ist wieder ein anderes Thema für einen weiteren Blogpost) wird in Zukunft digitale Informationen “enthalten”, die auch mit einer visuellen Suche abgefragt werden. Doch wir Menschen sind komplex und anspruchsvoll und wollen eben auch mit anderen Tools suchen. Hierzu gehört selbstverständlich Text, in Zukunft auch vermehrt Sprache und Technologien wie AR, NFC/RFID und weitere, die wir uns heute vielleicht noch nicht einmal vorstellen können.
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