Um analog zu Webbrowsern Befragungen am Mobiltelefon beantworten zu können, werden die zumeist vorinstallierten Micro-Browser genutzt. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Browser sind die Funktionen und Abbildungsmöglichkeiten eingeschränkt und zumeist für Text optimiert. Am Markt ist die Verbreitung von Micro-Browsern im Gegensatz zu PC und Notebooks heterogen. Einerseits werden Mobiltelefone mit fest integrierten Browsern von den jeweiligen Herstellern ausgeliefert, andererseits steigt das Angebot an freier Software, die nachträglich installiert werden kann. Dazu zählen unter anderem Opera Mini bzw. Mobile und die mobilen Versionen des Internet Explorers und Apple Safari.
Aus methodischer Sicht bringt die fragmentierte Micro-Browser-Landschaft mit sich, dass die Anforderung der Browser-Kompatibilität, d.h. dass Fragebögen in gängigen Browsern ähnlich dargestellt werden müssen, schwerer zu erfüllen ist als bei Webumfragen.
Bei der Implementierung einer mobilen Umfrage-Applikation ist daher darauf zu achten, die unterschiedlichen Seitensprachen, vor allem WML und xHTML zu berücksichtigen. Wesentlich für die korrekte Darstellung von Befragungsinhalten ist die Integration einer Rendering-Engine, die das Layout-Modell einer mobilen Fragebogenseite korrekt interpretiert und spezifisch für unterschiedliche Mobiltelefon-Marken und Betriebssysteme bzw. Browser-Versionen optimiert am Bildschirm ausgibt.
Die größte Bedeutung spielen derzeit in der Forschungspraxis personalisierte mobile Befragungen. Onsite-Befragungen sind grundsätzlich möglich, in dem Banner oder Texte zur mobilen Befragung verlinkt werden. Die Problematik des Ausschlusses von Mehrfach-Teilnehmer ist noch gravierender als im Web-Bereich, da Technologien zur Kontrolle wie Cookies nur teilweise auf den Mobiltelefonen verfügbar sind. Die Eingabe von benutzerbezogenen Daten wie e-mail Adresse oder Telefonnummer im Zuge von Incentivierung stellt die derzeit einzig brauchbare Methode dar, um Mehrfachteilnahmen auszuschließen. Pop-Up Aufforderungen während des Surfens zur Teilnahmen an Umfragen sind technisch bei Standard-Mobiltelefonen derzeit nicht möglich.
Anwendungsmöglichkeiten durch die Integration von Grafiken und Bildern sind beispielsweise Werbemitteltests, um ein Stimmungsbild von der Zielgruppe zu erhalten. Ein weiteres Einsatzgebiet von mobilen Umfragen sind Kundenzufriedenheitsstudien, vor allem im Zusammenhang mit Mobile Marketing Kampagnen. Grundsätzlich gibt es keine Limitierungen in Bezug auf Fragestellungen, solange inhaltlich eine Testung mittels Mobiltelefonen valide Ergebnisse erwarten lässt, die technischen Möglichkeiten eine übersichtliche Fragebogendarstellung erlauben und die gewünschte Zielgruppe erreicht werden kann.
Abschließend erlaube ich mir einen Hinweis auf das soeben veröffentlichte Buch Mobile Market Research , in dem die aktuellen Forschungsergebnisse und zahlreiche Praxisbeispiele dargestellt werden.
Über den Autor:
Emanuel Maxl leitet den Bereich Markt- und Usabilityforschung bei evolaris next level. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der innovativen web- und mobilbasierte Marktforschungsmethoden. Emanuel Maxl ist ehrenamtlich Vorstandsvorsitzender des VMÖ – Verband der Marktforscher Österreichs und Lektor an der Karl-Franzens-Universität Graz am Institut für Informationswissenschaft und Wirtschaftsinformatik.
Schön, dass Sie zurück sind. Noch einfacher bleiben Sie mit unserem RSS Feed oder Email-Newsletter auf dem Laufenden.























