Der neue Technologietrend Cloud Computing verspricht leistungsfähige, skalierbare und kosteneffiziente IT-Dienste, die nutzungsabhängig bezahlt werden können. Ein Angebot, das für viele Unternehmen und Konsumenten attraktiv ist und gleichzeitig einen Einschnitt für die etablierten Anbieter bedeutet. Die Marktuntersuchung der Anselm Magel Management Consultants zeigt: Cloud Computing bedroht die Angebote klassischer Prägung sowohl von IT-Dienstleistern als auch von Telekommunikationsanbietern, denn der Trend verbreitet sich auf Kosten ihres derzeitigen Kerngeschäfts. Gleichzeitig kann diese Entwicklung zum Quell zukünftigen Umsatzwachstums für beide Branchen werden. Das Kerngeschäft von IT-Dienstleistern mit kundenspezifischen IT-Lösungen bekommt Konkurrenz. Cloud Computing ermöglicht IT-Dienstleistern zukünftig Lösungen auf Basis von standardisierten Komponenten anzubieten und den Betrieb mit Hilfe von hoch skalierbaren Cloud-Computing-Diensten zu offerieren. Dabei müssen etablierte IT-Dienstleister erhebliche Leistungsunterschiede zu Cloud Computing-Anbietern überbrücken, um konkurrenzfähige Dienste anbieten zu können. Unsere Marktuntersuchung zeigt am Beispiel des Rechenzentrumbetriebs: Cloud-Computing-Anbieter arbeiten bis zu 15-mal effizienter als traditionelle Anbieter.
Auch bedingt das Angebot von Cloud-Computing-Diensten eine Änderung des Geschäftsmodells für IT-Dienstleister. Wohin mit all den IT-Beratern, wenn zukünftig standardisierte Softwarekomponenten basierend auf Plattform- und Infrastrukturdiensten angeboten werden? Zudem stellen der kurzfristige Ausblick auf weiteres Geschäft mit kundenspezifischen Projekten und der Kernkompetenzaufbau zur Entwicklung von standardisierten Komponenten weitere Barrieren dar, die für etablierte IT-Dienstleister nur mit einer erheblichen Kraftanstrengung überwindbar sind. Doch unsere Marktanalyse zeigt, dass sich die Mühen lohnen: On-Demand Dienste erwirtschaften eine bis zu 2,5-mal höhere Bruttomarge als traditionelle IT-Dienstleistungen.
Für Führungskräfte von IT-Dienstleistern hat die Zukunft bereits begonnen: Immer mehr Dienstleister klassischer Prägung erweitern ihr Angebot um neue Cloud-Computing-Dienste. Alten Wein in neuen Schläuchen anzubieten wird hier auf Dauer nicht erfolgreich sein. Führungskräfte müssen den Technologietrend annehmen, Unternehmensstrategien entwickeln und die Transformation des Unternehmens vorantreiben. Der Technologietrend Cloud Computing ist für ITDienstleister wohl derjenige mit den großen Auswirkungen auf die Branche in den letzten zehn Jahren. Nimmt man ihn nicht an, kann er eine zerstörerische Wirkung auf das eigene Unternehmen entfalten.
Ähnlich verhält es sich bei mobilen Telekommunikationsdiensten. Das Mobile Cloud Computing ist eine Kreuzung von zwei Trends: dem großen Wachstum des Marktsegmentes der mobilen Applikationen und dem generellen Cloud Computing Trend. Die Download-Zahlen für mobile Applikationen – Apple hat gerade den 1,5- milliardsten Download nach zwölf Monaten seit der Öffnung seines Apps Stores bekannt gegeben – weisen den Weg: Mobile Applikationen sind für die Konsumenten sehr attraktiv. Bereits heute können Telekommunikationsunternehmen nur marginal von den mobilen Applikationsangeboten profitieren. Diese werden von Anbietern von mobilen Endgeräten oder deren Betriebssystemen in einer geschlossenen Wertekette angeboten. Heute sind diese Angebote noch keine mobilen Cloud-Computing-Angebote, da sie abhängig vom mobilen Betriebssystem sind, keine benutzungsbasierten Preise angeboten werden und Applikationen auf den mobilen Endgeräten und nicht in der Wolke laufen. Um die Vision vom mobilen Cloud Computing zu realisieren, müssen technische Voraussetzungen geschaffen werden. Im Zentrum der Überlegung stehen hier innovative Lösungen, die die vorhandenen technischen Beschränkungen wie die CPU-Leistung, den Arbeitsspeicherplatz und die Batteriedauer des Endgerätes und die hohen Antwortzeiten sowie die Bandbreitenbeschränkung der Datenübertragung in mobilen Netzen beseitigen. Auch gilt es die Unabhängigkeit der mobilen Applikationen von Betriebssystemen und Endgerätehardware herzustellen.
Innovationen zur Auflösung der betriebenen Beschränkungen werden heute von spezialisierten Software- und Hardwareunternehmen angeboten, Telekommunikationsanbieter bleiben bisher außen vor. Unternehmen wie Google haben den nächsten Evolutionsschritt bereits im Auge: Sie wollen mobile Applikationen unabhängig von mobilen Betriebssystemen machen. Dabei steht die mobile Browser-Technologie im Fokus. Reagieren Telekommunikationsunternehmen auf diese Strategien nicht adäquat, ist der Weg in die Marginalisierung vorgezeichnet. Andererseits bietet mobiles Cloud Computing auch Chancen für Telekommunikationsanbieter: Meistert man die beschriebenen Herausforderungen, kann man die Nutzung von mobilen Endgeräten gegenüber der von PCs ausbauen und das mobile Endgerät als das führende Medium für persönliche Applikationen etablieren. Für Führungskräfte in der Telekommunikationsbranche bedeutet die Ankunft von Cloud Computing nichts Geringeres als ihr Unternehmen für einen neuen Zeitabschnitt fit zu machen. Sie müssen sich auf einen Wettbewerb, der auf Software und nicht auf Infrastruktur basiert, einstellen.
Über den Autor: Anselm Magel Management Consultants ist ein international agierendes Beratungsunternehmen, spezialisiert auf die strategische Geschäftsentwicklung seiner Klienten in der Telekommunikations-, Medien- und Technologiebranche. Neben dem Kernteam von Beratern in Europa hat Anselm Magel Management Consultants ein Netz von weltweiten Partnerschaften aufgebaut, das es ermöglicht Trends aufzuspüren und auf Basis dieser für seine Klienten Geschäft zu entwickeln. Dabei bauen sie auf unsere Partnerschaften im Silicon Valley, USA, in Indien, Südkorea und Japan. Die vollständige Studie kann per E-Mail an EvolveOrCommoditize[at]magel.biz bezogen werden.













