Aus den USA kommt eine gute Idee, die Slingbox von Slingmedia, mit der man das “eigene” Fernsehprogramm sowohl an jedem internetfähigen PC oder Mac als auch am Handy sehen kann. Hört sich jetzt bei allen Streamingangeboten, die es mittlerweile im Web gibt nicht gerade umwerfend an, ist es aber. Denn die Slingbox kann noch ein klein wenig mehr: Es ist ebenfalls möglich, seinen DVD-Player/Recorder zu steuern. Leistet man sich also Pay-TV, ist aber beruflich viel unterwegs, dann mag es schon ärgerlich sein zu zahlen, aber nicht sehen zu können. Oder man möchte keine Folge von Stromberg verpassen, ist aber leider auf einem anderen Kontinent so kann man jede Folge einfach aufzeichnen und mit der Slingbox jederzeit abspielen. Live Sportübertragungen oder regionale Programme, die man sonst verpassen würde kann man überall sehen.
Ich durfte die Slingbox testen und schicke hier gleich vorweg, dass ich wohl mit meinem PC und meinen Mobiltelefonen seit Jahren zwar nicht immer freundlich, aber doch soweit zu Recht komme, dass mein Berufsleben nicht durch technische Unzulänglichkeiten beeinträchtigt wird. Doch geht es um alles rund um TV, Video, Audio, HiFi stehe ich vollständig auf dem Schlauch. Daher war es für mich wirklich ein Hausfrauentest mit der Slingbox. Als ich die Geräte erhielt und nach dem Unboxing einen ersten Blick in die Bedienungsanleitung warf, war ich erstaunt. “Das soll alles sein? Pah, klappt niemals!” Als ich dann noch feststellte, dass ich die beiden SlingLinks auch noch installieren musste, erwartete ich stundenlanges Rumtüffteln, Haareraufen und mittelschwere Verzweiflung.
Nun denn, ran an die Installation. Mein Fernseher steht leider nicht in dem Raum, in dem mein Kabelanschluss aus der Wand kommt, sondern ein Stockwerk höher. Das erschien mir nicht das Problem, eine Verlängerung lag schon, es fehlten nur noch zehn Meter Kabel. Flugs bei Radio Höglmüller (heißt wirklich so) gekauft. Nun ist aber auch mein Internetanschluss nicht in dem Raum, in dem mein Fernseher steht. Hier kamen dann die SlingLinks ins Spiel. Diese stellen eine Internetverbindung über das Stromnetz her. Als ich die Aufkleber auf den SlingLinks sah, dass man sie nicht an Verlängerungskabeln anschließen solle, da dies zu Lasten der Qualität ginge und es bei mir einfach nicht anders gehen würde, war für mich schon klar “das wird nüscht”. Doch bevor ich es nicht probiert habe, gebe ich auch nicht auf. Also alles brav angeschlossen, trotz der Verbindung via Verlängerungsschnur.
Und – oh Wunder- alle Lämpchen blinkten so wie sie sollten. Gut, so leicht bin ich nicht zu überzeugen. Ran an den Rechner und den kostenfreien Slingplayer, herunter geladen. Kinderleicht zu durchlaufender Assitent, eine kleine Anpassung an meinem WLAN-Router und schon funzte es. Das war einfach! Ich war schon ziemlich beeindruckt, ich gebe es zu. Doch nun kam ja noch die gleiche Prozedur auf meinem Nokia N95. Client herunter laden, installieren, Slingbox einrichten auf “Start” drücken und….es geht. Einfach so. Ich kann am meinem Handy in guter Qualität, sowohl via WLAN als auch Mobilfunknetz alle Fernsehprogramme meines Kabelnetzes sehen. Die Symbian-App hat alle notwendigen Funktionen, ist schlank und intuitiv bedienbar. Da die Slingbox mit einer Infrarot-Fernbedienung geliefert wird, kann ich sogar von meinem Handy aus meinen DVD-Recorder bedienen. Technisch alles logisch und verständlich, doch irgendwie auch ein wenig spooky, wenn ich meine Herr-der-Ringe-DVD starte während ich an den Hamburger Landungsbrücken stehe.
Was kostet nun das Vergnügen? Die Slingbox kommt in zwei Ausführungen, die Slingbox Solo für 199,00 Euro und die Slingbox Pro für 299,00 Euro, zwei SlingLinks sind für 99,99 Euro zu haben. Die Unterschiede der beiden Slingboxen sind hier wunderbar dargestellt. Der mobile Client kostet 29,99 Euro und steht für BlackBerry, Windows Mobile Smartphones und Pocket PCs und diverse Symbian-Geräte zur Verfügung, kostenfreie Trials (30 Tage, ausser beim iPhone) gibt es natürlich auch. Laufende Gebühren erhebt Slingmedia nicht und den Hinweis, dass man eine Datenflatrate haben sollte, kann ich mir mittlerweile wohl sparen. Volker Weber durfte bereits den iPhone Client testen (er schreibt dazu hier, hier und hier) und die Android-App ist ebenfalls in Arbeit. Jeder Freischaltcode funktioniert für ein Endgerät, d.h. wenn man sein Handy wechselt einfach den Key am neuen Gerät eingeben, das vorherige Gerät wird damit automatisch deaktiviert. Dieser Wechsel funktioniert auch über verschiedene Plattformen hinweg, ausser beim iPhone.
Bei Volker gibt es einen wundervollen Kommentar: “- the Slingbox itself — absolutely boring installation!!!!!
I have never seen such an easy out of the box uneventful installation! No tweaking it’s just working! Great job!” Kann ich nur bestätigen. Wer also “sein” Fernsehen, seine DVDs, seine Aufzeichnungen oder andere Medien immer und überall zur Verfügung haben möchte, kann dies mit der Slingbox sehr elegant und zu überschaubaren Kosten tun.













