Eines der grössten Probleme für Hersteller von Handysoftware ist die schier Unzahl an Endgeräten und Konfigurationen im Markt. Natürlich ist man bestrebt soviele Endgeräte wie möglich zu bedienen, um nicht potentielle Endkunden dadurch zu verlieren, dass man das Endgerät nicht unterstützt. Hier spreche ich noch nicht einmal von unterschiedlichen Programmiersprachen (C++ für Symbian, Windows Mobile, Java für J2ME, Java für Android, Objective-C für Mac OS). Bereits Endgeräte mit der gleichen Plattform können sich massiv unterscheiden. Daraus resultiert, dass man als Hersteller gezwungen ist, einiges Geld in Testgeräte zu investieren, da Emulatoren oft nur die halbe Wahrheit sind.
Schlaue Bastler sind auf die Idee gekommen, Endgeräte aus einander zu nehmen und per Software remote anzusteuern. Die ersten, die ein derartiges Produkt zur Marktreife gebracht haben, ist die kanadische Firma DeviceAnyhwere mit dem gleichnamigen Dienst. Die gleiche Idee verfolgt anscheinend die Firma perfecto mobile (f.k.a. Nexperience), die laut Homepage einen ähnlichen Dienst anbieten. Bei beiden kann man sich aktuelle Telefonmodelle aussuchen und diese remote testen. Die Eingabe und Ausgaben geschehen dabei direkt am echten Endgerät, wodurch die Emulatorproblematik umgangen wird.
Ein gravierender Unterschied ist mir zwischen DeviceAnywhere und perfecto mobile bis dato nicht aufgefallen, jedoch ist es schon einige Zeit her, dass ich deviceanywhere genutzt habe. Rein äußerlich scheint deviceanywhere die reifere Lösung zu sein. DA ist sehr stark am amerikanischen Operator Markt vertreten und erhält auch dementsprechende Unterstützung, wogegen PM u.a. von Vodafone und betavine unterstützt werden. Ähnlich gelagert ist die Verfügbarkeit von Endgeräten. Für den europäischen Markt ist PM interessanter, Kunden, die auf den amerikanischen Markt drängen ist DA zu empfehlen.
Firmen, die ihr Hauptgeschäft auf internationale Applikationsentwicklung aufbauen, können mit einer derartigen Lösung Kosten sparen, einen Zeitvorteil am Markt erreichen und die Qualität der Unterstützung nach oben schrauben. Zu dem Preis, dass man auf Servern einer Drittpartei seine Applikation hochlädt und von der Verfügbarkeit der Server abhängig ist.













