dfl Wer es noch nicht mitbekommen hat, dem sei es hiermit mitgeteilt – die Fußballbundesliga geht heute wieder los und es hat sich in diesem Jahr einiges verändert, was das Zuschauerverhalten auf eine Probe stellen wird. Es gibt nun neben dem Freitagsspiel, dem klassischen Samstagblock um halb vier nun auch noch ein Topspiel am Samstagabend, und drei hintereinander liegende Anstoßzeiten für die Sonntagspiele. Sechs Termine à 105 Minuten (90 Minuten plus Pause) machen zehneinhalb Stunden Livefußball in der Bundesliga an jedem Wochenende! Die spielerisch gute 2. Bundesliga dieses Jahr und die internationalen Wettbewerbe sind da noch nicht einmal mit eingerechnet. Die Sportschau um 18.00 Uhr am Samstag bekommt durch das Abendspiel Konkurrenz, sie kann nur über vier Partien berichten und die Ergebnisse am Sonntag tröpfeln nacheinander ein (13.30 Uhr, 15.30 Uhr, 17.30 Uhr). Ihr merkt schon, der Fußballfan wird auf eine harte Probe gestellt werden – so viel Fußball gab es selten, und ist nicht mehr so leicht mit Privatleben, Wochenendbeschäftigungen und Freizeit, sowie Familie zu vereinen („Samstag um halb vier nicht mit Papi sprechen!“). Sky übernimmt dieses Jahr die Liveübertragungen im Pay-TV und T-Home im Internet und langsam setzen sich Verhältnisse wie in England oder Spanien durch, wo man das ganze Wochenende nonstop Partien gucken kann – wenn man zahlt. Ich sage Euch, dass Ihr Euer Fußballkonsumverhalten ändern werdet dieses Jahr! Und mobile Dienste und Services können Euch dabei helfen, auf dem Laufenden zu bleiben. Für neue Konzepte, Techniken und Programme im Mobile Marketing wäre es aufgrund der neuen Struktur der Fußballübertragungen ein guter Zeitpunkt einzusteigen. Die fußballaffine Zielgruppe ist groß, treu, benutzen Dienste regelmäßig und sind gut zu bewerben. Die veränderte Medienlandschaft befördert indirekt die Nachfrage und Nutzerzahlen von mobilen Informationsdiensten. Ich denke, dass es eine Renaissance der SMS-Alerts geben wird (hier Beispiel vom Kicker), insofern sie besser konfigurierbar werden – wem bringt die Nachricht “Die 2. Halbzeit hat nun begonnen!” etwas? Das wissen wir doch, es gibt dadurch keinen Informationsgewinn und diese irrelevanten Nachrichten sind Geldschneiderei. SMS-Dienste findet man nicht nur im eigenen Gerätemenü unter „Services“ oder „Dienste“ und den Homepages der jeweiligen Netzbetreiber, auch unabhängige Dienstleister stellen Liveticker und Infodienste zur Verfügung.

Ein zweiter Weg sich zu informieren sind die Applikationen für Endgeräte. Diese bieten erwartungsgemäß ähnliche Funktionalitäten. Es gibt meistens die aktuelle Tabelle und die nächsten Spielpaarungen, ein Bereich mit Spielverläufen im Telegrammstil, die Liveergebnisse und redigierte „Top-News“. Allerdings haben Liveticker-Applikationen eine Schwäche wenn alle Partien des Sonntags z.B. hintereinander auf sechs Stunden verteilt liegen. Ich muss andauernd die Daten aktualisieren und der Liveticker ist nicht mehr so komfortabel. Hier wird klar – interessant wird so ein Dienst in Kombination mit einem Pushservice, der einen informiert, sobald ein Tor gefallen ist oder eine rote Karte gezogen wurde. Die Anbieter scheinen dieses noch nicht alle in ihren Programmkonzepten ausreichend berücksichtigt zu haben. Ich glaube übrigens auch an eine kleine Renaissance des Radiotuners im Handy. Ich denke da auch an internetbasiertes Streamingradio. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man ist Live dabei, die „Stimmung kommt rüber“, man muss nicht vor dem Fernseher sitzen, die Qualität der Übertragungen ist gut und man ist mobil. Ein gutes Beispiel ist z.B. die iPhone Applikation „90elf“ von der Regiocast aus Leipzig. Außerdem übertragen Deutsche Welle, Deutschlandradio, Inforadio und die anderen regionalen öffentlich-rechtlichen Anstalten nach wie vor sehr gute Livekonferenzen, für die man wenig Bandbreite benötigt. Es gibt einige Sportseiten im Internet, die ihre Webportale nach und nach auch für das mobile Internet optimieren lassen. Kicker und Spox haben hier ganz gut bedienbare Seiten gestellt, die zwar noch nicht ganz die Usability bieten, die möglich ist, aber immerhin kann man sich hier geräteangepasst informieren. Für das iPhone gibt es Applikationen wie Bundesliga Lite, “Mein Team” die meistens kostenlos sind oder aber in der Vollversion ein paar Euros kosten und die im Hintergrund neue Feeds in das Programm hinein laden. Gut programmiert sind sie, wenn man offline Artikel lesen kann. Für Symbianhandys gibt es bald ein neues Fußballwidget, das unter Hochdruck gerade von Thomas (www.symbian60.mobi) unter Zugriff auf die Daten vom Kickermagazin aus Nürnberg fertig gestellt wird. Für Androidgeräte gibt es z.B. Fotmob.

Was es noch nicht gibt: eine mobile Fußballkneipensuche des eigenen Vereins für fremde Städte, T-Home streamt Livefußball für Kunden auch auf das iPhone (seit vorgestern gibt es TV Mobile Lite), eine Metasuche die einem alle Medien auflistet in denen gerade das spezifische Spiel übertragen wird, sowie mobile Intrnetseiten der Bundesligavereine. Da hinken die deutschen Vereine auch in den Vermarktungskonzepten den englischen noch etwas hinterher (Chelsea, Arsenal, ManU).

Ich habe mir übrigens meine Fußballinformationsstrategie für die nächste Saison schon zurecht gelegt. Ich schaue jedes Spiel meines Vereins (des HSV) auf Sky mit Freunden. Punktuell schaue ich aus traditionellen und romantischen Gründen die meist wohl schlechteren Spielpaarungen am Samstag um halb vier oder das Topspiel. Dazu richte ich mir meinen FM-Tuner (90elf, Internetradio) auf dem Handy auf die unterschiedlichen Sendestationen für Liveübertragungen ein und erstelle einen SMS-Endergebnis-Alert über meinen Netzbetreiber ein. Über das mobile Internet kümmere ich mich um meine Fußballmanagercommunity und über Handyapplikationen (Mein Team, Bundesliga Lite, Soccer Live) besorge ich mir Spielverläufe und Kurzberichte. So und nun – kann´s endlich wieder losgehen!

 Dieses Jahr gilt – man muss seinen Gegner kennen, um ihn zu meistern – sich selber!