Namhafte Marktforschungsinstitute wie Gartner oder auch GfK prophezeien seit über zwei Jahren einen Ansturm auf mobile Bankinglösungen. Wenn Mobilfunkkunden schon „anywhere“ telefonieren, eMailen und SMSn, warum dann nicht auch mobil Überweisungen abschicken oder den Kontostand checken? Einfacher gesagt, als getan. Seitens der Kreditinstitute ist in Sachen Mobile Banking bislang nichts revolutionäres geschehen – bestenfalls die Postbank zeigt mit einer optimierten Seite für das iPhone den Willen zu Innovation.
Vielmehr verharren leider selbst Marktgrößen wie der genossenschaftliche Sektor und die deutsche Sparkassenorganisation in einer Art Schockstarre, verursacht durch die (inzwischen wieder abflauende) Finanzmarktkrise und teurer und erfolgloser WAP-Bankinglösungen aus den 90er Jahren.
Dabei sind Privat- und Geschäftskunden aller coleur brennend am Thema Mobile Banking interessiert und möchten Bankprodukte und –lösungen, die ihrem mobilen Livestyle gerecht werden:
- „83% wollen beim Banking uneingeschränkte Mobilität“
- „Informa Telecoms & Media: Informa predicts service revenues of over USD 10 billion from mobile payments and banking in 2013“
- „Studie: Mehr als 150 Millionen Nutzer von Mobile Banking in 2011“
- „Gartner Says Worldwide Mobile Payment Users to Total 33 Million in 2008“
- „GfK: Internet ist der Vertriebskanal mit der höchsten Wachstumsdynamik“
Um mobil seine Finanzen jederzeit im Blick zu haben oder Transaktionen zu tätigen, genügt es inzwischen die richtige Bankingsoftware auf dem Mobiltelefon installiert zu haben. Sicherlich könnte man dafür auch den Laptop hochfahren, doch in Sachen Handlichkeit ist das Mobiltelefon nicht zu übertreffen. Wer sich eine Bankingsoftware fürs Mobiltelefon sparen möchte (was der Nutzer sich am Ende tatsächlich spart sei dahingestellt), muss mit den Nachteilen des Handy-Internetbrowsers leben können. Aus der Praxis weiss man: Die Chance, dass das jeweilige Kreditinstitut einen Link zur mobilen Internetseite anbietet und nach Eingabe der 13-stelligen Zugangsdaten plus optischem Sicherheitscode alles schnell und auf Anhieb reibungslos funktioniert, ist oft sehr begrenzt. Von der verlorenen Zeit und möglicher Phishingangriffen ganz zu schweigen.
Ich möchte Ihnen daher einen kurzen Überblick über aktuelle Mobilebankingprodukte – geeignet für die Nutzung mit deutschen Banken und Sparkassen – aufzeigen. Die Auswahlkriterien waren u.a.:
- Multibankfähigkeit – geeignet für mehrere Institute
- Sicherheit – Einsatz des Onlinebankingstandards HBCI/FinTS
- Professionalität – es handelt sich beim Anbieter um ein vertrauenswürdiges Unternehmen (Hotline, Serviceangebot und Produkthandbuch – werden ihre Daten im Zweifel direkt nach Bukarest umgeleitet
)
Für folgende mobilen Betriebssysteme sind derzeit noch keine installierbaren Anwendungen mit obigen Kriterien verfügbar: Android, Palm OS, Palm webOS, Mobiles Linux (z.B. Moblix)
Folgende Tabelle zeigt welche Anwendungen für welche Plattformen verfügbar sind:
Funktionsübersicht:
Herstellerangaben:
iOutBank Pro v2.0, OutBank v3.0
Anbieter: stoeger it GmbH
Homepage: http://www.outbank.de
Benutzerforum:http://forum.outbank.de
Bezugsquelle/Shop: http://itunes.apple.com/WebObjects/MZStore.woa/wa/viewSoftware?id=299850339&mt=8 oder http://www.outbank.de/shop
STARmoney mobi
Anbieter: Star Finanz GmbH
Homepage: http://www.starmoney.de
Benutzerforum: http://www.starmobi.de/index.php?id=forum
Bezugsquelle/Shop: http://www.starmobi.de/index.php?id=starmoney
Subsembly Banking Mobile v3.0
Anbieter: Subsembly GmbH
Homepage: http://subsembly.com
Benutzerforum: http://www.onlinebanking-forum.de/phpBB2/viewforum.php?f=34
Bezugsquelle/Shop: http://subsembly.com/de/buybanking.html
Weitere Informationen zu Mobile Banking über Mobile Payment, hin zum mCommerce bis zum Mobile Ticketing finden Sie auch in der zweiten Ausgabe „mobile zeitgeist SPECIAL: mCommerce“.
Über den Autor: Martin Raab, Chartered Alternative Investment Analyst, ist als Business Angel und Venture-Capital-Berater mit Fokus auf IT-Startup’s auch profunder Kenner der deutschen Mobile-Banking-Landschaft. Durch seinen beruflichen Werdegang mit Stationen im Asset Management, der Fondsadministration und dem Product Development bei jeweils einer deutschen und einer US-amerikanischen Grossbank verfügt er über erstklassiges Praxiswissen, Erfahrungsschatz und ist stets sehr nahe an zukünftigen Trends – diesseits und jenseits des Atlantiks.















