Webangebote modern vermarkten: klar, dass “mobile”, Handy-surfende Zielgruppen nicht mehr ausgeblendet werden können, also müssen Websites mobile Formatierungen haben – oder Handy-gerechte Extra-Inhalte. Doch reicht das? Das Zeitalter das mobilen Web ist auch das des Web 2.0 und da steht der Austausch und das (Ver-)teilen von Content im Vordergrund.
Beispiel Bookmarking: Web-Adressen online zu merken, etwa bei del.icio.us wird immer beliebter, nicht zuletzt, um Hardware-unabhängiger zu sein. Bei mobiler Hardware wird dies noch interessanter, denn wer möchte schon seine brandaktuellen URLs im Verlauf eines bestimmten Handys aufspüren. Bei vielen mobilen Angeboten wurde jedoch nicht daran gedacht, einfaches Bookmarken zu ermöglichen und bei automatisch auf Handy-Format transcodierten Seiten, die im Original Buttons zu Delicious, Wong & Co. hatten, fallen die Funktionen in der Mobil-Ausgabe unter den Tisch – oder sie können vom Handy nicht verwertet werden.
Delivr bietet daher mehr als mobiles Format, sondern es geht um bestmögliche – und einfache – Content-Verbreitung: “We’re looking to make sharing content from web-to-mobile & mobile-to-mobile drop dead simple” (so David Harper, Gründer und CEO von Delivr, c/o Engagelogic Corp., New York”). In der Tat kann nach Einloggen super-einfach und schnell ein neuer “Share” (ein Profil) angelegt werden, Angabe der URL genügt, wahlweise kann auch eine YouTube- oder Flickr-URL eingegeben werden.

Abbildung (Mobilisieren eines Weblogs): Öffnen eines Share in der Übersicht (Dashboard) bringt einen Screenshot und Verteilungsoptionen: “Socialize it”, “Send it”, “Print it”. Ersteres beinhaltet u.a. MySpace, Facebook, Delicious und Twitter. Gepostet wird jeweils gleich die (tinyurl-ähnliche) Kurz-URL des Mobi-formatierten Version. Die Format-Codierung auf “DotMobi” übernimmt der Google-Mobilisierer. Auch die Übersetzung in viele Sprachen kommt via Google aufs Handy: als bequemer Zusatz-Service kann die Handy-Seite gleich übersetzt werden. Doch ist das “Socializing” nicht auf das hier gezeigte Desktop-Menü beschränkt: die – auf dem Desktop als Preview verfügbare – Mobi-Version enthält für genau dieselben Web 2.0 Medien Handy-formatierte Eintragungs-”Forms”, die also ohne Ajax etc. arbeiten und auf den meisten Handys funktionieren dürften. Sie kann der mobile Nutzer die Handy-Version seiner oder einer anderen Homepage gleich von unterwegs aus fröhlich in die Web 2.0 Sphären senden – und sie damit sichern und kommunizieren.
Die zweite Option “Send it” (gemeint ist SMS-Versand der mobilen URL) hat im Test schon funktionert, sehr praktisch, ist aber zeitweise noch auf die US eingeschränkt.
Schließlich kann mit “Print it” eine Ausgabe in einem Mini-Flyer-Format erstellt (und in PDF gespeichert) werden. Diese enthält auch einen “Mobile Tag” (oder auch “QR-Code”) mit dem das Handy per Foto die URL erhalten kann.
Der Star des Tages: die coole TEXT-Version! Ganz einfach: statt einen Web-Inhalt erst zu hosten und dann zu verteilen, wird er eingegeben und sofort an Twitter, Facebook und die ganze Mediensammlung verteilt. Über die URL selbst und wo die Daten liegen (in den Clouds natürlich), braucht man gar nicht nachzudenken. Das ganze geht schneller als das Bildfolge-Video. In der brandneuen Version, gibt es sogar Bilder und YouTube-Video-Integration.
Insgesamt bietet Delivr eine Menge Ideen und attraktive Praxisnähe, sicher geeignet, um auch in Deutschland Freunde zu finden und modernes Web voranzutreiben. Dies wird noch unterstützt durch Analyse-Tools aus demselben Hause – u.a. www.percentmobile.com , die es erlauben, die Anteil des mobilen Traffic zu messen. Last not least: delivr nutzt surbl.org, um Nutzer vor Spam zu schützen: Seiten, die als Spam bekannt sind, sind vom Sharing ausgeschlossen – so können sich (fast wie im richtigen Leben) nur “die Guten” vermehren.
Über den Autor: Dr. Eckard Ritter betreibt eine Agentur für Tourismuswerbung – u.a. “Urlaub in Deutschland” (PC-Web, mobiles Web, RTL-Teletext, Print) – und entwickelt Tools für das Mobile Web. Ziel ist die effektive Kommunikation und Werbung mit modernen Medien – im Kundenauftrag und aus Begeisterung dafür – und damit Integration vielfältiger Kanäle wie PC+Handy, barrierefreie Formate, Video, Audio, Blogs und Microblogging (Twitter) sowie Teletext. Mehr über Eckard bei XING.


















