Wie die meisten von Euch wahrscheinlich mitbekommen haben, hat Apple gestern eine Vorschau zur dritten Version des iPhone OS gegeben und dabei einige neue Funktionen vorgestellt. Eine gute Übersicht über die geplanten Änderungen findet man hier bzw. erste Screenshots der neuen Features hier.

Die Gerüchteküche hat bereits einige Tage vorher stark gebrodelt und so waren einige Ankündigungen (MMS und copy&paste) bereits vorab schon im Netz verraten. Wenn man sich nun aber ansieht, wieviele Neuerungen Apple mit diesem Update liefern wird, hat mich dieser Zug gestern doch komplett überrascht. Vorallem, dass nicht nur Endkundenrelevante Funktionalität mit dabei ist, sondern auch sehr viel an der Plattform an sich geändert werden wird (Nutzung von Google Maps, In-App Einkäufe, Unterstützung von Zubehör).

Der copy&paste Hype

Im Hinblick auf die Möglichkeiten die sich daraus ergeben, sind MMS und copy&paste nur eine Randnotiz wert. Persönlich verstehe ich sowieso nicht, wie sich viele Meinungsbildner darüber ergötzen können, dass nun endlich copy&paste verfügbar sein wird. Ja, andere Telefone können das schon ewig, aber ganz ehrlich wie wichtig ist dieses Detail? Es kommt einem fast vor, als wäre c&p neben Telefonieren der Use-Case eines Mobiltelefones. Auf derstandard.at ist heute sogar sinngemäß zu lesen gewesen (die Zeile ist mittlerweile wieder entfernt worden), dass c&p aus Word Dokumenten allerdings nicht funktioniert und dass dies ein Grund dafür sei, dass das iPhone für Geschäftskunden noch immer nicht interessant sei.

Neuer Trend: OS Updates am Handy

Unabhängig von dieser Ankündigung zeichnet sich aber deutlich ein Trend im Smartphone OS Markt ab. Ein Handybetriebssystem entwickelt sich über seinen Lebenszyklus weiter und erweitert damit sein Funktionsspektrum. Kunden werden aktiv auf neue Firmwareversionen aufmerksam gemacht und auch (kostenlos) upgegradet.  Ein Weg den weder Nokia mit Symbian, RIM mit BlackBerry noch Microsoft mit Windows Mobile beschritten haben. Auch wird ein Umdenken stattfinden  – sowohl bei den Kunden und Benutzern, als auch bei den Geräteherstellern.

Ein Grund für diese Entwicklung ist, dass die Hardware Funktionalität nicht mehr in dem Ausmass der bestimmende Faktor bei der Neuentwicklung moderner Smartphones ist, wie es noch vor 2 Jahren war. Die reine Hardware Ausstattung von iPhone, G1 und N97 ist im Wesentlichen gleich. Der große Unterschied ergibt sich, wenn man das Betriebssystem betrachtet und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten. Hier sehe ich Apple und Google mit Android im Vorteil, sollte es Microsoft, RIM und Nokia nicht gelingen ein derartiges Betriebssystem auf die Beine zu stellen.

Fazit: Wow

Schon klar, die protzige Aussage, dass nun über 100 Features hinzukommen und 1000 APIs zur Verfügung stehen, gehört ins Reich des Marketinggeblubbere. Trotzdem muss ich sagen, dass die Version 3.0 berechtigterweise als major update beziffert ist und den Benutzern einiges an Neuigkeiten bietet. Von mir gibt es ein überraschtes Wow.