Mobile Couponing mit Twitter
Früher hat man in Deutschland einmal Rabattmarken geklebt, eine schöne Beschäftigung an langen, dunklen Winterabenden. Diese Promotion-Maßnahme geriet dann bei uns weitestgehend in Vergessenheit, bis sie jetzt – natürlich jetzt mit einem schönen Marketingbegriff versehen – wieder als Couponing zu uns zurück kehrt. Selbstverständlich braucht man im digitalen Zeitalter keine Schere und Klebstoff mehr, ein Handy reicht eigentlich völlig.
Nun wird uns schon seit Jahren erzählt, Couponing würde riesig werden, wir alle würden es tun, die werbetreibenden Unternehmen würden ihren Abverkauf irrsinnig steigern und die Anbieter solcher System würden steinreich. Doch irgendwie klappt es nicht, zumindest ich “coupone” nicht und kenne auch niemanden, der es tut. Gut, ich geben zu, wenig repräsentativ, doch nach wie vor haben wir den Durchbruch des Couponings immer noch nicht erlebt. Die Loyality-Programme, bei denen man irgendwann einmal einlösbare Punkte sammelt, haben auch schon einmal bessere Zeiten gesehen.
Nun machen Microblogging-Services wie Twitter zunehmend von sich reden und da Twitter immer schon mobil war, schauen wir doch einmal, wie sich Twitter und Coupons vertragen. Ich war überrascht, was es schon alles gibt. In den USA sollen mittlerweile übrigens täglich über 1.500 Coupons bei Twitter verteilt werden.
Beginnen wir damit, wie kommt ein Coupon ins Twitterversum? Wie nicht anders zu erwarten, gibt es auch hier einen kostenfreien Service, twtQpon. Mit ein paar Mausklicks ist ein Twitter-Coupon erstellt, in einem weiteren Schritt können die Coupons sogar noch individuell gestaltet werden. Um Coupons bei Twitter zu verteilen, muss man twtQpon nicht einsetzen, es geht natürlich auch in Eigenregie.
Jetzt müssen die Coupons gefunden werden, dafür gibt es CouponTweet, derzeit noch im Beta. “CouponTweet searches Twitter for the best deals and discounts, so you don’t have to. You can use CouponTweet to find the best discounts on everything from clothing to electronics on twitter.” Wenn hier dann noch die Location hinzu kommt, ist es auch mobil gut einsetzbar.
Mit CheapTweet steht ebenfalls ein Service zum Finden von Twitter-Coupons zur Verfügung. CheapTweet ist aber eher ein Digg- oder Yigg-Derivat, denn die besten Angebote können von der Community bewertet werden.
Noch einen Schritt weiter – und für uns Mobilisten wird es hier spannend – geht twibs. Twibs ist ein Business-Verzeichnis, in das sich die Unternehmen eintragen und ihre Coupons hinterlegen können. Es werden alle Informationen zum Twitter-Account eingelesen und es gibt natürlich entsprechende Bewertungs- und Sharing-Funktionalitäten. Das alles wäre nicht umwerfend, wenn dort nicht geschrieben stehen würde “Twibs is going to be delivering a “local” application to twitter users in a few months. Before we do so, we need to know where your business is so we can plot it on the map!” Und damit wäre dann das Twitter-Couponing auch dort, wo die Nutzer sind. Coole Sache, wie ich finde, auch wenn ich einer eigenständigen mobilen Twitter-App nur für das Couponing bei uns keine Überlebenschance einräumen würde. Aber die Funktionalität integriert in “normale” Twitter-Clients auf dem Handy, wäre schon sinnvoll.
Ich bin gespannt, ob auch bei uns die werbetreibenden Unternehmen verstehen werden, wie einfach, preisgünstig und vor allem effektiv sie Twitter nutzen können, um ihren Absatz zu steigern. Location Based Couponing wird zu einem ernst zu nehmenden Instrument, wenn man auf der Basis bestehender und vor allem bereits genutzter Dienste agiert.
Heike Scholz
Heike Scholz ist Gründerin von mobile zeitgeist, Autorin, gefragte Rednerin, Dozentin und Workshop-Leiterin. Mehr in ihrem Speaker-Profil oder auf XING













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