Handybasierte RFID bzw. NFC Lösungen sind in Deutschland noch Mangelware, denn bisher fehlen entsprechende Endgeräte, die eine sinnvolle Interaktion von Mobiltelefon und RFID-Chip erst möglich machen. Hoffnungen werden zurzeit auf das Ticketing-Projekt der Deutschen Bahn Touch & Travel gesetzt, das entsprechende Impulse auslösen soll. Doch auch wenn diese Technologie noch nicht im Massenmarkt angekommen ist, beschäftigen sich Entwickler mit Anwenderszenarien, die wir zukünftig hoffentlich auch als Nutzer gebrauchen werden können. Auch Gartner sieht in NFC eine der Top-Technologien, die die Märkte in 2009/2010 beeinflussen werden.

Auf der CeBIT hatte ich Gelgenheit, mir das RFID-SDK von Alcatel-Lucent anzusehen: touchatag. Mit touchatag kann man mit ein paar Mausklicks Applikationen erstellen und die Funktionen von RFID/NFC testen.

Touchatag ist ein Online-Radio Frequency Identification (RFID)-Service. Mit diesem Dienst können Anwendungen entwickelt werden, die bestimmte Internetanwendungen starten, sobald ein RFID-fähiges Gerät wie z.B. ein Handy, einem RFID-Etikett („tag”) nahe gekommen ist. Mit einem RFID-Chip versehene Gegenstände bieten Nutzern mit einem Klick einen schnellen und leichten Zugang zu Online-Informationen, Registrierungsmöglichkeiten, Ticketshops und Bezahlmöglichkeiten. [...]

Die Touchatag-Produktpalette umfasst fünf neue Geschäftslösungen
- Elektronische Werttransaktionen wie Kundenbindungsprogramme oder die Vereinfachung von Finanztransaktionen,
- Event-Erlebnis: Touchatag hilft, die Interessen von Konsumenten zu erfassen und verbindet Konsumenten mit den für sie interessanten Informationen im Web,
- Interaktive Werbung,
- Intelligente Spiele und Medien sowie
- Lösungen für mobile Mitarbeiter, mit deren Hilfe diese sich mit einer Berührung für einen bestimmten Dienst oder den Informationszugang von unterwegs registrieren können. [...]

Mit den neuen Optimierungen von Touchatag steht den Applikationsentwicklern eine vollständige API Suite zur Verfügung. Damit können sie berührungsfreie Applikationen problemlos generieren und erweitern. Damit sollen innovative Köpfe auf den Touchatag Service aufbauen können. Das Herzstück des Service ist der Touchatag Application Correlation Server (ACS), der die Verbindung zwischen einem RFID-Etikett und einer zu initiierenden entsprechenden Aktion herstellt. Wenn ein RFID-fähiges Gerät das RFID-Etiket berührt, wird automatisch eine Verbindung zum Touchatag ACS aufgebaut. Der ACS verknüpft das internetfähige Gerät dann mit entsprechenden Online-Inhalten und Anwendungen. Von intelligenten Spielen bis hin zu Kundenbindungsprogrammen können die unterschiedlichsten berührungslosen Anwendungen geschaffen werden. Die Touchatag Applikationsentwickler haben jetzt auch eine Website, über die sie ihre Projekte kommunizieren und präsentieren können. Quelle

Touchatag ist nun auch auf die Nutzung von QR Codes erweitert worden, die ebenso wie die RFID Tags zum Einsatz kommen können. Das Starter Package von touchatag gibt es für knapp 30 Euro netto und beinhaltet den USB Reader und zehn RFID-Tags. Die Tags können noch in 25er Losen für rund 20 Euro bestellt werden. Wer sich für RFID interessiert und damit ein wenig experimentieren möchte, für den ist touchatag sicherlich ein guter Anlaufpunkt.