
Eine australische Microsoft Studie sagt, dass….
6 % während einer Beerdigung ihr Handy nutzen
48 % der befragten Australier das Handy sogar am Klo gebrauchen
36 % bereits während einer Hochzeit telefoniert haben
27 % kein Schamgefühl mit dem Handy in der Bibliothek haben
10 % kein Problem haben während des Gottesdienstes Gebrauch zu machen
Hat noch jemand ein paar Beispiele, die uns ins Staunen bringen ??
Die Konsequenz: Wenn Schamgefühl und Rücksicht beim Modell Mensch nicht serienmässig mitgeliefert oder durch gute Erziehung antrainiert werden, dann muss der Gesetzgeber für Moral und Ethik sorgen. In Graz wurde beispielsweise das Telefonieren in den Öffis im Frühjahr 2008 verboten – ein Verbot, das allerdings ohne Strafe bleibt und meiner Meinung nach – auch wenn mich lautes Telefonieren genauso nervt- total absurd ist.
Muss es solche Ver- und Gebote geben, die unser Miteinander regeln?
Ich sage nein – aber nur wenn es etwas mehr Leute mit Courage gäbe, die ihrem Gegenüber einfach nett und höflich (nicht grantig, auch wenn’ s schwer fällt!) zu verstehen geben, dass das Verhalten störend ist. Ja klar, wir haben alle verschiedene “Grenzbereiche”, manche tolerieren lautes Handygeschrei im Bus, andere kriegen schon einen Wutanfall wenn jemand im Meeting eine SMS schreibt. Aber ich denke, dass hier ein gemeinsamer Nenner gefunden werden kann. Auch ganz ohne Gesetzestexte. Doch um den zu finden, ist eine ein natürlicher Prozess von “trial” und “error” notwendig, ähnlich wie auch in einer frisch verliebten Beziehung: Es dauert einfach seine Zeit, bis Mann und Frau die richtige Raumtemperatur gefunden haben mit der beide gut leben können. Man muss lernen, sich mit seinen Mitmenschen rücksichtsvoll zu arrangieren. Nicht nur in einer Liebesbeziehung, sondern auch in der “neuen” Beziehung zwischen uns, unseren Mitmenschen und unserem neuen Freund namens Mobiltelefon.
Haben wir das etwa verlernt? Nett (und nicht angreifend!) zu artikulieren, was uns an anderen Mitmenschen stört? Vielleicht. Und so wird die Rücksicht die uns offenbar fehlt, von einer höheren Instanz in eine Pflicht verwandelt.
Und wie geht unsere Geschichte in Graz aus? Nach einer Umfrge im Herbst 08 steht fest: Das Verbot hatte sogar Erfolg! 36 % der Fahrgäste fühlen sich durch Klingeltöne weniger gestört und 43 % behaupten ihr Handy auszuschalten und nicht zu telefonieren.
Über die Autorin: Aleksandra Schmid ist Mobile Marketer und hat in den letzten Jahren zahlreichen Marken geholfen ihre ersten und auch zweiten mobilen Marketingschritte zu tun. Ihre Einblicke und Erfahrungen teilt sie gerne bei Vorträgen oder schreibt sie nieder, zu lesen unter anderem im Guide der Werbeplanung, im Marketing Magazin Update und hier auf mobile zeitgeist. Aus Amerika hat Aleksandra aber nicht nur spannende Geschichten, sondern auch den Gedanken des Netzwerkens und Wissensaustausches mit nach Hause gebracht und gemeinsam mit fünf Gleichgesinnten den “MobileMonday Austria” ins Leben gerufen. Aleksandra gestaltet die Branche in Österreich aktiv mit und engagiert sich daher im Vorstand der “Mobile Marketing Association Austria” (MMAA). Seit Oktober 2009 ist Aleksandra bei IQ mobile für die Entwicklung osteuropäischer Märkte verantwortlich.
Artikel in der Serie "Der mobile Nomade"
- Wohin geht die Reise, mobiler Nomade?
- Von Wildschweinen & Smartphones…
- Ich bin der Sklave meines Smartphones…
- Und es gibt sie doch, die Eigenverantwortung!
- SMS als Pfefferspray des 21.ten Jahrhunderts
- Ist der Österreicher Sklave seines Smartphones?
- Afrika als nächster Schauplatz für Innovation?
- Freche Franzosen und scheue Briten – der Mobile Life Report 2007
- Mobile Manners – was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr
- Digital Natives – wir sind die Generation ‘unzuverlässig’
- My home is my castle and my Kühlschrank is my iPhone?
- 11.Gebot: Du sollst nicht telefonieren!
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