Sozusagen frisch aus der Druckerpresse kommt das aktuelle Buch von Tom Alby “Das mobile Web“, erschienen im Hanser Verlag, München. Tom Alby machte sich bereits mit seinem Buch “Web 2.0“, das in diesem Jahr neu aufgelegt wurde, einen Namen als Autor.

Hier folgt nun eine etwas längere Rezension. Am Ende dieses Beitrags verlosen wir noch fünf Exemplare von “Das mobile Web” von Tom Alby im Wert von jeweils 24,90 Euro!

Selten erwähnenswert bei Sachbüchern finde ich die äußere Form. In diesem Fall aber doch der dankbare Hinweis auf die Tatsache, dass das Buch aufgeschlagen liegen bleibt und dann auch noch ein Lesebändchen hat. Kleinigkeiten, die das Buch beim ersten Zurhandnehmen sympathisch macht.

Auf der ersten Seite findet sich sofort der Hinweis auf die Möglichkeit, sich das Buch unter Angabe des abgedruckten Codes auch als ebook herunter zu laden. Leider erst nach einer Registrierung, aber so ein Verlag möchte halt auch mal etwas über die LeserInnen wissen. Der Prozess war einfach und alles funktionierte bestens.

Klappentext

Neben einem ausführlichen, auch für Laien verständlichen Überblick über die Technik bestimmen vor allem die nichttechnischen Aspekte das Buch. Alby zeigt auf, welche Anwendungen im mobilen Web denkbar sind, welche bereits existieren und welchen Herausforderungen sich sowohl Hersteller als auch Anwender solcher mobilen Applikationen stellen müssen. Wie wird das mobile Web unser Leben verändern? Wie können Unternehmen das mobile Web für sich nutzen? Welche Möglichkeiten ergeben sich für Anbieter in diesem Umfeld? Welche Chancen und welche Risiken gilt es zu bedenken?

Das Buch wendet sich an Web-User und Web-Professionals gleichermaßen, die erfahren möchten, wie sie das mobile Web optimal für sich nutzen können.

Jeder Klappentext ist etwas vollmundig. So vollständig wie es sich anhört, ist das Buch natürlich nicht. Kann es gar nicht sein, denn sonst würde es, bei der derzeitigen Dynamik in unserem Markt, nie fertig werden. Also greift sich Alby Beispiele heraus, die einerseits exemplarisch andererseits leicht verständlich sind. Gesellschaftliche Entwicklungen zeigt er kurz auf, vertieft sie jedoch nicht. Noch ein weites Feld für Sozialwissenschaftler und Trendforscher. Ebenso kratzen die Nutzungsmöglichkeiten für Unternehmen und Anbieter nur an der Oberfläche, vollständige und komplexe Businessmodelle sollte niemand erwarten. Die Buchbeschreibung hatte mich nicht auf die Fährte geführt, bei insgesamt 229 Seiten zu jedem Aspekt eines dermaßen breiten Themas die mobilen Bits und Bytes persönlich kennen zu lernen.

Also zum Inhalt: Das erste Kapitel widmet sich der historischen Entwicklung, der Erklärung von Netztechnologien und versucht eine Klärung der Frage “Was ist eigentlich das mobile Web?”. Das zweite Kapitel vermischt nun leider ein paar Sachen, die man hätte besser trennen können. So geht der Weg von einer kurzen Betrachtung, wie sich unsere Kommunikation verändern wird, über einen Mix von Technologien und Systematiken und den Restriktionen des mobilen Webs (Endgeräte, Plattformen, Netze, Preisstrukturen) bis hin zu Beispielapplikationen. Hier wäre eine klarere Gliederung besser gewesen, nichts desto trotz vermittelt gerade dieses Kapitel sehr anschaulich, wie unübersichtlich unsere Materie ist. Im nun folgenden, dritten Kapitel versucht Alby Geschäftsmodelle darzustellen, was ihm einfach auf neun Seiten nicht gelingen kann. Es ehrt den Autor, dass er diesen Abschnitt nicht weggelassen hat, da er einfach dazu gehört, aber es ist einfach zu kurz geworden.

In den ersten drei Kapiteln lässt Alby Branchenvertreter zu Wort kommen. Fünf Fachleute beantworten teils persönliche Fragen, Fragen nach der Vergangenheit und der Zukunft der mobilen Welt, so wie sie sie sehen. Neben Ingo Harzheim von tagSolute, Roman Hänsler von aka-aki, Tanja Leuschner von Vodafone und Georg Albrecht, von Apple durfte ich Albys Fragen beantworten.

Kapitel 4 “Entwickeln für das mobile Web” lässt mich weitestgehend ratlos zurück. Ist der Einstieg mit der Beschreibung der mobilen Plattformen von Palm OS, Symbian, iPhone, Android bis hin zu Openmoko im bisherigen Stil des Buches für den Laien gut verständlich, beginnt dann ein umfangreicher Teil des Kapitels mit der technischen Auseinandersetzung mit der Entwicklung mobiler Webseiten. Hier steigt der interessierte Laie aus, aber der Entwickler (wenn er bis hierher durchgehalten hat) nicht ein, da es für ihn wiederum zu dünn ist. Fast 40 Seiten, die in meinen Augen an der Zielgruppe “Laien und interessierte Nicht-Entwickler” vorbei gehen. Da wäre es besser gewesen, im dritten Kapitel den Geschäftsmodellen mehr Raum zu geben.

Das fünfte und letzte Kapitel rundet das Werk mit einem Blick in die Zukunft ab, streift noch Probleme wie die fragmentierten Plattformen, die den Markt behindern, Datenschutz und -verfügbarkeit.

Soweit zum inhaltlichen Überblick, nun zu ein paar fast formalen Kritikpunkten. Für Fachleute ist es immer schwer, sich vom eigenen Fachchinesisch zu lösen und den fachfremden Leser mitzunehmen. Alby vergisst leider oft, Begriffe zu erklären. Exemplarisch ein Blickauf Seite 109. Dort tauchen die Begriffe “EPOC”, “SDK” und “IDEs” alle zum ersten Mal auf und werden leider nicht erläutert. Zumindest “SDK” findet sich dann im Glossar, die beiden anderen bleiben unerklärt.

Bei der Nennung von Marktanteilen versäumt es Alby zu sagen, worauf sich die Marktanteilsangaben beziehen. Wieder Seite 109: “Im ersten Quartal 2008 hatte der Blackberry einen Marktanteil 44,5%.” [sic!] Auch fehlen im Text die direkten Verweise auf die Quellen. Diese sind zwar im Literaturverzeichnis aufgeführt, aber es gibt leider keine Endnoten, die den Leser eine Verbindung zwischen der Aussage und der Quelle herstellen lässt. Hier hätte man insgesamt etwas “sauberer” arbeiten können, diese Kleinigkeiten tun aber inhaltlich keinen Abbruch.

Fazit

Das Buch “Das mobile Web” von Tom Alby gibt einen komprimierten und guten Überblick über das Thema. Leicht zu lesen, in einer verständlichen Sprache geschrieben und mit den Sachverhalt gut illustrierenden Beispielen rauscht der Autor durch ein komplexes Gebiet, das er für Nicht-Techniker aufbereitet. Hierbei bleibt die Betrachtung natürlich an der Oberfläche und kann keinen tiefen Einblick geben. Wer also detaillierte Informationen sucht oder sein vorhandenes Wissen vertiefen möchte, sollte zu anderen Werken greifen. Entwickler sollten sich die Investition in dieses Buch sparen, sofern sie technische Informationen benötigen. Wer jedoch einen leicht zugänglichen Einstieg ins Thema sucht, ist mit diesem Buch optimal bedient. Sie haben einen Chef, einen Kunden oder Kollegen, der schon immer etwas mehr über das mobile Web wissen wollte? Schenken Sie ihm dieses Buch!

Neugierig geworden? Hier gibt es das Inhaltsverzeichnis, das Vorwort und eine auführliche Leseprobe. Die Webseite zum Buch gibt es natürlich auch.

Buchverlosung

Wir freuen uns, fünf Exemplare von Tom Albys Buch “Das mobile Web” unter unseren LeserInnen verlosen zu dürfen.

Sagt uns einfach hier in den Kommentaren, auf welche Funktion Ihr auf Eurem mobilen Endgerät am sehnsüchtigsten wartet. Was soll Euch das mobile Web bieten? Was fehlt Euch? Welche “Killerapplikation” braucht Ihr unbedingt?

Unter allen Kommentierenden verlosen wir dann die fünf Bücher. Vergesst auf keinen Fall Eure Email-Adresse anzugeben, sonst können wir Euch nicht benachrichtigen, wenn Ihr gewonnen habt.

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