Immer mehr Menschen nutzen auf ihren mobilen Endgeräten Email und es tauchen nun vermehrt unten die Signaturen “sent from my xyz” auf. Wir waren es ja schon gewohnt, das “sent from my Blackberry” zu lesen, nun kommt auch noch “sent from my iPhone” und wahrscheinlich noch viele mehr hinzu. Ich frage mich, hat diese Zeile irgendeinen Nutzen für den Empfänger?

Kürzlich erhielt ich eine Email, die ich schnell von unterwegs beantworten wollte. Aufgrund der fehlenden Höflichkeitsausdrücke, meiner fast an Unhöflichkeit grenzenden Kürze und den diversen Tippfehlern, die bei meiner Frickel-Tastatur des Nokia N95 unvermeidlich sind, war ich versucht, unter meine Mail “sent from my Nokia N95″ zu schreiben. Quasi als Entschuldigung, dass meine Nachricht so kurz und teilweise verstümmelt war. Ich habe es nicht getan, weil es nicht notwendig ist, dass eine am Handy geschriebene Nachricht Tippfehler enthalten muss. Enschuldigen wir mit der Signatur also unsere Schlampigkeit oder Faulheit?

Auch wenn es länger dauert, es muss doch möglich sein, sofern der Empfänger mir wichtig ist, dass ich mir ausreichend Zeit nehme, eine “ordentliche” Nachricht zu verfassen. Den Empfänger interessiert es nicht, ob ich ihm von einem suboptimalen Gerät schreibe. Meine Achtung und meine Respekt vor ihm ist doch nicht verschwunden, nur weil ich vom Handy aus handle. Zu konservativ? Zu 1.0?

Kurz zurück zu meiner Email: Ich habe die Tippfehler korrigiert und einen annehmbaren Text verschickt. Es hat halt etwas gedauert, aber so war es mir lieber.

Ein weiterer Grund für die Signatur kann auch sein, dass jemand allen seinen Empfängern unbedingt mitteilen möchte, welches Endgerät er nutzt. Der Blackberry als Statussymbol. Auch iPhone-Nutzer sind mit einer Emotionalität gegenüber ihrem Mobiltelefon (darf man das eingentlich zum iPhone noch sagen?) beseelt, dass es für mich schon manchmal leicht krankhaft wirkt. Gruppenzugehörigeit durch Endgerätewahl? Angeberei?

Zurück zu meiner ersten Frage: Hat die Signatur einen Nutzen für den Empfänger? Mache ich es mir einfach nur leicht, Stichwort “Entschuldigung für geringere Qualität”? Ist die Information über das von mir genutzte Endgerät wichtig für den Empänger oder befriedige ich damit mein Ego? Hatten wir nicht alle von den Kommunikationswissenschaftlern gelernt, dass nich das was ich sende enscheidet, sondern das, was der Empfänger versteht? Welche Botschaft kommt nun beim Empfänger an und wie entscheidend ist sie für die Kommunikation?

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