Eine harte Überschrift aber das gute Stück kostenlose Software, was Nokia da für das S60 anbietet, könnte tatsächlich die mitunter nicht immer sehr schönen 2D-Codes überflüssig machen.

Da bieten die Finnen mit dem “Nokia Multiscanner” tatsächlich eine kostenlose OCR-Software an und das Ding funktioniert auch noch erstaunlich gut! Noch kann man mit dem NMS zwar “nur” Visitenkarten oder freie Texte einlesen, aber die Optionen sind vielfältiger Natur: Warum einen QR-Code aufs Plakat bannen, wenn die Handys sowieso schon alle “echte” Texte lesen können?

OCR-Test

Es dürfte also eine Frage der Zeit sein, dass zusätzlich URLs, SMS-Nummern und natürlich weitere Anwendungen, bei denen sonst 2D-Codes zur Anwendung kommen, verarbeitet werden können. Eine weitere Idee, die Nokia zur Zeit umsetzt: die Übersetzungsfunktion. Wie gut die Qualität der Übersetzung sein wird, ist die eine Sache, aber ein Tourist, der im hintersten Dschungel im Urlaub eine Speisekarte scannt und in der deutschen Übersetzung Tiere erkennt, von denen er niemals geahnt hätte, dass man diese überhaupt essen kann, wird den Programmierern ewig dankbar sein!

Ich habe mir den Multiscanner jedenfalls sofort runtergeladen (alternativ: hier) und war nach ein paar wenigen Versuchen begeistert. Bei Dokumenten mit unterschiedlichen Schriften tat er sich ein bisschen schwer, aber der gescannten Text aus einem alten PAGE-Magazin wurde nahezu anstandslos erkannt. Von den üblichen Problemen durchschnittlicher OCR-Software bleibt natürlich auch das mobile Pendant nicht verschont: Umlautpunkte werden geflissentlich ignoriert, geringe Zeichenabstände mitunter ausgelassen und Buchstaben, die sowohl in Klein- als auch in der Großbuchstabenversion (z. B. “zZ”, “cC”, “fF” etc.) ähnlich sehen, setzen neue Maßstäbe in der deutschen Rechtschreibung! Aber das Entscheidende ist: Die Texte bleiben insgesamt gut lesbar!

Für jemanden, der mit seinem Handy gerne experimentiert (oder damit angibt), für den ist der Nokia Multiscanner zweifellos ein Must-have! Auch, wenn der Funktionsumfang noch etwas dürftig ist: Bis auf Visitenkarten und Notizen, die er mit der Kamera einliest und die abgespeichert werden können, gibt es nur noch die Möglichkeit, bereits gespeicherte Fotos einzuladen und die Texterkennung darüber laufen zu lassen.

Mich wird man jedenfalls in den nächsten Tagen oft mit einem Handy auf der Stuttgarter Königstrasse herumlaufen und sämtliche Buchstaben mit meinem Handy anvisieren sehen.

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