Leider ist auch im Mobilfunk nicht alles Gold was glänzt. Kürzlich gab es den Fernsehbericht über die Coltan-Gruben im Kongo. Nun erhebt das Projekt makeITfair schwere Vorwürfe gegen die Elektronikindustrie.
Bei Herstellern von Mobiltelefonen würden schwere Arbeitsrechtsverletzungen vorliegen und unwürdige Arbeitsbedingungen herrschen. Das von der EU geförderte dreijährige Projekt besteht aus neun Organisationen aus verschiedenen Ländern und hat die Zustände in sechs asiatischen Zulieferfabriken untersucht, die Bauteile für Nokia, Samsung, Motorola, LG, Sony Ericsson und das Apple iPhone produzieren. makeITfair zufolge verletzen die vorgefundenen Arbeitsbedingungen nationale Gesetze, Konventionen der internationalen Arbeitsorganisation und selbst die eigenen Verhaltenskodizes der Handykonzerne.
“Die Fabrikarbeiter in China und den Philippinen müssen einen hohen Preis dafür zahlen, dass wir Handys immer billiger kaufen können. Den zumeist jungen Frauen in den asiatischen Fabriken werden ihre Grundrechte vorenthalten. Oft haben sie kaum eine Chance, ihre Situation zu verbessern, da unabhängige Gewerkschaften zumeist verboten sind”, sagt Cornelia Heydenreich von Germanwatch, einer der beiden deutschen Trägerorganisationen von makeITfair.
Eine Stellungnahme von Nokia gibt es bereits.
“Wir nehmen den Bericht ernst und haben in den vergangenen sechs Monaten mit dem Projekt und den Fabriken zusammengearbeitet, um die Vorwürfe und Verbesserungsmöglichkeiten in den Fabriken zu diskutieren”, heißt es von Nokia auf Anfrage von pressetext. Illegale Handlungen, wie sie in dem Bericht beanstandet werden, würden von dem finnischen Handykonzern in keiner Weise akzeptiert. “Neben der Erfüllung gesetzlicher Pflichten äußert der Bericht Bedenken über die Notwendigkeit, den Standard der Arbeitsbedingungen in den Fabriken an jenen in anderen Teilen der Welt anzugleichen. Nokia arbeitet bereits seit einigen Jahren mit seiner Zulieferkette zusammen, um Fortschritte in der Rechtseinhaltung und Verbesserungen in der sozialen und ökologischen Praxis speziell in Entwicklungsmärkten mit einer noch relativ jungen Industrie zu erreichen”, so Nokia. Weitere Verbesserungen seien vorgesehen und Nokia werde dort Maßnahmen ergreifen, wo sie erforderlich sind. Quelle
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Wahnsinn. Ausgerechnet beim Thema Arbeitsrechtsverletzungen sind sich scheinbar alle Handy-Hersteller einig. Am einfachsten wäre es doch, Nokia würde mit gutem Beispiel vorangehen und die Arbeitsbedingungen umgehend verbessern - der Marktführer könnte sich das eher leisten als einen globalen Imageschaden (hoffe ich zumindest). Das Thema muss sicher langfristig im Fokus bleiben, ein kurzer Sturm im Wasserglas wird an den Bedingungen nichts ändern. Also am besten auf jeder schicken Produktpräsi nachfragen, wie der Stand ist.