Die Games Convention ist gerade vorbei, da überschlagen sich wieder einmal die Meldungen über die Verbreitung von Handygames in Deutschland. Der Entertainmentfaktor dieser “Erfolgszahlen” liegt diesmal allerdings nicht an den Zahlen selbst, vielmehr kann man sich diesmal an der fragwürdigen Datenerhebung und den starken Widersprüchen ergötzen, die teilweise eklatant sind.
Die meisten Berichte (hier, hier und hier) beziehen sich dabei auf die Ergebnisse einer Marktuntersuchung des amerikanischen Forschungsinstituts comScore. Demnach beträgt der Anteil der mobilen Daddler in Deutschland derzeit 22,3% aller Handynutzer, was ca. 10,9 Millionen Spieler bedeutet. Davon laden allerdings nur 3,7 Millionen ihre Spiele runter, doch 8,6 Millionen beschränken sich hauptsächlich auf die bereits vorinstallierten Spiele.
Der Haken an dem Ergebnis: comScore selbst! Das Unternehmen legt seine Erhebungsmethoden nicht offen. Zudem bekam das Unternehmen Im April 2008 eine Strafe für die Veröffentlichung irritierender Google-Klickzahlen, welche über 18% von den “realen” Zahlen (nach Googles Berichten) abwichen, weswegen man ebenfalls nicht gerade einen Altar für diese Ergebnisse bauen sollte.
Soweit, so ungut! In einer weiteren Statistik sehen diese Zahlen wieder ganz anders aus! Die Fachzeitschrift “Connect” hat nur 3 Wochen vorher in Zusammenarbeit mit P3 Solutions und Nokia Siemens Networks die “In Touch”-Studie ausgewertet, demzufolge lediglich ca. 0,6% der Gesamtnutzer auf ihrem Handy spielen.
Diese Abweichung um 21,7% ist natürlich wenig dezent!
Die Teilnehmer dieser Studie mussten allerdings ein S60-Handy nutzen und nachdem die Teilnahmebedingungen etwas umständlich waren, kann man davon ausgehen, dass hauptsächlich Handyfreaks an dieser Studie teilgenommen haben. Bedeutet das nun, dass ausgerechnet Handyfreaks keine Spiele spielen? Oder nur S60-Nutzer? Sagt das stark zielgruppenbeschränkte Ergebnis überhaupt etwas über das Verhalten der Handynutzer aus?
Das Einzige, was man über diese Zahlen also sagen kann:
- Der Handyspielemarkt in Deutschland hängt sowohl den Erwartungen und Prognosen als auch im internationalen Vergleich deutlich hinterher! Denn selbst wenn man die optimalste Zahl zur Hand nimmt, hat der Handyspielemarkt bislang keine einzige der positiven Prognosen erfüllt.
- Es gilt wie immer: Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast! Zwar mögen die genannten Ergebnisse frei von Manipulation sein, aber solange die Datenerhebung derart fragwürdig ist, sind die Zahlen nur Schall und Rauch!
Ich selbst habe übrigens in einer allumfassenden Studien herausgefunden, dass 31-jährige Stuttgarter MZ-Blogger mit dem Sternzeichen Skorpion, die u. a. ein N95 und ein K750i besitzen, blonde Haare haben und Statistiken blöd finden, ab und zu mal ein Spiel auf ihrem Handy spielen. Über die Datenerhebung sage ich zwar nichts, aber Ihr könnt mir zu 100% glauben…















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