“Bleiben Sie sofort stehen, stehen bleiben oder ich… oder ich……” Oder was? Oder ich schiesse? Nein, nein… “Bleiben Sie sofort stehen, stehen bleiben oder ich… oder ich…… ich…schreibe eine SMS”- WOW meine Knie zittern
So oder so ähnlich werden dann die Dialoge aus den neuen Tatort Folgen aussehen, wenn sich erstmal der Trend zur neuen Verbrechensbekämpfung aus den USA auch nach Deutschland bewegt
“Text-a-tip” heisst das von VeriSign & Hill Holiday konzipierte SMS Chat Programm, das es der Bevölkerung ermöglicht Tipps zu möglichen Verbrechen anonym an die Polizeizentrale zu schicken. Die Stadt Boston hat hier Pionierarbeit geleistet und als erstes das Programm im Sommer 2007 gelaunched.
Die Idee ist es speziell die Hemmschwelle der jüngeren Generation zu senken, da Jugendliche eher per SMS Hinweise abgeben als dass sie eine Hotline anrufen. Noch dazu ist SMS anonym solange der Tippster es anonym halten will, die Nummer ist dem Polizeibeamten nicht ersichtlich.
Innerhalb von 12 Monaten hatte die Polizei in Boston 678 SMS Tipps erhalten, im Vergleich dazu gingen in der selben Zeit 727 Tipps über die Hotline ein. Meiner Meinung nach funktioniert es vor allem deshalb, weil man in den USA mit dem Thema Sicherheit einfach immer einen wunden Punkt trifft.
Und immer mehr US Städte ziehen nach: Tampa, San Francisco, Seattle, Denver, Indianapolis, New Orleans und Detroit. “Text-a-tip” wurde seit dem Launch auch mit zwei Auszeichnungen beehrt, erst letzten November mit dem Massachusetts Innovation & Technology exchange Award MITX (”Best Use of Mobile Phone”) und diesen Juni mit dem VITA™ Wireless Samaritan Award der Wireless Foundation. Klingt fast so wie die Foundation für Recht und Verfassung aus Knight Rider
Mir zeigt das vorallem, dass man mit SMS oder mobilen Technologien durchaus auch sinnvolle Services anbieten kann und man mal raus aus dem Klischee der Spassfabrik kommt.
Hat irgend jemand noch andere gesellschaftlich und sozial wertvolle mobile Services auf Lager?
Über die Autorin: Aleksandra Schmid ist Mobile Marketer und hat in den letzten Jahren zahlreichen Marken geholfen ihre ersten und auch zweiten mobilen Marketingschritte zu tun. Ihre Einblicke und Erfahrungen teilt sie gerne bei Vorträgen oder schreibt sie nieder, zu lesen unter anderem im Guide der Werbeplanung, im Marketing Magazin Update und hier auf mobile zeitgeist. Aus Amerika hat Aleksandra aber nicht nur spannende Geschichten, sondern auch den Gedanken des Netzwerkens und Wissensaustausches mit nach Hause gebracht und gemeinsam mit fünf Gleichgesinnten den “MobileMonday Austria” ins Leben gerufen. Aleksandra gestaltet die Branche in Österreich aktiv mit und engagiert sich daher im Vorstand der “Mobile Marketing Association Austria” (MMAA). Seit Oktober 2009 ist Aleksandra bei IQ mobile für die Entwicklung osteuropäischer Märkte verantwortlich.
Artikel in der Serie "Der mobile Nomade"
- Wohin geht die Reise, mobiler Nomade?
- Von Wildschweinen & Smartphones…
- Ich bin der Sklave meines Smartphones…
- Und es gibt sie doch, die Eigenverantwortung!
- SMS als Pfefferspray des 21.ten Jahrhunderts
- Ist der Österreicher Sklave seines Smartphones?
- Afrika als nächster Schauplatz für Innovation?
- Freche Franzosen und scheue Briten – der Mobile Life Report 2007
- Mobile Manners – was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr
- Digital Natives – wir sind die Generation ‘unzuverlässig’
- My home is my castle and my Kühlschrank is my iPhone?
- 11.Gebot: Du sollst nicht telefonieren!
- Sag mir qando, sag mir wann…
- Wer hat an der Uhr gedreht?
- Ungemütliche Realität: SMSn beim Fahren gefährlicher als Alk am Steuer
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