Das ich zu den wirklich wahren Fans von Fritz Joussen, Vodafone-Chef in Deutschland, gehöre, wissen ja die regelmässigen Mobile Zeitgeist LeserInnen. Nun hat er der FTD ein Interview zum Handy-TV gegeben. Aus dem Artikel möchte ich hier nur die Zitate von Joussen wiederholen, da er (hey, super Bezugsfehler…ich meine den Artikel in der FTD) sonst nicht wirklich viel hergibt. Dabei behmühe ich mich um Vollständigkeit, damit mir niemand nachsagen kann, ich würde die Aussagen aus dem Zusammenhang reissen. Also, bitte zurücklehnen und einen unserer Top-Manager einfach nur geniessen:

“Das Modell eines kostenpflichtigen Angebots auf Basis eines separaten TV-Signals ist schwierig” [...] Dies gelte spätestens, seit Handys verfügbar sind, die auch reguläre TV-Signale empfangen. “Diese Geräte kamen überraschend und stellen ein kostenpflichtiges Abomodell infrage”

Überraschende Geräte mit DVB-T. Ist klar, wenn es die in anderen Ländern gibt, dann ist es ja total überraschend, dass sie irgendwann auch auf unserem Markt auftauchen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Gerangel um DVB-H endlos war. Jetzt frage ich mich, wurde hier die gesamte Vodafone überrascht oder nur ihr Chef?

“Ich werde auch kein Bezahl-TV auf dem Handy unterstützen, solange die Gefahr besteht, dass Kunden dann weniger Geld für andere Dienste ausgeben” [...] Vodafone habe daher für ein werbefinanziertes Handy-TV plädiert, die Medienwächter aber nicht überzeugen können. “Wir sind allerdings offen für einen Markttest. Nur hat uns von Mobile 3.0 noch niemand angesprochen”

Ich mache das Geschäft nicht, weil keiner zu mir kommt. Was ist er jetzt? Beleidigt oder arrogant?

Vodafone selbst plane, über Zusatzdienste an mobilem TV zu verdienen. “Wir bieten dann intelligente Software an. Die bietet eine Wiederholfunktion oder die Möglichkeit, Produkte und Dienste zu kaufen, die gerade im TV gezeigt worden sind. Etwa Songs bei Musiksendern.”

Wow! Da ist dann bestimmt auch der Vertrieb von Klingel- und Ringbacktönen dabei. Sehr innovativ!

“Ich wünsche mir Kunden, die uns voller Überzeugung empfehlen.” Hierbei habe sein Unternehmen noch Nachholbedarf. “Wie viele Kunden wären eigentlich traurig, wenn es Vodafone morgen nicht mehr gäbe?”, fragte der Firmenchef rhetorisch.

Ich weiß, auf rhetorische Fragen antwortet man nicht, also lasse ich es.

“Fans sind treu, weniger preissensibel und wechseln seltener zu Wettbewerbern” [...] Zudem verziehen Fans dem Unternehmen auch eher Fehler. Er habe zwar keinen Geschäftsplan erstellt, rechne aber mittelfristig mit einer finanziell spürbaren Wirkung des Programms.

Das finde ich ja cool. Wir machen eine Kampagne, dann sind einfach mal unsere Kunden unsere Fans (<– die sind nämlich so doof). Und man selbst verdient trotzdem mehr Geld, weil jetzt kann man einfach Fehler machen und die doofen Kunden kündigen nicht. Das Ganze sogar ohne Geschäftsplan. Ich möchte bei Vodafone arbeiten, wenn man dort ohne Geschäftsplan richtig Kohle ausgeben darf. ;)

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