Schon zur Fußball-WM feierte ja das Mobile TV seinen Durchbruch. Wie? Nichts davon bemerkt? Könnte daran liegen, dass entgegen aller Ankündigungen nichts dergleichen passiert ist. Aber jetzt, zur EM, da klappt es aber. Ach? Auch nicht? Jein, sie haben es fast geschafft. Es wird gesendet, aber keiner schaut zu.

Bisher hat Handy-TV vor allem durch Formatquerelen und Fehlstarts von sich reden gemacht. Das DVB-H-Betreiber-Konsortium Mobile 3.0 will nun Anfang Juni den mobilen Fernsehdienst in den Ballungsräumen Frankfurt, Hamburg, Hannover und München starten. Viele Zuschauer wird DVB-H zur EM allerdings nicht gewinnen können, denn während der als „Soft-Launch“ deklarierten Phase ist nicht ein einziges Endgerät im Handel verfügbar, auch die nötigen Vertriebswege fehlen.

Netzbetreiber und Reseller haben – rechtzeitig zur Fußball-EM – auf das als „Überall-Fernsehen“ gepriesene umgesattelt: Das LG HB620T empfängt digitale Fernsehprogramme nach dem -Standard auch ohne Zusatzvertrag, außer den GEZ-Gebühren fallen keine weiteren Kosten an. Es ist bei T-Mobile und Vodafone erhältlich, aber auch Debitel, E-Plus und O2 wollen das TV-Handy anbieten. Vodafone hat zudem das Windows-Smartphone GSmart T600 mit -Empfänger im Programm, ein bereits im März 2007 vorgestelltes Gerät mit einem 2,6-Zoll-Touchscreen und VGA-Auflösung.

Wer dennoch die EM am Handy erleben möchte, kann sofern er ein UMTS-fähiges Gerät und einen entsprechenden Datentarif hat, dies auch per Videostream tun. ARD und ZDF stellen alle Spiele Online, von wo sie auch mit einem Mobiltelefon geladen werden können.

Die Qualität der Live-Streams hält dem Vergleich mit einer DVB-Sendung jedoch nicht stand. Sie hängt stark von der Auslastung der Funkzelle ab, häufig kommt es zu Blockartefakten oder das Bild friert mitunter minutenlang ein. Wenn das Bild wieder flüssig läuft, ist das Elfmeterschießen vielleicht schon vorbei.

Auch die deutliche Zeitverzögerung stört. Während auf dem Handy-Display noch die Ecke vorbereitet wird, hört man oft schon den Torjubel aus den offenen Fenstern rundum. Abgesehen von Live-Events und Nachrichten-Kanälen bieten die Netzbetreiber nur ältere TV-Inhalte wie Soaps oder Comedy-Ausschnitte, die als Schleife gestreamt werden und sich meist nach einer Stunde wiederholen.

Die Zitat sind einem sehr lesenswerten Artikel bei heise entnommen.

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