Wenn ich schon so streng mit neuen Web-/Mobile-based Communities bin, dann muss ich leider auch sagen, dass Ferrero und Mindmatics auch nicht viel Neues einfällt.

Die MindMatics AG setzt für Ferrero mit dem kinder Riegel EM Special 2008 eine integrierte On-Pack-Promotion in Millionenauflage um, bei der eine Fun Cam, Klingeltöne, SMS-Sounds, personalisierte Logos, ein Handy-Game und als besonderes Special der mobile EM-Turnierplaner das Fußballfieber anheizen. [...] Auf der Innenseite der kinder Riegel Aktions-10er Packs findet der Käufer seinen persönlichen Teilnahmecode, der an die Kurzwahlnummer 60400 geschickt wird und Zugang auf das mobile kinder Riegel EM Portal gibt.

Soweit für das Mobile Marketing “traditionell” und nicht besonders ansprechend. Doch etwas mehr wurde dann ja doch gemacht, deswegen ja auch das “nicht viel Neues”…ein klein wenig Neues ist ja dabei:

EM-Turnierplaner, der an die ersten 20.000 Teilnehmer zusätzlich zu dem jeweiligen Handyspecial vergeben wird. Mit dem Planen des Turniers wird die EM vorbereitet und live erlebbar gemacht - der User findet hier alle Spiele, alle Ergebnisse und zusätzliche Features wie z. B. ein Fußball Quiz. Der Planer kann vom Kunden automatisch während der EM aktualisiert werden. Spielergebnisse, Tabellen sind immer auf dem neuesten Stand. Weiteres Highlight ist die EM-FunCam - der User kann aus mehreren fußballtypischen Masken wählen und sich und seine Freunde auf dem Handy verewigen. Jedes geschossene Bild kann zudem an Freunde per MMS versendet werden. Quelle

Gut…ich gebe es zu…man erstarrt jetzt nicht gleich in Ehrfurcht, aber immerhin ein Bisschen mehr als “nur” eine On-Pack-Kampagne. Und hierbei möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass Ferrero (meist im Zusammenspiel mit Mindmatics) schon sehr früh angefangen hat, “Mobile” in die eigene Vermarktung mit einzubeziehen. Bei allem Lästern sei doch der Hinweis erlaubt, dass es zig andere Markenunternehmen gibt, nicht nur, aber auch aus der Lebensmittelindustrie, die sich bis heute noch überhaupt nicht auf Handys haben blicken lassen.

Aus dem Blickwinkel der innovativen mobilen Kampagne sieht es halt nicht so dolle aus. Da hätte es durchaus etwas pfiffiger sein können. Jetzt sehe ich vor meinem geistigen Auge gleich jemanden tief Luft holen (keine bestimmte Person): “Jahaa, Frau Scholz, wir würden ja etwas viel viel innovativeres machen, aber unsere Kunden / unser Auftraggeber / mein Chef / unser Vorstand (nicht Zutreffendes bitte streichen) will/wollen ja nichts so kompliziertes. Das verstehen die ja nicht.” Und dabei hatte ich ja nur “pfiffig” gesagt und nichts von “kompliziert”. Doch das ist in sehr vielen Köpfen leider heute noch ein und dasselbe. So, ich denke, ich habe es erfolgreich geschafft, mich wirklich bei allen unbeliebt zu machen und schließe diesen Beitrag. ;)

Weitere Artikel von Heike Scholz

Ihnen hat der Beitrag gefallen? Abonnieren Sie einfach unseren RSS Feed oder unseren Email-Newsletter.

Verwandte Artikel