Vor einigen Wochen haben wir uns bei Mobile Zeitgeist überlegt, eine neue Reihe ins Leben zu rufen. Das Ziel dabei: verschiedenen Unternehmen aus der Branche dieselben drei Fragen zum mobile Business zu stellen. Jeden Freitag wollen wir nun jeweils die Antworten einer dieser Firma veröffentlichen.
Den Auftakt zu dieser Reihe machen die sympathischen Schweizer von kooaba, die mit ihrer Objekterkennungstechnologie physische Objekte mit digitalen Inhalten verknüpfen.
Beschreiben Sie kurz Ihren Service.
kooaba ist eine innovative Lösung, mit der es möglich ist, Dinge des realen Lebens mit dem mobilen Internet zu verknüpfen. Eingesetzt wird hierfür die Objekterkennung, die es jedem Nutzer eines Kamerahandys auf einfache und intuitive Art ermöglicht, digitale Informationen und Inhalte auf das Mobiltelefon zu senden. Hierfür muss er lediglich mit seiner Kamera das Objekt abfotografieren und dieses Bild per MMS, Email oder mittels unseres Java-Clients an kooaba schicken. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Objekt ein Bild, ein beliebiger Gegenstand, ein Gebäude, ein Plakat oder auch eine Anzeige in einer Zeitschrift ist. kooaba erkennt das Objekt und schickt den hierzu hinterlegten Content an den Nutzer zurück. Auch hier sind die Variationen vielfältig. Textnachrichten, Bilder oder Bilderstrecken, Podcasts, Videos, Klingeltöne, Wallpaper oder ein Link zu einer Webseite können zum Einsatz kommen.
Die Stärke der Objekterkennung liegt darin, dass der Nutzer keine Applikation auf seinem Handy installieren muss, um diesen Dienst zu nutzen. Das Fotografieren und Verschicken von MMS ist heutzutage ein gelerntes Verhalten und stellt keine Hürde mehr für die Konsumenten dar. Die Verbreitung von Kamerahandys liegt auch in Deutschland schon bei ungefähr 80 Prozent. Einfachheit, eine große Reichweite und geringe Kosten machen die Objekterkennung zu DEM Tool im Mobile Marketing.
Warum haben Sie gerade diesen Service im Mobile Business gestartet?
Mit dem Aufkommen des mobilen Internets stellt sich die Frage nach der einfachsten möglichen Informationssuche für mobile Endgeräte. Tippen von Suchanfragen ist umständlich, der User will zudem möglichst direkt und ohne langes Browsen zum gewünschten Inhalt gelangen. Hier setzt die mobile Bilderkennung an, und hier liegt auch unsere Kernkompetenz.
kooaba wurde 2006 von Herbert Bay und Till Quack gegründet, die sich bereits beide in Ihrer Doktorarbeit am Computer Vision Lab der ETH Zürich mit Bilderkennung beschäftigten. Erste Prototypen, als Museumsführer auf Tablet PC’s, wurden dabei schon 2005 demonstriert. Die Weiterentwicklung zu einem Produkt für Mobiltelefone erfolgte dann 2006.
Uns fasziniert besonders das große Potenzial der mobilen Bilderkennung: der Markt und die Zahl der Anwendungen sind riesig, die Technologie ist Marktreif, aber noch sehr neu, so dass auch hier das Entwicklungspotential enorm ist.
Welchen konkreten Nutzen hat ihre Zielgruppe von Ihrem Service?
Der Service von kooaba hat im Grunde mehrere Zielgruppen. Die wichtigsten sind sicherlich die werbungtreibenden Unternehmen und die Konsumenten. Die Unternehmen erhalten ein einfach zu administrierendes Tool, mit dem sie schnell und unkompliziert interaktives Mobile Marketing betreiben können. Der direkte Kontakt zum Nutzer, zu vergleichsweise geringen Kosten, auf einem Always-On-Medium erweitert alle Werbe- und Kundenbindungsmaßnahmen um sinnvolle und effektive Funktionen, die in dieser Form bisher nicht möglich waren.
Für die Konsumenten ist durch die intuitive Bedienung schnell der Nutzen klar, den sie von dem Dienst haben. Die reale Welt wird sozusagen verlinkt und hinter ganz normalen Gegenständen befinden sich Informationen, Unterhaltung oder auch ein Kauferlebnis.
Ganz allgemein gefragt, wo sehen Sie, in den nächsten Jahren, die größten Chancen bzw. die größten Herausforderungen im Mobile Business?
Sowohl die größten Herausforderungen als auch Chancen liegen darin, dem Nutzer auf einem derart persönlichen Medium wie dem Handy sinnvolle und werthaltige Produkte, Services und Lösungen anzubieten. Hierbei ist es gerade die Intimität des Mobiltelefons, welche es erforderlich macht, dem Konsumenten die Wahl zu lassen und ihm damit auch die Macht zu geben, mit einem Unternehmen, einer Marke, einem Dienstleister Kontakt aufzunehmen. Dies ist ein Paradigmenwechsel, wie ihn derzeit die gesamte Werbung durchmacht. Doch das Handy ist das persönlichste, always-on, immer dabei und so auch mit der größten Vorsicht zu behandelnde Medium, das wir z. Zt. haben. Es stellt damit die höchsten Anforderungen an das Konzept einer Maßnahme, bietet aber auch Unternehmen riesige Chancen, sich selbst und die eigenen Produkte optimal zu präsentieren.
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