Wie unschwer zu überhören war, hat Apple letzten Donnerstag die Pläne rund um das SDK für iPhone Applikationen und die iPhone 2.0 Firmware in einer Pressekonferenz/Show bekanntgegeben. Vieles wurde darüber bereits berichtet, verglichen und geschrieben. Hier die wichtigsten Punkte aus meiner Sicht mit weiteren Artikelreferenzen zum Weiterlesen:

Mit dem Firmware Release 2.0, welches im Juni erscheinen wird, öffnet sich Apple den Businesskunden und wird damit RIM aka BlackBerry Konkurrenz machen. Kern dabei ist die Unterstützung von Push Email mit Anbindung an ActiveSync, welches von Mircosoft lizenziert wurde. Telefone können remote formatiert werde, was bei Verlust für Firmen ein Musskriterium ist.

Mit dem SDK können nun Applikationen für das iPhone entwickelt werden. Allerdings braucht man dazu einen Mac, da die Entwicklungsumgebung nur auf Mac OS X 10.5 läuft. Dafür liefert Apple eine Umfangreiche Suite an Tools wie Debugger, Emulator, Source Code Management und Projektmanagement frei Haus. Über Schnittstellen können u.a. das Adressbuch, Video und Audiowiedergabe, die Kamera, die aktuelle Position sowie der Netztyp (Wi-Fi oder Mobilnetz) genutzt werden.  Hoppala! Da war aber nicht von SMS- oder Telefonfunktionen die Rede - sorry gibt’s anscheinend nicht. Ein weitere Schwachpunkt ist die fehlende Multitaskingfähigkeit (nur eine Applikation kann laufen), was Applikationen mit Hintergrundjobs ausschliesst.

Der neu eingerichtet App-Store wird der einzige Distributionskanal für Applikation sein, die wiederum über den PC auf das iPhone geladen werden können, oder über Funk runtergeladen werden können. Apple behält sich zum einen das Recht vor die Auswahl zu treffen, welche Applikationen es auf den Store schaffen, zum anderen 30% des Preises. Macht 70% des Preises für den Entwickler. Und was ist mit den Betreibern? Richtig, die gehen leer aus - etwas was für den Mobilfunkmarkt neuartig ist, allerdings in Zukunft verstärkt auftreten wird (siehe Nokia Ovi oder SonyEricsson PlayNow). Apple hat mit dem verpflichtenden iTunes Account (mit Kreditkarteninformation) bereits im ersten Schritt die Kundenbeziehung an sich gerissen und damit nun leichtes Spiel den Betreiber aussen vor zu lassen. Ungewiss ist, wie der Zertifizerungsprozess aussehen wird (JavaVerified und Symbian Signed lassen grüssen).

Für Firmen und Entwickler mobile Applikationen für möglichst viele Geräte anbieten wollen, ist es nur ein weiterer proprietärer Stein im Fragmentationspuzzel.

http://www.moconews.net/entry/419-iphone-live-follow-up-is-apples-sdk-taking-down-the-walled-garden-or-ju/

http://www.mobile-tech-today.com/story.xhtml?story_id=58694

http://developer.apple.com

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