In meiner Reihe über die Entwicklung des mobilen Internetzugangs und der Außenwerbung wird wöchentlich eine meiner Thesen zum Thema veröffentlicht. Die gesamte Arbeit wird dann in wenigen Wochen zum Download erhältlich sein.
These 3: Jedes Plakat wird ein Point of Sale.
Kennzeichnend für ein Einkaufsgeschäft ist die Möglichkeit, sich über Waren und Dienstleistungen vor Ort detailliert zu informieren und diese ggf. zu erwerben. Im Gegensatz dazu dient das Schaufenster, speziell sonntags, lediglich der Wareninszenierung und Information. Das Internet wiederum hat sich als ein bedeutender Vertriebskanal etabliert, wobei der Spontaneinkauf und vor allem das haptische Erlebnis etwas zu kurz kommen.
Das Plakat als Point of Sale wird in Zukunft ein zusätzliches Glied in dieser Kette sein und zusammen mit dem Handy quasi eine Kombination von Website und Schaufenster bilden.
Durch bargeldloses Bezahlen via Handy wird jederzeit und überall eingekauft werden können. Die Infrastruktur, die die „Außenwerber“ in den letzten Jahrzehnten aufgebaut und stetig optimiert haben, wird als ideale Infrastruktur für diesen neuen Vertriebskanal dienen.
Offensichtliche Einsatzmöglichkeiten bestehen bei Dienstleistungen oder digitalen Produkten wie z. B. Musik oder Tickets. So könnte das Reiseplakat direkt mit der Flugdatenbank verknüpft werden, die per Handy aufgerufen wird. Das kurze Video vom Reiseort und Hotel kann man sich natürlich auch gleich ansehen.
Doch auch für „handfestere“ Produkte bieten sich Möglichkeiten, wie das Beispiel von NOKIA andeutet. Passanten bekommen einen hervorragenden Eindruck der neuen Mobilfunkgeräte über die Außenwerbung. Das einzige, was fehlt, ist die Kaufoption. Das Gute dabei ist, dass die technische Infrastruktur (Webshop, Produktdatenbanken u. ä.) bei den meisten Unternehmen, dank ihres jahrelangen Internetengagements, bereits vorhanden ist. Die größte Herausforderung ist eine gedankliche: verabschieden sie sich von der Vorstellung der unabhängig voneinander agierenden Medien. Keine Boxen mehr!
Doch es wird auch noch einen Schritt weiter gehen. Mittels Objekt- erkennungstechnologien wird es im Grunde möglich sein, dass jeder Gegenstand zum Werbeträger bzw. POS wird. Ein Foto vom neuen Mercedes, der gerade an der Ampel steht, wird per MMS an einen Server geschickt und mit der Datenbank verglichen. Als Antwort erhalten die User eine Website, die mit diesem Auto verknüpft ist. Hier erhalten sie ausführliche Informationen und können umgehend einen Termin für eine Testfahrt ausmachen.
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These 1: Außenwerbung wird flüssig.
These 2: Außenwerbung wird zum Retter und Zeittöter in der Not.
These 3: Jedes Plakat wird ein Point of Sale.
These 4: Außenwerbung wird komplexer – inhaltlich und organisatorisch.
These 5: Außenwerbung wird ferngesteuert.
These 6: Integrierte Kampagnen werden Wirklichkeit.
These 7: Außenwerbung wird unvorhersehbarer.
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Zum Thema “…Entscheidend wird sein, wie die Botschaft von den Plakaten auf das Handy der Konsumenten übertragen werden kann”.
Ich rate zur Vorsicht: Solange es sich wirklich um eine reine Botschaft ohne Mehrwert handelt (und wenn es nur Unterhaltungscharakter ist) werden die meisten Konsumenten verärgert und genervt über eine solche Bluetooth Aktion sein. Damit schadet man der Marke mehr als dass man ihr Gutes tut.
Meiner Kenntnis nach haben die meisten Handy Nutzer Bluetooth eh deaktiviert, so dass hier für die Werbetreibenden nur hohe Kosten für die Technik und zu hohe Streuverluste (wegen der geringen Nutzung) anfallen.