Es ist die Zeit der Rückblicke und Vorhersagen. Beides werde ich mir und unseren Lesern/Innen auch dieses Jahr ersparen, auch wenn das immer Artikel sind, die so schönen Traffic in ein Blog spülen.

Robert Basic hat sich, trotz seiner Abneigung gegenüber Prognosen, doch zu einer zur Entwicklung von mobilen Navigationssystemen, Location Based Services etc. hinreissen lassen und da will ich doch nicht zurück stehen. ;)

Im Gegensatz zu Handys weisen die Navigeräte nämlich eine ideale Besonderheit auf. Sie verfügen über einen Touchscreen, der groß genug ist, auch Webseiten ergonomisch darzustellen. Warum diese Eigenschaften die Hersteller nicht auch als Möglichkeit für mobiles Browsing verstehen, ist mir ein Rätsel. Zusammengefasst: Es gibt neben dem Handy wohl kaum ein Gerät wie das Navigationsgerät, das eine gute Chance hat, mobiles Browsen an den Mann zu bringen. Und es gibt wohl kaum eine Branche, die eine dermaßen große Chance hat, sie aber bis dato nicht ergreift. Auf der anderen Seite warten Handy-Giganten wie Nokia, Samsung, LG und Apple neuerdings nicht lange auf ihre Chance.

Ich glaube nicht, dass es Extra-Navigationsgeräte, mit denen man das mobile Internet nutzen kann, eine Marktchance haben werden. Vielleicht wird es das Surfen im Internet auf dem Navi als Zusatzfunktion geben, dann aber nur, weil man für die Aktualisierungen, Verkehrsinfos und lokale Zusatzservices eine SIM-Card im Navi hat und das mobile Browsen sozusagen ein “Abfallprodukt” ist. Insgesamt wird sich aber der Trend hin zu nur einem mobilen Endgerät mit den individuell gewünschten Funktionalitäten fortsetzen.
Meiner Meinung nach wird die Entwicklung so verlaufen, dass die Lokalisierung/Navigation auf den meisten mobilen Endgeräten und insbesondere auf Handys eine Standardfunktion und es für uns selbstverständlich werden wird, dass uns zum Beispiel unsere Suchergebnisse auch grafisch auf Karten angezeigt werden. Diese Lösungen gibt es bereits und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Hierbei spielt es, im Gegensatz zum mobilen Surfen/Browsen, keine Rolle wie groß oder ergonomisch das Display ist, wenn die Information ausreichend erkennbar dargestellt werden kann.

Das mobile Browsen wie wir es von unserem Verhalten am PC her kennen wird es auf mobilen Endgeräten meiner Meinung nach ohnehin so nicht geben. Am Desktop gehen wir oftmals planlos vor, lassen uns treiben und wünschen ausdrücklich viele und verschiedene Suchergebnisse, Infos oder Hinweise. An einem mobilen Endgerät ist unser Verhalten wesentlich geplanter, gezielter und nicht auf viele Informationen sonder auf die in der jeweiligen Situation relevanten Informationen ausgerichtet. Eine echte Herausforderung für alle Anbieter rund um die Mobile Suche.

Die Handy-Hersteller sind schon längst auf diesen Zug aufgesprungen und statten ihre Geräte vermehrt mit GPS-Navigationsfunktionalitäten aus. Wer an dieser Stelle aber in meinen Augen die größte Aufmerksamkeit verdient ist Google. Mit “My Location” und ihren Aktivitäten rund um den Mobilfunk (android, Ersteigern von Mobilfunklizenzen etc.) wird Google zu einem der Big-Player in diesem Bereich. Wie unsere kleine Umfrage hier auf Mobile Zeitgeist zur Nutzung des mobilen Internets bereits gezeigt hat, schafft es Google offensichtlich, seine wahrgenommene Kompetenz und damit Marktmacht vom Internet auf das Mobiltelefon zu übertragen. Die Grenzen zwischen Handy-Hersteller, Internet-Suchmaschine und Diensteanbieter verschwimmen immer mehr. Eine spannende Zeit liegt vor uns!