Sollte jemand von Euch irgendwo in diesen Tagen lesen, dass nun erstmalig in einigen Städten Deutschlands das Handy-Parken eingeführt wird, dann möchte ich doch darauf hinweisen, dass dies nicht stimmt. Denn das Bezahlen von Parktickets ist bereits seit Monaten in verschiedenen Regionen und Städten bei uns möglich und wird auch schon fleissig benutzt. Der Bitkom sprach schon im Februar dieses Jahres von über 50.000 Parkscheinen monatlich bzw. einem Anteil von fünf Prozent aller Parktickets.
Der Grund für diese Fehlinformationen beruht auf der Tatsache, dass bisher Handyparken nur auf Grund einer Ausnahmeregelung in der Straßenverkehrsordnung möglich war. Sie endet am 31. Dezember 2007. Das Bundesverkehrsministerium arbeitete schon länger daran, das Handyticket dem gedruckten Parkschein vollständig gleichzustellen. Bis Jahresende sollte die neue Regelung stehen und offensichtlich ist dies nun der Fall.
Wie der Bitkom (Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) berichtet, soll das neue Verfahren des Bezahlens per Handy ab Februar zunächst in in den Städten Köln und Hamburg eingeführt werden. Im April folgen die Städte Potsdam und Berlin.
Normalerweise müssen sich Autofahrer einmalig im Internet anmelden, um den Dienst zu nutzen. Dabei ist die Angabe des Autokennzeichens, der Mobilfunknummer und der Kontoverbindung notwendig. Zu Beginn und am Ende des Parkens muss der User eine Service-Nummer anrufen. Die Parkdauer wird registriert und monatlich minutengenau vom Konto abgebucht.
Der Neuregelung ist ein zweijähriger Feldversuch in 15 Städten vorausgegangen. Autofahrer nutzten die Möglichkeit laut Bitkom mehr als 50.000 mal pro Monat. Weitere Infos zum Parken per Handy gibt’s auf den Internet-Seiten von Mobil-Parken. Quelle
Ein Blick auf die Seiten von Mobil-Parken hat bei mir leider zu einer schnellen Ernüchterung geführt. Ich hatte erwartet, dass ich mich einmal anmelde und dann bundesweit das System nutzen kann, in jeder Stadt, die eben daran teilnimmt. Aber offensichtlich weit gefehlt, denn die Anleitung für die Anmeldung lautet:
Bevor Sie am Handy-Parken teilnehmen können, müssen Sie sich registrieren.
Unter www.mobil-parken.de finden Sie verschiedene Betreiber. Wählen Sie den für Sie passenden aus.
1. Registrieren Sie sich bei Ihrem Betreiber.
2. Sie erhalten per Post die Vignette, die Sie als Handy-Parker ausweist. Jetzt können Sie Handy-Parken!
3. Parken Sie und rufen Sie die Servicenummer an.
4. Parken Sie solange Sie wollen unter Beachtung der Höchstparkdauer.
5. Rufen Sie die Servicenummer an und melden Sie sich ab.
6. Der Parkvorgang wird registriert.
7. Sie erhalten einmal monatlich die Rechnung.
Jeder Vielfahrer, der in verschiedenen Städten parken möchte muss sich nun bei jedem Betreiber anmelden, erhält von jedem Betreiber eine Vignette, die er sich an die Scheibe kleben darf, mit entsprechend vielen Rufnummern. Das wird sicherlich so eine Windschutzscheibe zieren und die Rufnummern kann man ja im Handy abspeichern. Dass man dann auch noch einzelne Rechnungen bekommt, macht den Kohl nicht fett. Nun ja, wohl nichts für mich. Aber wenn man nur in einer Stadt oder Region unterwegs ist, macht es sicherlich Sinn.
Offen ist zur Zeit nur, was das Ganze extra kosten wird, denn Günzburg hatte bereits angekündigt, dass nach der Testphase jeder handybasierte Parkvorgang mit zusätzlichen zwölf Cent abgerechnet werden wird.
Ich weiß von Systemen, wie dem aus Sonneberg (sms&park), die für den Nutzer nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden sind. Hierzu dieser Beitrag auf Mobile Zeitgeist inklusive der Kommentare.
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In Darmstadt und Wiesbaden gibt es ein System, das von einem gemeinsamen Betreiber betrieben wird, und daher auch nach einer Anmeldung in beiden Städten funkioniert. Leider wird auch in Wiesbaden eine “Service-Pauschale” von 12c erhoben, in Darmstadt wohl nach Ablauf des Probebetriebes auch. Dürfte wohl etwa die Kosten der Bestätigungs-SMS erstatten. Bisher war ich aber trotzdem jedes Mal billiger als über ein Bargeldparken, da ich unabhängiger von der 30-Minuten-Taktung (und Preisen von 50c / 30 min) der Automaten war.
Die Seite vom Darmstädter System ist parken-per-handy.de - ich gerade sah, dass das auch der Grünzburger Betreiber ist, und auch in Saarbrücken gilt. Schade, dass man diese Information unter “Parkzonen” versteckt.