In Hamburg fand der Mobile Content Day an einem alterwürdigen Ort, der alten Kaffeebörse, statt. Das war eine nette Location mitten in der Hafen City. Nun in München fanden wir uns im Dorinth Novotel am Messegelände ein. Ein doch eher nüchternes Ambiente, aber schlecht halt auch nicht.

Wie bei fast jeder Veranstaltung zu mobilen Themen machte auch hier M:Metrics mit interessanten Marktzahlen den Auftakt. Hierauf folgte Gerrit Müller, Geschäftsführer von iconmobile, mit seiner Präsentation zur “Mobile Soap” an. Die anschließende Kaffeepause war notwendig, um den Kreislauf wieder in Gang zu bringen.

Im ursprünglichen Programm waren für das Panel neben Dr. Markus Rohde, Projektleiter an der Universität Siegen und Arnd Benninghoff, Geschäftsführer Holtzbrinck eLAB, noch Wolfgang Kasper, Geschäftsführer RTL Mobile, und Rainer Hüther, Vorstand Sport der EM Sport Media angekündigt. Kasper hatte sicherlich etwas anderes vor und mit Hüther hat es wohl einfach nicht geklappt. Als “Ersatzmann” sprang Gerrit Müller von iconmobile ein. Focus-Redakteur Michael Franke moderierte professionell aber auch etwas lieblos. Seine Fragen an die Teilnehmer waren eher allgemeiner Natur und brachten keine Diskussion in Gang. Vielleicht war auch das Thema mit “Wie bewegen sich Medienhäuser in der digitalen Welt?” etwas zu weit und unspezifisch gefaßt. Auf jeden Fall kam die Mittagspause gerade recht.

Gesättigt und milde gestimmt ging es nach dem Essen mit Bernhard Böhm, Geschäftsführer von Qiro, und Daniel Teufer, Senior Projektmanager von CAP, weiter. Was Bernhard Böhm zu berichten hatte, habe ich ja bereits geschrieben. Danach gab Horst Peiffer von Ericsson einen launigen Einblick in Technik und Stand der Dinge beim Mobile TV. Michael Neidhöfer, CEO von dynetic, beklagte in seinem Vortrag die oftmals traurig aussehenden mobilen Webseiten und warb eindringlich für die notwendige Usability. Den Vortrag von Burhkard Leimbrock von Vodafone habe ich leider verpaßt.

Nach der letzten Kaffeepause stellte Niels Oeft von Universal Pictures die crossmediale Kampagne zum Kinofilm “Das Bourne Ultimatum” vor. Sehr interessant. Die Ausführungen von Denis Kliefken von E-Plus habe ich irgendwie nicht behalten. Geschlossen hat diesen ersten Tag Steve Nitzschner, geschäftsführender Partner von Wildstyle Networks, mit spannenden Einsichten in virale Effekte bei mobilen Diensten und die Spezifika sehr junger Zielgruppen. Ein schöner Abschluß.

Am Freitag startete die Vortragsreihe mit Boris Berten, Geschäftsführer von Buongiorno. Er stellte einige Trends aus Japan und die bereits seit über zwei Jahren erfolgreich laufenden “Orange Wednesdays” vor. Dr. Christian Kühl, Vorstand Vertrieb der acoreus AG, verdeutlichte die Anforderungen an die eigene Infrastruktur, wenn man als MVNO agieren will.

Den lokalen mobilen Navigator von MeineStadt.de stellte dann Jochen Herrlich, Director Content von allesklar.com, vor. Die Macher selbst waren erstaunt, dass der als PR-Maßnahme gedachte Lehrstellenmarkt sich als Renner entpuppte und heute eines der erfolgreichsten Features bei MeineStadt.de ist. Kristian Kropp, Geschäftsführer von bigFM nahm uns dann mit in die Welt der Radiomacher und der großen Herausforderung, vor der diese nun stehen. Vom Point-to-Multipoint zum C-to-C. Spannend. Zu guter Letzt stellte Uwe Bernhard Wache, Vorstand der Euro I AG, die Music Community Yavido vor. Bei Yavido wurde schon früh das Mobile Tagging in die Services integriert. Auf die Frage nach den Nutzerzahlen wollte Wache nicht so recht mit konkreten Daten heraus rücken. Nur soviel sagte er, dass Yavido 750.000 registrierte Nutzer hätte, von denen 60 Prozent häufiger als drei Mal aktiv gewesen seien.

Alles in Allem waren die Mobile Content Days eine gelungene Veranstaltung, bei der es das Team von 11Prozent geschafft hat, interessante Redner und ein wirklich gut gemischtes Publikum zusammen zu bringen. Es gab ausreichend Zeit für Gespräche und Networking, die Verpflegung war klasse. Wer also Gelegenheit hat, sollte an einem Mobile Content Day einfach einmal teilnehmen. Es lohnt sich.

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