Wieder einmal eine Studie, die zum Ergebnis hat, dass die meisten Menschen keine zusätzlichen Funktionen auf ihren Handys haben wollen, diesmal von Forsa und “Bild am Sonntag”:

Knapp neun von zehn Handynutzern in Deutschland reichen die Basisfunktionen ihres Handys aus. 88 Prozent der Deutschen wollen mit ihrem Handy nur telefonieren, SMS-Nachrichten schreiben und gelegentlich ein Foto machen, ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1000 Handynutzern im Auftrag der “Bild am Sonntag”. Nur zwölf Prozent reiche dies nicht aus. Sie wollten ein Mobiltelefon mit Internet-Zugang, MP3-Player und Spielen.

Die wichtigsten Zusatzfunktionen eines Handys sind laut Umfrage SMS und Wecker. Zwei Drittel der Deutschen schreiben regelmäßig SMS-Nachrichten und über die Hälfte (55 Prozent) lässt sich vom Handy wecken. Bei den am häufigsten genutzten Funktionen folgen Kamera (46 Prozent), Kalender (37 Prozent) und Spiele (24 Prozent). Dagegen nutzen nur zwei Prozent Handy-TV-Dienste, nur jeder Zehnte surft übers Handy im Internet. Die Unter-30-Jährigen nutzen jedoch beide Dienste rund doppelt so häufig wie der Gesamtdurchschnitt.

Über die Hälfte der Deutschen (59 Prozent) findet die Preise für Handy-Telefonate zu hoch, 36 Prozent der Befragten halten die Tarife der Mobilfunkanbieter für angemessen. Für den Neukauf eines Handys wollen 81 Prozent der Deutschen nicht mehr als 100 Euro ausgeben. 40 Prozent der Befragten wollen sogar nicht mehr als 10 Euro für ihr Mobiltelefon bezahlen. Nur fünf Prozent sind bereit, mehr als 200 Euro für ein Handy auszugeben, acht Prozent würden immerhin noch zwischen 100 und 200 Euro bezahlen wollen, ergab die Umfrage. Quelle: inside-handy

Gut, diese Erkenntnis haben schon viele Studien gebracht. Und hier wird wieder einmal nur eine Pressemeldung veröffentlicht und kein Einblick in das Studiendesign gewährt. Also ist Vorsicht geboten.

Nun frage ich mich, wie haben wohl Handynutzer Anfang der 90er geantwortet, wenn man sie gefragt hätte, ob sie nicht mit ihrem Handy auch Fotos machen möchten. Oder in den 70ern, ob es nicht wichtig wäre, zu Hause einen PC zu haben. Dies liesse sich beliebig fortsetzen. Also halte ich von diesen Umfragen nur bedingt etwas.

Was sich allerdings die Gerätehersteller wirklich öfter mal überlegen sollten, ist nicht das “Wie” sondern das “Was”. Viele Dinge sind technisch machbar und auch auf mobilen Endgeräten implementierbar. Doch nicht immer sind diese neuen Features wirklich sinnvoll. Nicht jeder möchte, wenn er nach einem Messer sucht gleich eines aus der Schweiz. Manchem reicht eine einfache Klinge. Viel wichtiger ist doch das “Was”, nämlich die Frage nach dem Nutzen, den der Kunde hat. Diese Frage zu beantworten ist weitaus schwieriger als die Frage nach dem “Wie” und so wird sie offensichtlich viel zu selten gestellt.

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