yahoo.gifDer Webkonzern Yahoo überträgt sein Internetwerbemodell auf das Handy. Unternehmen können künftig über den Anbieter in einem Netzwerk von speziell für Handys zugeschnittenen Websites werben.

Erste Partner für den Dienst “Yahoo Mobile Publisher Service” sind die Handy-TV-Plattform MobiTV, der Handybrowser Opera sowie der amerikanische Auskunftsdienst GO 2.

Das US-Portal Yahoo, bei Werbung im klassischen Internet derzeit abgeschlagen hinter dem Rivalen Google, versucht sich mit verschiedenen Initiativen im mobilen Internet als Marktführer zu positionieren. “Yahoo macht derzeit Druck sowohl bei den Inhalten für Handys als auch bei der möglichen Vermarktung mobiler Angebote”, sagte Nate Elliott, Analyst bei dem Marktforschungsunternehmen Jupiter Research. “Yahoo hofft dadurch einen Vorsprung zu haben wenn die Suche über das Handy abhebt.”

Konzerne wie Microsoft, Google oder Yahoo setzten darauf, dass künftig deutlich mehr Menschen über das Handy ins Internet gehen. Die Konzerne versuchen daher, ihre Geschäftsmodelle in das mobile Web hinüberzuretten. So entwickeln die Unternehmen derzeit zahlreiche Dienste, die an die meist kleinen Bildschirme angepasst sind, wie lokale Suche, E-Mail, Fotodienste oder Nachrichtenportale. Mit Werbung in diesen Angeboten sollen künftig Millionen verdient werden.

In Europa nutzen laut Jupiter Research allerdings lediglich zehn Prozent der Handybesitzer mobile Webangebote. Angesichts der relativ geringen Zahl versucht nun Yahoo durch die Vermarktung über ein Netzwerk genügend Reichweite zusammen zu bekommen, um für werbetreibende Unternehmen attraktiv zu werden. Nur wenn die Möglichkeit besteht, potenziell Hunderttausende Handynutzer zu erreichen, werden große Unternehmen in Handywerbung einsteigen.

Anfang vergangenen Jahres hatte Yahoo die erste Version seines Handyportals Yahoo Go angekündigt. In der in diesem Jahr aktualisierten Version synchronisiert die spezielle Software für Mobilfunktelefone zum Beispiel geänderte Adressen auf dem Handy automatisch mit der eigenen Internetdatenbank bei Yahoo. Google und Microsoft haben ebenfalls schon spezielle Dienste wie Kurznachrichten, E-Mail, Nachrichten oder personalisierte Startseiten, bislang aber kein so umfassendes Portal wie Yahoo. Zudem profitiert Yahoo davon, dass die Software mittlerweile auf zahlreichen Handys vorinstalliert ist, wie zum Beispiel auf Geräten von Motorola, HTC oder den Blackberrys von RIM.

Derzeit versucht Yahoo neue Partner für das Angebot zu finden, das in 19 Ländern - darunter Deutschland - gestartet ist. Zuerst wird Yahoo dabei Unternehmen kontaktieren, die ihre Internetwerbung den US-Konzern vermarkten - etwa der Mobilfunkanbieter O2, die TV-Sender N-TV, MTV oder RTL. Im Falle eines Erfolges soll die Handywerbelösung in die neue Vermarktungsplattform integriert werden. Kunden könnten dann direkt selbst bestimmen, ob ihre Werbung auch auf Handywebsites eingespielt wird. Quelle: ftd

Weitere Links zum Thema:
New York Times: Yahoo to Offer a Network for Web Ads on Cellphones
heise online: Google und Yahoo werden zunehmend mobil

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